Getanzte Reise um die Welt

Getanzte Reise um die Welt

TRIER. Ein stürmischer Abend wurde den Zuschauern in der Tuchfabrik versprochen. Nicht nur am Abendhimmel. Auch auf der Bühne des großen Saals standen dafür die Prognosen gut. Dort entfesselten die über 150 Protagonisten einen Wirbelwind an tänzerischem Talent, Bewegungsfreude und Körperlichkeit.

Nicht erst seit der Fernsehshow "Let's dance" liegt Tanzen im Trend. In der Tufa bieten Dozenten bereits seit vielen Jahren Kurse von Ballett bis Hip-Hop an. Auf die Reklame aus der Flimmerkiste mussten die Tufa-Tanzkurse indes nicht warten, um über 150 Tänzer und Tänzerinnen bei der jährlichen Mega-Tanz-Show auf die Bühne zu bringen. Denn bei den Tufa-Tanz-Tagen rühren die Tanzbegeisterten selbst auf hohem Niveau die Werbetrommel für die schönste Form, der Seele mit dem Körper Ausdruck zu geben. Mit Metallplatten unter den Schuhen und Holzplatten auf dem Boden begannen die Tänzer den Reigen. Sechs kleine Mädchen steppten die Jagd von Inspektor Clouseau und dem rosaroten Panther zur Musik von Henry Mancini in Trenchcoats und mit rosa Ohren. Salseras strahlen pure Lebensfreude aus

Eine Mischung aus irischer Fußarbeit und lateinamerikanischem Rhythmus zeigte die Steptanzgruppe von Vera Orth mit "Latin Celts", und natürlich fehlte auf der ersten Welt-Tanz-Reise auch der obligatorische "Lord of the Dance"-Beitrag vom Möhnenverein Dreis nicht. Nächste Station nach dem poetischen "Voyageur Immobile" der kreativen Jugendtanzgruppe vom Duo Alice Andersson/Alexandra Dietze machten die Ballerinas der Jugendballettklasse von Petra Blumbach klassisch zu Jacques Offenbachs "Gaité Parisienne". Der anfänglich versprochene Sturm wandelte sich schließlich in ein feuriges Inferno: Salsa. "Micaela", der Frau, die sich, von den kolumbianischen Hitmachern der Gruppe "La sonora carusseles" besungen, so fantastisch zur Musik zu bewegen weiß, wollten es die Tänzer auf der Bühne gleichtun. Die Salseras schwangen die Hüften, die Paare drehten sich und strahlten pure Lebensfreude aus. Heiß sollte es bleiben, aus Lateinamerika ging die Reise nach Spanien. Daniela Lodani und ihre Tochter, begleitet von Gitarrist Reza Soliman, brachten Flamenco in Bestform auf die Bühne. Entflammt, dabei blieb das Motto auch bei den orientalischen Schönheiten der Medium-Orientaltanzgruppe, die bei den Erzählungen über die erste Liebe im Lied "Alanar" nicht nur die Herzen des Publikums entflammten, sondern auch Tanzlaune in Hüften und Füße pflanzten. Mittanzen hieß es vor der Pause. Dazu animierten Alice Andersson und Maja Hehlen. Und zu Juanes' "La camisa negra" schauten sich die Zuschauer tief in die Augen, wackelten mit der Körpermitte und warfen die Arme in die Höhe. Eine bewegende Vorstellung legten die Tanzgruppen "ExisTanz" und "BewegGrund" nach der Pause ab.Bewegende Darbietung einer integrativen Gruppe

Unter Leitung von Maja Hehlen präsentierten behinderte und nichtbehinderte Menschen gemeinsam das 13-minütige Tanzstück "W.I.R.", mit dem sie in einigen Wochen im Grand Théatre im benachbarten Luxemburg auftreten werden. So bunt gemischt und abwechslungsreich wie der erste Teil blieb die Show bis zum Schluss. Ob modern mit Hip-Hop zu "They don't Want Music" von The Black Eyed Peas, die vier Jahreszeiten als klassische Ballettversion, eine Orientaltanz-Performance der Fortgeschrittenen-Klasse oder ein erneuter Ausflug ins Lateinamerikanische - die Vielfalt der Präsentation, was Tanz sein kann, nahm bis zum Schluss kein Ende. In schrillen Kostümen und ausgefeilter Choreografie war das Finale der Musical-Step-Gruppe vorbehalten, die auf den Zug zum Starlight-Express sprang und bei der Rocky-Horror-Picture-Show mit dem "Time Walk" ausstieg.