Ein Roboter holt die Milch aus der Kuh

Ein Roboter holt die Milch aus der Kuh

Wie kommt eigentlich die Milch aus der Kuh? Klar, die Kuh wird gemolken. Aber wie funktioniert das? Lucky hat bei Christian Zeimentz nachgefragt. Der Milchbauer aus Wenigerath bei Morbach im Hunsrück hat einen Melk roboter.

Wenigerath. Christian Zeimentz gibt seinen Kühen keine Namen mehr, sondern nummeriert sie. Er hat einfach zu viele, nämlich 130. Deshalb kann der Bauer sie auch nicht jeden Morgen auf die Weide treiben. Denn die Milchkühe müssen jeden Tag gemolken werden.
Aber Christian Zeimentz geht nicht mit Melkschemel und Blech eimer von Tier zu Tier, wie man es manchmal in Filmen sieht und wie man es früher gemacht hat. Fast 20 Stunden würde es dauern, alle Tiere per Hand zu melken. Und ein Tag (Tag und Nacht) hat ja nur 24 Stunden. Deshalb hat Christian Zeimentz einen Melkroboter angeschafft. Nein, das ist kein kleines Männchen aus Metall, das auf Rädern von Kuh zu Kuh durch den Stall läuft. Die Kühe kommen zum Melkroboter. Der sieht aus wie ein großer silberner Kasten mit einer Öffnung in der Mitte. Die Kühe gehen in diesen Kasten hinein. Dort gibt es ihr Lieblingsfutter. Während sie genüsslich fressen, fährt ein Roboterarm mit vier Saugern aus. Die Sauger umschließen die Zitzen des Euters und melken die Kuh.
Die Milch fließt direkt über Schläuche in einen Sammelbehälter und wird gekühlt. Das ist wichtig, damit sich keine Krankheitskeime ausbreiten können. Diese mögen nämlich Wärme. Und frisch gemolkene Milch ist so warm wie eine Kuh.
Der Roboter weiß ganz genau, wie viel Milch eine Kuh gegeben hat, erklärt Christian Zeimentz. Denn jedes Tier trägt um den Hals ein gelbes Band mit einem grünen Kasten. Darin befindet sich ein Chip. Wenn die Kuh in den Melkroboter geht, wird der Chip ausgelesen.
Wurde eine Kuh zu lange nicht gemolken, klingelt bei Christian Zeimentz das Telefon. Dann ruft der Roboter an und nennt ihm die Nummer der Kuh und der Bauer muss in den Stall gehen. Er sucht dann die Kuh und treibt sie in den Melkroboter. Denn für die Euter ist es nicht gut, wenn zu viel Milch drin ist. Sie können sich entzünden. Und wenn eine Kuh wegen ihres Lieblingsfutters immer wieder in den Melkroboter will? Dann öffnet dieser nicht das Tor am Eingang. Denn durch den Chip am Halsband weiß der Computer, dass die Kuh erst gemolken wurde und schon genug Milch gegeben hat.
Auch mit Melkroboter hat Bauer Christian Zeimentz noch genug Arbeit. Er baut das Futter für seine Tiere auf den Feldern rund um seinen Hof selbst an. Früher musste er immer wieder pünktlich im Stall sein, wenn Melkzeit war. Damals hatte er zwar auch eine Maschine, die arbeitete aber noch nicht automatisch. Jetzt kann der Bauer zum Beispiel ein Feld zu Ende pflügen, bevor er im Stall nach dem Rechten sieht. "Das ist eine riesige Erleichterung", sagt Christian Zeimentz.

Video ab 16 Uhr unter volksfreund.de/videos