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Gibt es auch viele Blindgänger in der Mosel?

So kann eine alte Bombe, die noch nicht explodiert ist, auch aussehen. Foto: Uwe Anspach
So kann eine alte Bombe, die noch nicht explodiert ist, auch aussehen. Foto: Uwe Anspach
Koblenz/Trier. Durch das extreme Niedrigwasser des Rheins ist eine erschreckende Zahl an Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg zutage getreten. Der Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz ist seit Tagen im Dauereinsatz und am Sonntag muss zur Entschärfung einer Riesenbombe halb Koblenz evakuiert werden. Auch an der Mosel bei Trier gab es 1945 schwere Luftangriffe auf die Eisenbahnstrecken und Brücken entlang des Flusses.

Daher die Frage an den technischen Leiter des Kampfmittelräumdienstes, Horst Lenz: "Ist es denkbar, dass sich im Moselflussbett bei Trier ähnlich viele Blindgänger verbergen?"
Lenz: "Das kann ich nicht ausschließen. Nur fällt die aufgestaute Mosel nie so extrem trocken
wie derzeit der Rhein, daher bleibt vieles verborgen."

Durch die Auswertung alter Luftaufnahmen der Alliierten lassen sich oft Blindgänger im Boden orten. Ist so eine gezielte Suche auch in der Mosel möglich?"
Lenz: "Wie sollte das funktionieren, die Luftbilder zeigen nur die Wasseroberfläche, nicht was darunter liegt. Grundsätzlich ist in einem Fluss keine gezielte Suche möglich. Wer das behauptet, redet Unsinn."

Können Blindgänger im Flussbett nach so langer Zeit selbstständig detonieren?
Lenz: "Das hängt von der Bauart des Zünders ab. Bei einigen Typen lässt sich auch das leider nicht ausschließen." f.k.