WALLENBORN: Dunkel, emotional und turbulent

WALLENBORN : Dunkel, emotional und turbulent

Bezirksliga: Stromausfall und Fehlentscheidungen bei Wallenborner 2:1 gegen die SG Geisfeld.

Welch ein verrückter Fußball-Abend in der Vulkaneifel: Erst fällt für 50 Minuten das Licht am Wallenborner Sportplatz aus. Dann dreht der Gastgeber in einer von Hektik, überschäumenden Emotionen und krassen Fehlentscheidungen geprägten Nachspielzeit noch ein verloren geglaubtes Spiel. Am Ende heißt es 2:1 (0:0) gegen die SG Geisfeld / Rascheid.

„Kirmes gerettet. Aber wie. Das hat Nerven gekostet.“  Genau 160 Minuten, nach dem Schiedsrichter Athanasios Fasoulas aus Ahrbrück die Begegnung um 19 Uhr angepfiffen hatte, atmete Stephan Zimmer erst einmal tief durch.

Wie wohl die wenigsten unter den 180 Zuschauern, die zum Kirmes-Auftakt gekommen waren, hatte wohl auch er noch mit einer solchen Wendung gerechnet. Zumal zwischendurch nicht einmal feststand, ob die Partie überhaupt würde zu Ende gespielt werden können.

Was war geschehen? Pünktlich zum Pausenpfiff „verabschiedeten“ sich die sechs Flutlichtmasten. Offensichtlich war ein Imbisswagen zu viel für die Anlage, die urplötzlich ihren Geist aufgab. Den Gastgebern muss man attestieren, dass sie alles versuchten, damit die Partie nicht abgebrochen und wiederholt werden musste. Nach 50 Minuten Stromausfall pfiff der Schiedsrichter die zweite Hälfte an.

Die bestimmte von Beginn an der Gast aus sicherer Defensive mit schnellem Umschaltspiel. Nach Foul an Manuel Hoffmann ließ sich Lukas Jonas die Chance zur Führung per Foulelfmeter nicht entgehen. (60.) Die Hochwälder hatten  die Partie im Griff, auch begünstigt durch eine fragwürdige Gelb-Rote Karte für Wallenborns Patrick Hunz nach einem eher harmlosen Foul.

„Wenn du dann das 2:0 nicht machst, darfst du dich nicht wundern, wenn nachher so etwas dabei herauskommt“, gab Gäste-Trainer Timo Zeimet seiner Elf eine Mitschuld. Ausgelöst wurde die hektische Schlussphase von  zumindest fragwürdigen oder krassen Fehlentscheidungen.

Vier Minuten vor dem Ende drückte der aufgerückte Sebastian Zunk einen Freistoß von Sebastian Hilgers, gegen dessen Ausführung  die Hochwälder heftig opponierten, mit dem Allerwertesten zum Ausgleich ins Netz. Der 2:1-Siegtreffer in der fünften Minute der Nachspielzeit, erzielt von Sebastian Zimmer aus deutlicher Abseitsposition, zeigte eine typische Misere des Amateur-Fußballs auf: Wenn der Schiedsrichter unter solchen Lichtverhältnissen von den Linienrichtern  im Stich gelassen wird und er  hoffen muss, die Situation richtig erkannt zu haben, kommt es zu solchen Fehlentscheidungen. Kurz zuvor hatte auch  Wallenborn eine Elfmeter-Situation für sich reklamiert, die nicht ganz unberechtigt  schien.

„Wir haben Moral gezeigt“, kommentierte ein geschaffter Stephan Zimmer. Sein Team hatte zweimal bei Schiri-Entscheidungen Glück gehabt, war aber auch Opfer einer falschen Entscheidung geworden.  Zeimets Fazit: „Fußball ist eben keine  Mathematik. Da ergibt minus und minus nicht plus.“

Immerhin konnten sich alle Beteiligten nach der Partie noch bei einer Bratwurst stärken. Am Imbisswagen hatte sich der Strom nämlich nicht verabschiedet.

SG Wallenborn: Lars Becker, Tobias Jung, Sebastian Zunk, Benjamin Blank, Pascal Haak, (70. Andreas Hesslein), Benjamin Duckart, Sebastian Zimmer, Daniel Zunk,  (80. Richard Schomers), Patrick Hunz, Kasper Wlodarek,  (57. Peter Esch),  Sebastian Hilgers.

SG Geisfeld/Rascheid: Justin Derigs, Maurice Speicher, Sebastian Breit, Manuel Hoffmann,  (72. Joseph Lochen), Max Cronauer, Andreas Rauen, Pascal Eli,  (84. Pascal Eli) , Marvin Plunien, Christian Alt, Lukas Jonas,  (79. Jannik Marx),  Jens Gaspers

Tore: 0:1 (60.) Jonas, (FE), 1:1 (86.) S. Zunk, 2:1 (90 + 5) Zimmer.

Schiedsrichter: Athanasios Fasoulas (Ahrbrück), Gelb-Rote Karte: Patrick Hunz

Zuschauer 180