Geschenke aus dem All

Geschenke aus dem All

TRIER. (cofi) 150 Kinder aus neun Hauptschulen nehmen diesmal an "JuMuTh" teil. Mit "Entdeckungsreise Planeten" feiern sie im Februar Premiere.

TRIER. (cofi) "In so kurzer Zeit so etwas Großes auf die Beine zu stellen, hat uns allen gut gefallen. Das war für alle ein Gefühl, das man für die Zukunft mitnehmen kann", sagt Katrin Köntges, eine der rund 190 Schüler des Auguste-Viktoria-Gymnasiums, die im vergangenen Sommer am Pilotprojekt zum Jugend-Musik-Theater "JuMuTh" in der Tufa teilnahmen. Hinter "JuMuth" verbirgt sich eine Mammut-Musical-Produktion, die unter Anleitung verschiedener Dozenten komplett von Kindern umgesetzt wird: von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit über Technik, Bühnenbild und Maske bis zum Auftritt als Tänzer, Sänger und Schauspieler.Komplette Show in drei Tagen

Dazu haben sie nur drei Tage Zeit. Am Ende sollen sie eine bühnenreife Show präsentieren. An der aktuellen Produktion unter Leitung von Beatrice Bergér werden vom 10. bis 13. Februar rund 150 Kinder aus neun Hauptschulen teilnehmen. Regie führt der aus Marokko stammende und in Hannover tätige Fettah Diouri. "Die Arbeit mit Hauptschulen ist ein heißes Pflaster: Man kann sich verbrennen, aber auch wärmen." In Hannover arbeitet Diouri seit über zehn Jahren mit Hauptschülern in ähnlichen Projekten in Kooperation mit der Stadt unter dem Titel "Hauptschulen in Bewegung". "Die Arbeit ist nicht leicht, aber sehr aufregend. Auch ich lerne durch jedes Projekt etwas Neues dazu. Es gibt keine Probleme, nur Herausforderungen, und an die Schüler stelle ich nur die Erwartung, dass sie mitmachen." Wichtig sei es, den Kindern und Jugendlichen das Wort zu geben, sie ernst zu nehmen. "JuMuTh" sei eine bessere Alternative zu Aktionen wie Fernseh-Casting-Shows, wo nur der Einsatz von Ellbogen Erfolg bringe, sagen die Dozenten, die den jungen Theater-Machern zur Seite stehen, darunter Vera Ilieva, Ella Woods, Birgit Hoffmann und Marina Idaczyk. Schüler können das Trierer Projekt, das auch in anderen Städten Schule gemacht hat, als Plattform nutzen, um nach eigenen Fähigkeiten aktiv zu werden. "Wir erhoffen uns damit, dass jeder die Anerkennung bekommt, die ihm zusteht", so Mike Dregger, Dozent für den Bereich Musical/Keyboard. Kreatives Schaffen ist die Motivation und das gemeinsame Erlebnis der Projektarbeit, das Einstehen für die anderen Teilnehmer und das Training sozialer Kompetenzen der Gewinn, den die Teilnehmer aus der Aktion ziehen können. "Jeder ist wichtig", sagt Projektleiterin Beatrice Bergér. "Hier ist es möglich, Formen zu finden, die bei der täglichen Konfliktlösung helfen können." Das Stück mit dem Titel "Entdeckungsreise Planeten", das die Hauptschüler einstudieren werden, stammt aus der Feder von Schriftsteller Scot Jefferies. Es thematisiert die Suche nach dem Sinn des Lebens, das Entdecken und Nutzen positiver Energien. Auf einer Reise ins Weltall erhält eine Gruppe Kinder und Jugendlicher von den Bewohnern verschiedener Planeten magische Geschenke, die sie zur Erde zurückbringen wollen, um dort den Weg in eine bessere Zukunft zu ebnen. "Nur durch solche Projekte wie JuMuTh kann man die Zukunft bauen", sagt Regisseur Diouri. Premiere ist am Sonntag, 12. Februar, 19 Uhr, im großen Saal der Tufa. Weitere Aufführungen: 13. Februar, 17.30 und 20.30 Uhr. Informationen im Internet: www.jumuth.de.