Geschichte : So waren die ersten Computerspiele

Geschichte : So waren die ersten Computerspiele

Über Abgründe springen, mit einem Raumschiff fremde Welten erkunden, den Gegner im Tennis besiegen: Das geht alles in Computerspielen. Aber wie sahen die ersten Spiele aus? Wer waren die ersten Spielhelden und -bösewichte? Das erfahrt ihr auf dieser Seite. Auch, wer der gelbe Typ ist, der diesen Text fressen will ...

Andreas Lange leitet ein Museum für Computerspiele. So etwas gibt es in der Stadt Berlin. Das Besondere daran ist: Im Museum finden Besucher vor allem alte Spiele. Besonders stolz ist Lange auf einen gelben Spiele-Automaten. "Pong" steht darauf.

Pong war eines der ersten richtig erfolgreichen Spiele. Es funktioniert ein bisschen wie Tischtennis: Auf dem Bildschirm sieht man einen weißen Punkt. Statt eines Schlägers bewegt man einen weißen Strich, um den Ball aus dem eigenen Feld zu halten. Vor ungefähr 40 Jahren waren Computer für die meisten Menschen noch viel zu teuer. Deshalb gab es Automaten, die irgendwo aufgestellt waren. Um damit zu spielen, musste man erst Münzen einwerfen - und für jedes einzelne Spiel bezahlen.

Ein anderes Spiel, das besonders beliebt war, heißt Space Invaders (gesprochen: späis inväiders). Das heißt auf Deutsch "Weltraum-Angreifer". Kleine, bunte Wesen bewegen sich da über den Bildschirm. Die muss man abschießen, bevor sie an den unteren Bildschirmrand kommen.

Berühmt wurde das Automatenspiel Pac Man. Vier Geister versuchen in einem Labyrinth, den gelben Pac Man einzufangen. Dabei muss der auch noch nebenbei Pillen in den Gängen aufsammeln - oder auffressen, denn Pac Man hat keine Finger, nur einen großen Mund. Pech für die Geister: Bestimmte Pillen geben Pac Man die Kraft, selbst auf Geisterjagd zu gehen. Sind alle Pillen eingesammelt, geht es in die nächste Runde. Später wurden die ersten Spiele-Konsolen entwickelt.

Konsolen sind Computer, die eigens für Videospiele erfunden wurden. Sie waren günstiger als Computer, auch weil man sie an den Fernseher anstöpseln konnte. Bald gab es verschiedene Spiele, die man auf diesen Konsolen nutzen konnte - von Autorennen bis zu Ballerspielen. Auch Pac Man fand seinen Weg auf die Konsolen. Kurz danach gab es auch die ersten Computer für zu Hause.

Der bekannteste Computer damals war der C64. Weil er so klobig aussah, hatte er auch den Spitznamen Brotkasten. Der C64 konnte eine Menge leisten - mit ihm konnte man auch Musik machen oder Texte schreiben. Auch die Spiele wurden komplexer. In Winter Games (gesprochen Winntär gäims) müsst ihr etwa euer Können im Eislauf, Schanzensprung oder Bobfahren beweisen.

Damit ist die Geschichte der ersten Videospiele aber noch nicht zu Ende: Der GameBoy (gesprochen Gäimboi) erlaubte es, auch draußen oder im Auto sitzend zu spielen. Unter den Spielen für diese mobile Konsole wurde vor allem ein Schiebepuzzle namens Tetris bekannt. Das Spielprinzip: Herabfallende Steine unterschiedlicher Größe müssen so geordnet werden, dass sie eine Reihe bilden. Ist dies geschafft, verschwindet die Reihe. Wenn nicht, entsteht allmählich ein Berg von Steinen - und das Spiel ist vorbei, sobald der Berg den oberen Rand des Spielfelds erreicht.

Alte Computerspiele spielen die Besucher im Museum in Berlin heute immer noch gern, erzählt der Museumsdirektor. Manche der hier genannten Spiele kann man dort spielen. "Ob ein Spiel Spaß macht oder nicht, hängt eben nicht von der Technik ab." Sondern von der Idee. dpa/mc