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Erstes Arzt-Patienten-Forum

Saarburg/Konz Im Rahmen einer Patienteninformationsveranstaltung, die am 21.07.2015 erstmals in dieser Form in Konz stattfand, konnten sich Interessierte gleich über zwei weit verbreitete Krankheitsbilder informieren. Etwa 50 interessierte Gäste verschiedener Altersgruppen nahmen dieses Angebot an und fanden sich im Konzer-Doktor-Bürgersaal ein.

Die Veranstalter des Abends, das Krankenhaus St. Franziskus Saarburg und das MVZ Konz, freuten sich dementsprechend über das Interesse der Bevölkerung.
Referenten dieser sehr anschaulichen und auch für Laien sehr gut verständlichen Vorträge waren Sabine May, Oberärztin der Abteilung Allgemein-/Visceral- und Gefäßchirurgie im Krankenhaus Saarburg und Ärztin im MVZ Konz, und Dr. Gerhard Abendschein, Chefarzt der Abteilung Allgemein-/Visceral- und Gefäßchirurgie.
Sabine May begann ihren Vortrag mit dem Aufzeigen von Ursachen von Krampfaderleiden, von der genetischen Veranlagung wie Bindegewebsschwäche über Bewegungsmangel und besonderen Entstehungsbedingungen wie z. B. Schwangerschaften. Sie berichtete über modernste Diagnostik-Möglichkeiten, um für jedes einzelne Krankheitsbild dann die geeignete Therapie zu finden. Mit umfangreichem und anschaulichem Bildmaterial konnte Frau May unterschiedliche Krankheitsstadien sowie verschiedene Behandlungsmethoden den Zuhörern sehr verständlich nahe bringen. Ebenso wurden von ihr aufschlussreiche Themen wie geeignetes Verhalten bei Krampfaderneigung im Alltag, Vorbeugung, Folgen des Krampfaderleidens, sowie möglichen Komplikationen bei Operationen offen gelegt. Für Betroffene empfahl Frau May Verhaltensregeln im Alltag wie gesunde Ernährung, nicht rauchen, viel Bewegung, Sport, die Beine im Tagesverlauf für 10 Minuten hoch lagern. Auch die wichtige Rolle der Kompression, das Tragen von Stützstrümpfen, die sich ja heutzutage bereits mehr der Mode anpassen, wird noch einmal erwähnt. Als Behandlungsformen, die sich nach dem jeweiligen Beschwerdebild richten, wurden aufgezeigt die konservative Behandlung mit Kompression und Bewegungstherapie, die operative Behandlung wie das bisher angewandte konventionelle Venenstripping sowie modernere Maßnahmen wie Radiofrequenztherapie und Lasertherapie zur Verödung der Venen, die ohne Narkose durchgeführt werden können. Frau May berichtete über die modernsten und aktuellsten apparativen Diagnostikmöglichkeiten sowie den Operationsmöglichkeiten nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen auf dem Gebiet der Krampfaderleiden im Krankenhaus Saarburg. Eine neue Behandlungsmethode wie eine spezielle Verklebung der Venen befindet sich derzeit in der medizinischen Forschung.
Chefarzt Dr. Abendschein leitete den zweiten Teil dieses Abends mit der Überschrift ein: Schilddrüse - Kleines Organ mit großer Wirkung. Ebenfalls mit sehr anschaulichem Bildmaterial klärte der Chefarzt zunächst einmal über die Funktion der Schilddrüse als "Motor" des Körpers und die Aufgaben der Schilddrüsenhormone auf, über typische Symptome der Schilddrüsenüberfunktion, wie z. B. Nervosität, Schlaflosigkeit, Gewichtsabnahme, über typische Symptome der Schilddrüsenunterfunktion, wie z. B. Antriebsarmut, Gewichtszunahme, Müdigkeit, Darmträgheit. Er zählte weitere Krankheitsbilder auf wie die Vergrößerung des Organs oder Knotenbildung, und welche Rolle der Jodbedarf bei der Arbeit der Schilddrüse einnimmt. Herr Dr. Abendschein ging dann über zur Diagnostik. Befragt wird hier die medizinische Vorgeschichte des Patienten, es gibt die Blutuntersuchung, die Tastuntersuchung sowie die apparative Diagnostik, die eine sehr genaue Aussage über den Zustand der Schilddrüse macht. Hierzu zählen die Ultraschalluntersuchung, die Szintigrafie (Untersuchung mittels Kontrastmittel), und die Zytologie (Untersuchung des Feingewebes mittels Punktion). Weiterhin erwähnt wurden Erkrankungsformen der Schilddrüse wie Entzündungen, die eher selten auftreten, oder Schilddrüsenkarzinome verschiedener Form, die in den meisten Fällen mit einer guten Prognose einhergehen. Sehr aufschlussreich für die Zuhörer waren auch die Fragen wann und warum operiert wird sowie die Frage nach den möglichen Operationsverfahren. Bei der Entscheidung für eine Operation gibt es Verfahren von der Isolierten Knotenentfernung über die der Teilentfernung der Schilddrüse bis zur Entfernung der kompletten Schilddrüse. Zur Vermeidung des Risikos einer Stimmbandlähmung während einer Operation gibt es ein neues medizinisches Verfahren, das Neuromonitoring, das in der chirurgischen Abteilung Saarburg routinemäßig angewendet wird und das Risiko einer Stimmbandverletzung beinahe ausschließt. Interessant war die abschließende Aussage, dass die Schilddrüsenerkrankungen in der Bevölkerung in den letzten 20 Jahren abgenommen haben, was auch auf den Verbrauch von jodhaltigem Salz zurückgeführt wird.
Am Ende des jeweiligen Vortrages standen Frau May und Herr Dr. Abendschein für Fragen aus den Zuhörerreihen zu Verfügung. Dieses Angebot wurde für beide Themen gerne angenommen, und es konnten auch hier noch einmal sehr anschaulich und verständlich Fragen beantwortet werden, die den Interessierten weitere Aufklärung gaben.