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Fastnacht
Wenn Fetzen fliegen und Männer tanzen

Beim Kampf um die Pokale wie hier die Zerfer Zombies, ist sportlicher  Einsatz angesagt.
Beim Kampf um die Pokale wie hier die Zerfer Zombies, ist sportlicher  Einsatz angesagt. FOTO: Friedhelm Knopp / Volksfreund
Welschbillig. Show, Musik, Tanz und Akrobatik: Beim Männerballettfestival in Welschbillig haben neun Gruppen aus der Region um die Pokale gerungen. Auf Platz eins tanzten sich die Schneeflöckchen vom Isseler Cultur Verein mit „Auf der Suche nach Stille“. Von Friedhelm Knopp

. Wenn es einmal im Jahr heißt „Bühne frei für die tanzenden Jungs“, dann wackelt beim KV Welschbillig die Kulturhalle. Sie ist auch mit rund 500 Gästen ausverkauft. Das meist junge und maskierte Publikum  kommt aus der gesamten Region, die Welschbilliger sind in der Minderheit. Es sind karnevalistische Schlachtenbummler, die „ihre“ Truppe lautstark anfeuern werden.

Ach ja „lautstark“ – der bewährte Moderator Matthias Schmitz, kurz Mätti, weiß, wie man mit frechem Mundwerk den vollen Saal vorheizt. Tatkräftig hilft dabei mit Rock- und Stimmungsstücken die bekannte Band „Kamelle Kapelle“. Dann lässt Oberschiedsrichterin Anja May die Startfolge auslosen, die siebenköpfige Jury bezieht Position und ab geht die Post vor den tobendem Fans.

Die ersten auf der Bühne sind die Jungs vom KV Welschbillig – wie jedes Jahr außer Konkurrenz. Mit ihrem „Hard-Rock-Café“ lassen sie die (Café-)Fetzen fliegen, zeigen, „wo dem Frosch die Locken wachsen“,  und heizen die Bühnenbretter vor. „Eine aggressive Nummer“, lästert Mätti und kündigt schon als erste Wettbewerber die „Divers“ aus Ralingen an (Trainerin Susanna Kirsch).

Die Jungs von der Sauer gehen es ruhiger mit viele Revue an, ohne aber ganz auf Akrobatik zu verzichten. Das Männerballett (MB) „Immer durstig“ Orenhofen (Training Sandra Schmitz und Iris Heinz) entert uniformiert in  militärischer Formation die Bühne. Doch im Lauf des rasanten Showtanzes gelingt nach fliegendem Klamottentausch  der Wechsel ins Zivilleben.

Im Anschluss der Showtanz des Kordeler MB „Uncoachables“ (Training Anne-Lena Engelke, Sandra Leitzgen). Das ist die Truppe mit der kürzesten Anreise, aber Lichtjahre weit reichender Fantasie: „Star Wars“ mit Laser-Schwertern und den bekannten guten und bösen intergalaktischen Figuren. Die Kordeler gehen als Mitfavoriten ins Rennen, holten den ersten Platz am Vorabend in Trier-Zewen und den vierten Vorjahresplatz in Welschbillig.

Es gibt kreischende Anfeuerungen bei den galaktischen Abenteuern – die Fangemeinde wohnt im Nachbarort. Grausig-gruselig mit viel blutiger Kostümfantasie kommen die „Zombies“ vom MB Zerf (Training Maran Steier). Die Untoten aus dem Hochwald lassen keine bekannte Horrorfilmfigur aus und stellen sie zu einer Choreografie mit Akrobatikeinlagen zusammen. Eine akrobatische Showtanzreise nach Mexiko präsentiert  das MB der „Trattemer Koadern“ (Training Roman Steffen, Nadine Kahr), wobei eine gute Choreografie, ohne große Knalleffekte deutlicher Schwerpunkt ist.

Die „Bühnentaucher“ vom KV „Bugrammer Narrenschiff“ (Training Nadine Krems, Maike Trippen) aus St. Aldegund haben alt­ägyptisches Kostüm im Gepäck für „Der Sarkophag ist unser Heim“. Die Mittelmoselaner bieten Antikes vom Nil mit viel Glitzer, starker Akrobatik  und Mumiengrusel. Ein vielbejubelter Beitrag, der bei der Jury Folgen haben wird. Mit „Circo de Emociones“ legt das MB vom KV Noswendel mit Clownerie eine tänzerisch-akrobatische Glanznummer auf die Bretter – die Saarländer haben im vorigen Jahr den zweiten Platz geholt und gelten als Mitfavoriten.

Dann kommt das MB aus Waldweiler, eine vereinslose Truppe (Training Jana Vogel, Lisa Conter) und legt mit „Baywatch“ eine Show hin, die das weibliche Publikum zum Kreischen bringt: viel nackte Haut mit akrobatischen Einlagen.

Für den Abschlussknall sorgen die umjubelten „Schneeflöckcher“ vom Isseler Cultur Verein (Training Julia Kehr, Karoline Feltes, Anna Deutsch, Katharina Kreusch) mit „Auf der Suche nach Stille“. Die mystische Bühnenshow vor aufweändiger Kulisse wird begeistert gefeiert, und auch die Jury wirkt überzeugt.

Am Ende verkündet Mätti im längst kochenden Saal das Ergebnis:  Zum dritten Mal holen die Isseler den ersten Platz, dürfen den altenWanderpokal behalten und holen den von Mätti Schmitz und Anja May gestifteten neuen Pokal auch noch mit. Zweiter Platz: Bugrammer Narrenschiff aus St. Aldegund. Platz drei: KV Noswendel.

Aif den weiteren Plätze sind: KV Kordel, AG Karneval Zerf, KV Trattemer Koadern, MB Orenhofen, MB Waldweiler und MB Ralingen.