Köln: Glauben, wollen – nicht müssen!

Köln : Glauben, wollen – nicht müssen!

Ein Muss, betont Sport-Geschäftsführer Armin Veh, sei der Aufstieg des 1. FC Köln in die Bundesliga in dieser Saison nicht unbedingt. Wichtiger sei ein kontinuierlicher Aufbau im Team der Rheinländer.

(dpa) Unaufgeregt, augenscheinlich in sich ruhend, sachlich. So präsentierte sich Armin Veh kurz vor Wiederbeginn der 2. Fußball-Bundesliga in seinem Büro am Geißbockheim, als er im Interview der Deutschen Presse-Agentur über die Aufstiegs-Pflicht des 1. FC Köln, den schwierigen Fall Anthony Modeste, Lukas Podolski oder Personalplanungen philosophierte.

Seit Dezember 2017 ist der gebürtige Augsburger Geschäftsführer Sport bei den Rheinländern und musste in seinem ersten Jahr den Abstieg in die Zweitklassigkeit erleben. Aktuell ist die Zielsetzung klar: 2019/20 wieder erstklassig zu sein. Auf jeden Fall? „Diese Frage stellt sich nicht für mich. Denn ein Sportler würde nie so denken.“ Im Fußball sei vieles planbar, „aber eben nicht zu 100 Prozent. Und auch nicht zu 90 oder zu 80.“

Mit Understatement habe das vor dem Wiederbeginn an diesem Donnerstag mit dem Auftritt des Markus-Anfang-Teams beim 1. FC Union Berlin nichts zu tun. „Aber damit, dass es so viele Unwägbarkeiten gibt. Andererseits glaube ich fest daran, dass wir es schaffen.“ Ein Muss, vor allem in finanzieller Hinsicht, sei der Aufstieg indes nicht. Die Welt gehe nicht unter, schaffe man es nicht in diesem Jahr. Wohl aber sei es schon der Anspruch, am Ende der Saison wieder erstklassig zu sein.

Diffizil, das räumte Veh ein, seien die strukturellen Herausforderungen. „Schwierig ist es immer dann, wenn du nicht planen kannst, in welcher Liga du spielst. Im Prinzip musst du sagen: Schaffen wir es diesmal nicht, brauchst du eine Mannschaft, die es eine Saison später schafft. Du brauchst aber auch eine Mannschaft, die, wenn du aufsteigst, drin bleibt.“

Mit Johannes Geis vom FC Schalke 04 und Florian Kainz von Werder Bremen kamen in diesem Winter schon zwei erstligaerfahrene Profis nach Köln. Für die kommende Saison ist der Kieler Rechtsaußen Kingsley Schindler schon fest verpflichtet. Und natürlich ist da noch Anthony Modeste, dessen Rückholaktion aus China im November „auf jeden Fall mehr Chance als Risiko“ war. Der französische Torjäger sei trotz noch fehlender Spielberechtigung „eine Investition in die Zukunft. Das sagt mir mein gesunder Menschenverstand“, betonte Veh.

Und was ist mit der Kölner Fußball-Ikone Lukas Podolski? „Das wurde ich schon so oft gefragt, aber das ist ein Thema, das derzeit nicht aktuell ist“, sagte Veh über den 33 Jahre alten früheren Nationalspieler, der noch bei Vissel Kobe in Japan unter Vertrag steht. Podolski sagte kürzlich, er verhandele jetzt nicht mit dem FC, es habe auch keine Gespräche wegen einer Rückkehr gegeben. „Es ist nicht heiß.“

Wo der 1. FC Köln in fünf Jahren steht – das weiß Veh, der am Freitag 58 Jahre alt wird, nicht zu beantworten, „weil ich keine hellseherischen Fähigkeiten habe“. Aber er und seine Mitstreiter wie Trainer Anfang und Finanz-Geschäftsführer Alexander Wehrle wollen um eines kämpfen: „Den 1. FC Köln dorthin zu bringen, wo er hingehört: in die Bundesliga.“

Und das mit einer Mannschaft, die ordentlich Fußball spiele, mit der sich die Fans identifizieren können. „Und wir wollen keine Querelen im Verein haben, sondern sauber und sachlich arbeiten.“

(dpa)