Entscheidende Hilfe ist gewährleistet

Entscheidende Hilfe ist gewährleistet

KENN. Mit nur 17 aktiven Mitgliedern ist der Malteser Hilfsdienst (MHD) e.V. Kenn eine der kleinsten Gruppierungen seiner Art. Trotzdem kann er auf eine erfolgreiche und anerkannte 25-jährige Tätigkeit zurückblicken.

Die ehrenamtliche Arbeit und die Vielseitigkeit des MHD Kenn sind in der heutigen Zeit mit den Gründerjahren nicht mehr vergleichbar. Die Mitglieder um die Ortsbeauftragte Heike Römerscheidt haben sich spezialisiert und sind Fachleute in den verschiedensten Bereichen geworden. Die MHDler bieten neben einer Verpflegungseinheit und einer Sanitätsgruppe auch eine "First-Responder"-Gruppe und eine RUD-Schminkgruppe zur realistischen Darstellung von Notfallereignissen an. Der MHD Kenn ist nach einem Erste-Hilfe-Lehrgang, bei dem Gerd Olinger und Ralf Römerscheidt ausbildeten, eher zufällig und nicht beabsichtigt entstanden. Ortsbeauftragte Römerscheidt: "Etwa die Hälfte der Teilnehmer hatte damals die Idee und gründete die Gliederung in Kenn." Dem ersten grundsätzlichen Wissen aus dem Erste-Hilfe-Lehrgang ist inzwischen Fachkompetenz, Können und Erfahrung gefolgt. Mit einem Rettungsassistenten, Rettungssanitäter, Rettungshelfer, Einsatzsanitäter und einem Notfall-Seelsorger kann der MHD-Kenn eine große Palette notwendiger Hilfe abdecken. Grundvoraussetzung dafür waren das Engagement der Einzelnen, der Wille, sich in der Freizeit für den Mitmenschen einzusetzen und auch finanzielle Einbußen. Denn zunächst stand die Gruppe ohne Arbeitsmaterial da und begann sozusagen mit Nichts. Malteser sind stolz auf ihre Ausrüstung

Heute sind sie stolz auf ihren Mannschaftstransportwagen, die Feldküche, Material für eine Unfallhilfsstelle, Unfallkoffer, Defibrillator und sogar eine eigene Unterkunft für Gerätschaften und Fahrzeug. Etwa 90 000 Euro haben die derzeit 17 Aktiven aufbringen müssen, um ihre Vorhaben realisieren zu können. So war der Bau der Unterkunft in ungezählten Eigenleistungsstunden dringend erforderlich. "Unsere private Garage platzte vorher als MHD-Materiallager förmlich aus allen Nähten. Mit Hilfe der Ortsgemeinde - sie stellte uns das Grundstück für eine Unterkunft zur Verfügung - haben wir 1997 endlich mit dem Bau eines eigenen Heimes begonnen." Die Hilfe des MHD ist vielfältig und wird regelmäßig gefordert. Eine Liste der Einsatz-Anlässe ist lang. Sie beginnt mit der Hilfe beim Fastnachtsumzug, der Fronleichnamsprozession und endet bei Veranstaltungen in der Mehrzweckhalle. Doch auch außerhalb der Gemeindegrenzen helfen die Malteser. So waren sie beim Weltjugendtag 2005 in Köln, sie leisten Dienst am Flughafen Frankfurt-Hahn und waren im Mai 2006 auch beim Deutschen Katholikentag in Saarbrücken. Auf einige besondere Einsätze weisen Ralf und Heike Römerscheidt hin. "Seit 17 Jahren sind wir regelmäßig beim Mainzer Rosenmontagsumzug im Einsatz und unterstützen unsere Luxemburger Kollegen bei diversen Veranstaltungen", sagen sie. Mit der "Verpflegungseinheit" sind die Kenner MHDler regelmäßig gefordert. Ein besonderer Einsatz ist der Sanitätsdienst und die Verpflegung beim Oktoberfest der Deutschen Unteroffizierskameradschaft in Belgien. Dort heißt es "die Finger rund gehen lassen", gilt es doch 1100 Essen pro Abend zuzubereiten und auszugeben. Ralf Römerscheidt, Daniel Dietzen, Tobias Koch und Thomas Knechtel gehören zur Gruppe der "First-Responder". Bei einem Notfall in Kenn oder auf den Straßen um den Ort werden sie zeitgleich mit dem Rettungswagen oder Notarzt alarmiert. Wegen der örtlichen Nähe können sie einige Minuten vor den anderen Einsatzkräften am Unfallort sein. Ihr 25. Jubiläum feiern sie vom 22. bis 24. September in der Mehrzweckhalle.

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