Falsch verbunden

Falsch verbunden

IRSCH/SAAR. Nicht nur für den Brandschutz ist die Freiwillige Feuerwehr Irsch zuständig, sondern neben den ureigenen Aufgaben auch fürs Theaterspielen – und das seit einigen Jahrzehnten. Am Samstag (7. Januar) hat das neue Lustspiel Premiere.

Die Probenarbeit war lang und hart, die Hauptprobe klappte dank bester Vorbereitung und "feurigem Eifer" der Darsteller hervorragend, und das Bühnenbild steht ebenfalls bis auf kleinste Feinheiten: Also kann die Premiere ruhig kommen, wenn es am Samstag (7. Januar, 20 Uhr, Turn- und Mehrzweckhalle) heißt "Vorhang auf" zum neuesten Schwank von der Laienspielgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Irsch mit dem beziehungsreichen Namen "Die Feurigen". Diesmal wollen die Irscher sogar der Nachbarstadt Saarburg Paroli bieten: Mit einem eigenen Krankenhaus, aber - Ministerin Ulla Schmidt sei Dank - nur auf der Bühne. Und weil das Ganze genau dort spielt, geht es auch ziemlich turbulent zu im Verlaufe des lustigen Dreiakters "Wer krank ist, muss kerngesund sein" von Uschi Schilling. Der Titel mit Hintersinn lässt eine gehörige Portion Klamauk und deftigen Humor erwarten. Garantieren dürfte dies zum einen die flotte, szenenreiche Handlung, und zum anderen die urigen Irscher Charakterdarsteller. Ein leibhaftiger Professor, ein Doktor, Krankenschwestern, die ihr Handwerk verstehen, eine pfiffige Putzfrau, die nicht auf den Mund gefallen ist, eine Geliebte von früher sowie ein Psychopath mischen mit und sorgen für mächtig Stimmung auf der Station im Krankenhaus St. Florian in Irsch. Am Ende des spritzigen Drei-Stunden-Stücks reift die Erkenntnis, dass zuviel des Guten (das gilt auch für die Einnahme von Viagra) oft nicht den gewünschten Erfolg mit sich bringt. Als Darsteller mit "Feuereifer" bei der Sache spielen: Jürgen Schu, Lothar Kirchen, Silke Rommelfangen, Christiane Kirchen, Petra Strupp, Monika Baldus, Peter Philipps, Michael Kirchen, Dietmar Adam und Dirk Benzschawel, alles erfahrene Laienschauspieler. Nach Jahrzehnten erfolgreicher Theaterarbeit zieht zum erstenmal nicht Günther Fisch die Regiefäden, sondern ein Regieteam mit Elisabeth Philippi, Ute Dennemark und Lothar Kirchen zeichnet verantwortlich. Kontinuität seit 1929

"Das funktioniert bestens", sagt Wehrführer Franz-Josef Benzschawel und freut sich , dass der freiwillige Rückzug des erfahrenen Theatermanns Günther Fisch kompensiert werden konnte und keine Lücke für das weit über die Grenzen von Irsch bekannte Laienschauspiel entstand. Die Irscher hätten einen sehr guten Ruf zu verlieren, denn das Laienschauspiel hat eine Tradition seit dem Jahr 1929, sagt Benzschawel. Selbst als das dörfliche Laienspiel ringsum nicht mehr so hoch im Kurs gestanden habe, etwa Anfang der 70-er Jahre, sei die Irscher Feuerwehr nicht eingebrochen mit ihren Bühnen-Aktivitäten, sondern habe - entgegen des Trends - jedes Jahr ein neues Stück auf die Beine gestellt. "Unter den Schauspielern geht es ganz demokratisch zu", erläutert Elisabeth Philippi vom Regieteam. Das beginne schon bei der Auswahl des jeweiligen Stücks, bei den Leseproben und auch sonst. Ihren Schritt zur Regie-Arbeit hat sie nicht bereut: "Mir macht das einen Riesenspaß." Karten im Vorverkauf gibt es bei Wehrführer Franz-Josef Benzschawel, Telefon 06581/1555, und an der Abendkasse.