Express in der Krise

Express in der Krise

TRIER. Das Fachgeschäft "Foto Express" hat Insolvenz angemeldet. Dem Unternehmen droht die Zahlungsunfähigkeit. Inhaber Bernd Ehses ist dennoch optimistisch, dass sein Geschäft die Krise übersteht.

Eigentlich könnte Bernd Ehses zufrieden sein: "Ertrag und Umsatz meiner Firma stimmen", behauptet er, und auch das Angebot sei "up to date" - nur "vom Feinsten" und auf dem modernsten Stand.Kunden bezahlen Rechnungen nicht

So weit die positiven Unternehmensnachrichten aus dem Hause Ehses. Doch den Firmenchef und seine Mitarbeiter beschäftigen ernsthafte Probleme. "Wir haben zwar momentan 40 Prozent mehr Forderungen als Verbindlichkeiten, aber ein Großteil der Forderungen wird einfach nicht bedient", schildert Ehses aus seiner Sicht die Gründe, die ihn zu seinem Antrag auf Insolvenz veranlassten.Tatsächlich hatte Ehses nicht nur mit einigen seiner Kunden Pech, sondern auch mit einem langjährigen Mitarbeiter. Der hatte enorme Beträge veruntreut. Ehses beziffert die Gesamtsumme, die der Langfinger hinter der Ladentheke unterschlagen haben soll, auf einen "hohen sechsstelligen Betrag". Der ehemalige Mitarbeiter wurde zwischenzeitlich zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.Ehses und den vier Vollzeit- sowie zwei Aushilfskräften, die im Foto Express arbeiten, half das indes wenig. Sie können nur hoffen, dass das Unternehmen im Rahmen des angestrebten Insolvenzverfahrens saniert wird. Doch bis dahin werden wohl noch einige Wochen ins Land gehen. So läuft momentan noch ein so genanntes vorläufiges Insolvenzverfahren. Der vom Gericht bestellte Insolvenzverwalter Thomas Schmidt macht sich derzeit ein Bild vom Unternehmen.Unterschlagung verdirbt Bilanz

Schmidt hofft, "dass sich die Einschätzung von Herrn Ehses bewahrheitet", denn auch dem Insolvenzverwalter ist daran gelegen, das Unternehmen zu retten. "Zerschlagen wäre wohl die einfachste Lösung, aber sofern es eine Chance zur Sanierung gibt, werde ich diese ergreifen", verspricht Schmidt. Noch sei es jedoch zu früh für eine umfassende Bestandsaufnahme.Die muss Schmidt voraussichtlich Ende Januar dem Gericht liefern, das dann über die Einleitung des Insolvenzverfahrens entscheiden wird. Dann wird es auch darum gehen, die Gläubiger von einem möglichen Sanierungskonzept zu überzeugen.Unternehmer hofft auf Rettung

Ehses scheint derweil davon überzeugt, dass sein Unternehmen eine Zukunft hat und verweist nicht zuletzt auf das Angebot von Foto Express: Ob mit seinem Digitalservice mit Lasertechnik sowie dem Expressservice - der Fotofachmann sieht sich mit seinem Service für die Zukunft gewappnet.Doch Insolvenzverwalter Thomas Schmidt muss jetzt feststellen, ob Ehses einfach nur Pech hatte oder das Unternehmen auch strukturelle Veränderungen benötigt.