Gomo

Ein Jutesack auf der Suche nach seinem Hund: Was sich wie eine Fortsetzung von "Little Big Planet" anhört, entpuppt sich als nettes Adventure, das leider mit einigen Problemchen zu kämpfen hat.

Ein Vergleich, der sein muss: Viele Adventure-Fans werden sich bestimmt an "Machinarium" erinnern, das 2009 erschien und durch seinen eigenwilligen Charme überzeugte: Liebevoll gezeichnete Hintergründe, pfiffige Rätsel, eine düstere Atmosphäre und ein genialer Soundtrack sorgten für jede Menge Unterhaltung. Gleichzeitig führte das Spiel einen eigenen Grafikstil in das Adventure-Genre ein.

Grobe Richtungsangabe


Die Entwickler der Fishcow Studios hatten gewiss "Machinarium" zum Vorbild, wenn man ihr Werk betrachtet: "Gomo" wirkt vielleicht nicht ganz so detailliert, was die Grafik angeht, aber einige optische Parallelen lassen sich nicht abstreiten. Doch damit hören die Vergleiche wohl auch größtenteils auf: Denn anders als "Machinarium", richtet sich Gomo wohl eher an ein jüngeres oder unerfahrenes Publikum.

Wenn sich der kleine, knuffige Held, der übrigens scheinbar nur aus Stoff besteht, auf die Suche nach seinem Hund macht, entwickelt sich eine kurzweilige Geschichte. Sein treuer Vierbeiner wurde nämlich von fiesen Außerirdischen entführt, was der Story eine interessante Richtung gibt. Doch anstatt frei herumzustreunen, läuft unser Held lediglich auf fest definierten Bahnen. Mit Objekten wird durch einen simplen Mausklick interagiert, sobald man sich in der Nähe befindet. Auf diese Art lassen sich übrigens auch die meisten Rätsel lösen: Ein Objekt finden, das man aufnehmen kann; danach etwas weiterlaufen; anschließend versuchen, ob das Objekt mit was anderem zu kombinieren ist - was meist der Fall sein wird. Von echten Rätseln kann hier dann kaum die Rede sein. Andere Kopfnüsse hat man zu Hauf bereits in ähnlichen Titeln gesehen.

Leichte Kost

Dennoch entfaltet Gomo seinen eigenen Charme durch den minimalistischen Stil, der aufgrund der spärlich animierten Figuren manchmal etwas zu simpel erscheint - hier dürften die Entwickler ruhig mehr Zeit investieren. Apropos Zeit: Bereits nach gut eineinhalb Stunden ist die Story bereits zu Ende erzählt und der Abspann flimmert über den Bildschirm.

Für Adventure-Fans dient Gomo daher lediglich als kleiner Happen für Zwischendurch. Neulinge des Genres und junge Spieler hingegen werden wohl etwas mehr Freude daran haben - auch wenn die Spielzeit unglaublich kurz für solch einen Titel daherkommt.

Fazit

Auch wenn der Sound stimmig erscheint und die Story für einige Lacher gut ist, hätten die Fishcow Studios doch etwas mehr aus dem Spielchen rauskitzeln und mehr Mut beweisen können. Viele gute Ansätze sind nämlich durchaus vorhanden - nur leider wurden sie nicht ganz zu Ende geführt, was sich in der altmodischen Steuerung und den viel zu einfachen - manchmal sogar unlogischen - Rätseln niederschlägt. Aber wer weiß: Vielleicht ist ein zweiter Teil bereits geplant - es gäbe da eine Menge gute Ideen, wie der Spaß weitergehen könnte.

Genre: Adventure, Puzzle
Für: PC // Entwickler: Fishcow Studio // Publisher: Daedalic Entertainment
Spieler: 1 // Online: nein // USK: ab 6 Jahren
Internet: http://www.playgomo.com/index2.html