Grüne wollen täglich 70 Güterzüge durch die Eifel rollen lassen

Grüne wollen täglich 70 Güterzüge durch die Eifel rollen lassen

In der Verkehrspolitik wird sich die rot-grüne Landesregierung einfach nicht einig. Jüngstes Beispiel: Die Grünen wollen Güterzüge auf die Eifelstrecke zwischen Trier und Köln verlagern. Die SPD hält den Plan für unsinnig.

Trier/Mainz. Lückenschluss A 1, die Flughäfen Hahn und Zweibrücken und jetzt auch noch die Verlagerung von Güterverkehr auf die Bahnstrecke von Trier-Ehrang nach Köln (Eifelstrecke): Die rot-grüne Landesregierung ist sich in Sachen Verkehrspolitik nicht grün. Bei folgenden Projekten knirscht es:

Eifelstrecke: Die Grünen wollen Teile des Güterverkehrs von den Bahnstrecken im Mittelrheintal verlagern. Damit sollen die Bewohner dort von Lärm entlastet werden. Entlang des Rheins fahren heute täglich 400 Güterzüge, beispielsweise aus Frankreich über das südlich gelegene Straßburg kommend. Ebenso gut könnten die Züge über Luxemburg und Trier-Ehrang nach Köln fahren. "Als Lösung sehen wir die Möglichkeit, Teile des Güterverkehrs auf bereits vorhandene Strecken wie die Eifelstrecke umzuleiten", sagt Grünen-Landeschefin Britta Steck. Laut Umweltbundesamt soll die weitgehend eingleisige und nicht elektrifizierte Strecke zum "Überlaufventil" für Güterverkehr aus Frankreich werden, was auch die Moselstrecke zwischen Trier und Koblenz entlasten würde. Von 70 Güterzügen pro Tag ist die Rede, die via Gerolstein und Euskirchen rollen sollen.
Während auch die oppositionelle CDU die Eifelstrecke als Alternative ansieht, ist die Landes-SPD gegen solche Überlegungen. Aus dem vom SPD-Chef Roger Lewentz geführten Verkehrsministerium heißt es, die teilweise steile Eifelstrecke sei nicht für Güterverkehr geeignet.

A-1-Lückenschluss: SPD und Grüne ringen um die Fertigstellung der letzten 25 Kilometer der Eifel-Autobahn. Die Grünen sind dagegen, die SPD sieht die Notwendigkeit des Lückenschlusses.

Flughäfen: Den Grünen ist ein Dorn im Auge, dass das Land die Flughäfen Hahn und Zweibrücken mit Steuergeld am Leben erhält, die SPD argumentiert mit den Tausenden von Arbeitsplätzen, die im Hunsrück und in der Pfalz davon abhängen.
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