EISHOCKEY: "Meister Lampe" soll bleiben

EISHOCKEY: "Meister Lampe" soll bleiben

BITBURG. Die Zeiten, als der EV Bitburg hoch fliegende Pläne verfolgte, gehören der Vergangenheit an.

Spätestens mit dem Start in die noch laufende Saison Ende Oktober vergangenen ,Jahres verabschiedeten sich die "Bären" von der Illusion, aus der "Diaspora Bitburg" eine Topadresse im deutschen Eishockey, zumindest im Amateurbereich machen zu können. Statt am Ende einer Saison die Löcher in der Kasse zählen zu müssen, können die Eifeler jetzt sogar auf ein kleines Plus verweisen. "Es ist zwar keine Riesensumme", gibt der sportliche Leiter Axel Schier zu, "aber besser als nichts." Den Überschuss will er in der kommenden Saison verwenden - in welcher Liga, das steht allerdings noch in Frage. "Wir haben den Antrag gestellt, in der Landesliga Hessen anzutreten. Wir hoffen, dass er genehmigt wird, denn in der Rheinland-Pfalz-Liga können wir uns mangels Wettbewerb nicht weiter ntwickeln." Problemlos wurde der EVB vorzeitig Meister im Land. In einer Liga, in der nur ganze vier Vereine antraten, davon drei "Reserven." Das hat mit "echtem Wettbewerb" natürlich wenig zu tun. Und so wie die Trierer in NRW auf Puckjagd gehen, so würden die Eifeler das gerne in Hessen tun. Dazu ist aber die Zustimmung aller anderen Vereine in dieser Liga zuständig. "Die Signale sind zwar positiv, aber definitiv wissen wir noch gar nichts", sagt Schier und sieht sein Team noch in der Warteschleife. Die "Bären" haben eine turbulente Saison (fast) hinter sich. Einziges verbliebenes sportliches Ziel ist, den Titelgewinn mit dem Zusatz "ohne Punktverlust" zu krönen. Positiv war auch, dass der eingeschlagene Weg, auf den eigenen Nachwuchs zu setzen, bereits erste zarte Blüten treibt. Mit den Teenies Lukas Euler (Torwart) und Marc Höffler (beide 15 Jahre alt) haben die ersten Talente bereits den Sprung in den Kader der Senioren geschafft. Wie Trainer Frank Lempges, der ins kalte Wasser geworfen wurde, die Aufgabe bewältigt hat, die Zielsetzung mit einem stark geschrumpften Kader zu erfüllen, nötigt Respekt ab. Dass er aber überhaupt in die Verantwortung genommen werden musste, gehört zu den weniger erfreulichen Ereignissen der letzten Monate. Als Igor Gross beim Kooperationspartner ESC Trier seinen Hut nehmen musste, bediente sich der "große Bruder" kurzerhand beim kleinen. Felix Brunschwiler, beim EVB mehr als "nur" ein Trainer, sondern auch Konzeptentwickler und Symbolfigur für die Nachwuchsarbeit, legte sein Amt in Bitburg in einer Nacht- und Nebelaktion nieder und heuerte beim Regionalligisten. Wie man jetzt weiß, nur eine Episode, denn der Schweizer geriet bei den Moselanern nur zu einer Randnotiz und ist bereits wieder entlassen. "Das hat uns damals schon auf dem linken Fuß erwischt", gibt Schier zu. Nicht alle Verantwortlichen in seinem Verein gehen mit diesem Ereignis so gelassen um. Wie dem auch sei: Lempges, ursprünglich nur als Spieler vorgesehen, übernahm das Zepter und blickt auf eine zwar noch kurze, aber erfolgreiche Regentschaft zurück. "Meister Lampe" soll bleiben. "Wir sprechen mit ihm über eine Verlängerung", so Schier, und hofft auf diese Zusage ebenso wie auf die, für die Hessenliga, mit dem Hintergedanken, die Stagnation bei den Besucherzahlen ("Im Schnitt kommen 100 Zuschauer") zu beenden. Wie hoch das Interesse an Eishockey in der Kreisstadt generell ist, wird man beim nächsten Heimspiel wissen, denn beim Karnevalsumzug wurden 10 000 Freikarten als "Kamelle-Ersatz" vom EVB-Wagen aus verteilt. Eine Abkehr vom derzeitigen Sparkurs schließt Schier, der häufiger auch noch die Schlittschuhe schnürt und in der ersten Mannschaft auf Puckjagd geht aus: "Zurzeit bekommt nur ein Spieler ein kleines Salär, und das ist unser Kanadier Chris Sandau. So lange ich etwas zu sagen habe, wird das auch so bleiben."

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