Fallende Sterne gegen das Vergessen

Fallende Sterne gegen das Vergessen

TRIER. (red) Ein Gedenkkonzert zum 27. Januar, Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, ist am Samstag, 31. Januar, 20 Uhr, im Städtischen Museum Simeonstift.

"Fallende Sterne" ist der Titel des musikalischen Gedenkens mit dem ensemble vocal "Grenzgänger", ein Trier-Luxemburger Kammerchorprojekt. Die künstlerische Leitung hat Martin Folz, Veranstalter ist das Emil-Frank-Institut. Das ensemble vocal "Grenzgänger" erinnert in seinem Projekt "Fallende Sterne" an das Schicksal der ermordeten und vertriebenen Komponisten der NS-Zeit. Das Konzertprogramm beinhaltet eine Auswahl an Werken, die in dieser Zeit entstand, ergänzt mit musikalischen Reaktionen der Gegenwart - unter anderem zwei Uraufführungen von Auftragswerken an Alfred Müller-Kranich (Trier) und Camille Kerger (Luxembourg). In den zwölf Jahren des "tausendjährigen Reichs" schrieben die Nazis mit Verordnungen und Verboten die Musikgeschichte um, leugneten den Anteil jüdischer Musiker am deutschen Musikleben oder stellten ihn als entartet und schädlich dar. Für die diffamierten Interpreten und Komponisten bedeutete dies Verfolgung und Berufsverbot. Unzählige Künstler und Intellektuelle wurden aus Deutschland und sogar aus Europa vertrieben oder in Konzentrationslager verschleppt und ermordet - ihr Werk vernichtet, der Vergessenheit ausgeliefert. Vertrieben, aber nicht vergessen - seit etwa 20 Jahren beschäftigen sich Musikwissenschaftler und Historiker mit der Aufarbeitung des verschollenen musikalischen Erbes. Das ensemble vocal "Grenzgänger" - bei der Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Trier an Jean Claude Juncker gegründet - besteht aus 28 Sängerinnen und Sängern aus Trier, unter anderem Mitglieder des Friedrich Spee Chores, und aus Dozenten der luxemburgischen Konservatorien. Weitere Konzert-Termine: 30. Januar, 20 Uhr, Kultur- und Begegnungsstätte Synagoge, Wittlich; 1. Februar, 18 Uhr, Pfarrkirche St. Laurent, Grevenmacher. Infos und Reservierung: Europäisches Zentrum für Chorkultur, www.eurochor.de, Telefon: 0651/ 1455575.