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Goldregen für die Meister

Kreishandwerksmeister Herbert Tschickardt und Kammerpräsident Hans-Josef Jänschke gratulierten den Jubilaren zum goldenen Meisterbrief. Von links: Peter Oberbillig, Paul Kaschenbach, Hans Press, Helmut Fusenig, Herbert Tschickardt, Hans-Josef Jänschke, Karl-Günther Jutz, Ernst Hau, Alois Eiden.Foto: Regina Lüders
Kreishandwerksmeister Herbert Tschickardt und Kammerpräsident Hans-Josef Jänschke gratulierten den Jubilaren zum goldenen Meisterbrief. Von links: Peter Oberbillig, Paul Kaschenbach, Hans Press, Helmut Fusenig, Herbert Tschickardt, Hans-Josef Jänschke, Karl-Günther Jutz, Ernst Hau, Alois Eiden.Foto: Regina Lüders
TRIER. (lüd) Delegierte der Handwerksinnungen vom Buchdrucker- bis Zimmerermeister haben sich am vergangenen Donnerstag im Gebäude der Handwerkskammer ein Stelldichein mit regionalen Partnern aus Wirtschaft und Politik gegeben. Sieben Jubilare empfingen dort ihre goldenen Meisterbriefe.

Als Peter Oberbillig seinen Meistertitel erhielt, mahlte die deutsche Arbeits- und Jobmühle auch im Handwerk gerade auf Hochtouren. Oberbillig: "An eine 38-Stunden-Woche war damals gar nicht zu denken." Mittlerweile ist alles anders: "Das Handwerk stirbt langsam und leise", sagt Handwerkskammerpräsident Hans-Josef Jänschke. Mehr als jeder sechste Handwerker gibt auf. Dennoch: In einem Berufsbild, das "so alt wie die Pyramiden und so jung wie die Raumfahrt" sei, stelle der Meistertitel immer noch eine "Wertmarke" dar. Und: deutsches Handwerk stünde für geschätzte Qualität und Renommee. 1100 unternehmergeführte Handwerksbetriebe aus 31 Innungen vertritt die Kreishandwerkerschaft. Im Kampf mit den "immer schwierigeren Vorraussetzungen und Anforderungen", hilft das eigentliche Repräsentationsorgan nun auch zunehmend tatkräftig mit - unter anderem mit Angeboten zur Rechts- und Finanzberatung. "Hätte es das doch schon vor fünfzig Jahren gegeben", sagt Peter Oberbillig, einer der Jubilare, die den goldenen Meisterbrief in Empfang nehmen durften. Rechnungsberge und Mahnungshügel hat er dennoch immer erfolgreich bewältigt. "Handwerksunternehmer im Klein- und Mittelstand sind Kämpfernaturen", analysiert Schlossermeister Hans Hase die Mentalität der Anwesenden. Man müsse Durchhaltevermögen und Biss haben, die Ärmel hochkrempeln und in Nischen wühlen.