Großes Krabbeln

Großes Krabbeln

Hey, liebe Kinder! Ich bin's, euer Lucky! Neulich hatte ich eine spannende Begegnung. Ich wanderte so durch den Wald, bis ich auf einen ganz besonderen "Berg" traf. "Nanu, was ist denn hier los?

", wunderte ich mich. Ein mehr als ein Meter hoher Haufen türmte sich vor mir auf, bedeckt mit kleinen Tannennadeln und Ästchen. Und als ich mir das Ganze aus der Nähe ansah, krabbelte es da drin hundert- und tausendfach. Ich hatte einen Ameisenhaufen gefunden!!

Das ist ein meisterliches Bauwerk, denn allein der sichtbare Teil eines Ameisenhaufens ist für die Ameisen etwa so groß wie der Trierer Dom oder die Basilika für Menschen! Ein Ameisenstaat ist etwas ganz Besonderes. Denn keine Ameise kann für sich alleine leben, sie können nur als Staat existieren und sind voneinander abhängig.

Ameisen sind sehr fleißig und nützlich. Und zwar so nützlich, dass sie sogar als ganze Völker ins Ausland verfrachtet werden, um dort in den Wäldern mal gründlich "aufzuräumen". Ameisen jagen nämlich viele Insekten, darunter auch diejenigen, die die Wälder schädigen. Ameisenhügel sind oft mehr als einen Meter hohe Bauten, in denen mehr als eine Million Tiere lebt. Der größte Teil eines Ameisenhaufens liegt oft unter der Erde.

Das ganze Bauwerk besteht aus Gängen, Kammern, Vorratslagern und Kinderkrippen, aus Arbeitersiedlungen und königlichen Gemächern für die Ameisenkönigin. Denn auch wenn es aussieht, als wuselten alle chaotisch durcheinander, ist so ein Ameisenvolk streng geordnet. Es gibt zum Beispiel eine Königin, die von ihrem Volk geschützt und bedient wird. Sie ist auch die Einzige, die Eier legen darf. Die meisten Untertanen sind dagegen nicht fortpflanzungsfähige Arbeiterinnen. Sie bauen, flicken und verteidigen das Nest, sammeln Nahrung und kümmern sich um den Nachwuchs der Königin.

Das Wundersame an einem Ameisenhaufen ist die Tatsache, dass seine Bewohner ihr Bauwerk pausenlos umbauen. Vor allem die äußere Hülle wird immer wieder verändert. Das haben Wissenschaftler herausgefunden, die die kleinen Ästchen außen auf dem Hügel farblich markierten. Sie wurden von den Ameisen bald weggetragen, kamen nach einigen Wochen aber wieder zum Vorschein. Mit diesem Umschichten schützen die Ameisen ihre Behausung davor zu faulen oder sonstwie zu verderben.

Ständige Veränderungen gibt es auch bei den Eingängen: Sie werden geschlossen oder geöffnet, ganz wie die Ameisen es durch Sonne, Wärme oder Wind brauchen. Ist es in der Ameisenstadt zu warm, öffnen die Ameisen die Ausgänge und stellen auf Durchzug. Umgedreht kommen die Ameisen bei Sonne aus dem Bau, lassen sich bestrahlen und bringen mit ihren Körpern die Wärme in den Bau - einfach genial finde ich das!

Wer diese Wunderwerke der Natur beobachten will: Denkt daran, Abstand zu halten und die Tiere nicht zu stören. Die wehren sich sonst nämlich mit Ameisensäure, und das brennt ganz schön! Liebe Grüße

euer Lucky