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Ein Keller voller Kunst

Trier. Jahrzehntelang lagen die Kellerräume des ehemaligen französischen Militärhospitals André Genet auf dem Petrisberg im Dunkeln, doch seit letztem Jahr werden sie zum Leben erweckt: generator, der universitätseigene Kunstraum, lädt Besucher zu einem Raumerlebnis der besonderen Art ein. Andreas Schlöder

Im ehemaligen Kohlekeller und der Heizkraftzentrale des Hospitals hält seit 2015 die Kunst Einzug: Mit einer jährlich wechselnden Installation sollen die Räumlichkeiten als Lichtkunstzentrum etabliert werden. Der Ort selbst hat eine lange Geschichte: 1963 fertiggestellt, wurde der Bau in den 90er-Jahren nach Abzug der Franzosen zunächst als Studentenwohnheim genutzt, bevor die Universität Anfang der 2000er einzog. Das Besondere: In all den Jahren blieb der Keller von den Umbauarbeiten unberührt. "So ist die typische 60er-Jahre-Architekur erhalten geblieben", sagt Prof. Dr. Ulrike Gehring, die gemeinsam mit Dr. Stephan Brakensiek das Kunstprojekt ins Leben gerufen hat. Die Zusammenarbeit mit Studierenden steht an vorderster Stelle: "Studierende bereiten mit uns die Ausstellung vor und arbeiten mit den Künstlern zusammen. Wir nennen das Ganze ,Kuratorisches Labor‘- es handelt sich um eine Plattform, bei der man das Kuratieren von der Pike auf lernt." Doch warum "generator"? Der Name geht auf den Künstler Mischa Kuball zurück, der die erste Installation 2015, "Flashlab", schuf. Ulrike Gehring erklärt: "Dort, wo man früher fossile Energie in einen anderen Aggregatzustand überführt hat, also ein ,Generator-Effekt‘ entstand, versuchen wir heute im übertragenen Sinne etwas Ähnliches, nur mit kreativen Ideen." Für dieses Jahr konnte das international renommierte Künstler-Duo Hartung und Trenz gewonnen werden, das mit der Installation "Lorem Ipsum" die Halle des Heizkraftwerks bespielt. Bei dieser werden Teile des auf einem Zitat von Cicero basierenden Blindtexts auf Wände, Decken und Pfeiler projiziert, was während eines Rundgangs außergewöhnliche Blicke erlaubt. Im Kohlekeller sind die 61 Meter lange Tuschezeichnung "Menschgang" von Klaus Maßem sowie eine von JeongHo Park konzipierte, interaktive Videoinstallation mit Namen "Silhouette Interference" zu sehen. Am 02.11. ist Ausstellungseröffnung, in den darauffolgenden Wochen kann man den generator im Rahmen einer kostenlosen Führung besichtigen. Die Anmeldung erfolgt online auf generator.uni-trier.de, hier gibt‘s auch alle weiteren Infos zum spannenden Kunstprojekt.