Hallenfußball einmal anders

Hallenfußball einmal anders

Am kommenden Sonntag stehen sich in der Sporthalle in Neuerburg erstmals Fußballvereine beim Futsal gegenüber.

Neuerburg. (dab) Futsal wird auf dem gleichen Spielfeld wie der Hallenfußball gespielt, die Tore haben die gleiche Größe. Der Futsal-Ball ist kleiner und schwerer, weswegen er kaum aufspringt. Hohe Bälle werden daher nicht gespielt. Flach und schnell spielen, das ist das Erfolgsrezept beim Futsal. So erlaubt eine Vier-Sekunden-Regel bei Freistoß, Abwurf und Einkick erst gar keine langen Spielverzögerungen.Mit dieser in Deutschland noch recht neuen Sportart beschäftigt sich Markus Fandel seit einem Jahr besonders intensiv. Der Bruder von Fifa-Schiedsrichter Herbert Fandel ist einer von rund einem Dutzend DFB-Futsal-Schiedsrichtern in Deutschland und gleichzeitig Geschäftsführer der DJK Utscheid. So entstand die Idee, den Futsal-Sport auch einmal in der Eifel auszuprobieren: Am Sonntag steigt in der Sporthalle in Neuerburg das erste Futsal-Turnier für Senioren im Fußballkreis Eifel. "Grätschen und das Rempeln mit der Schulter sind beim Futsal nicht erlaubt, und es wird ohne Bande gespielt", weist Markus Fandel auf zwei weitere entscheidende Unterschiede zum Hallenfußball hin. Außerdem würden ähnlich wie beim Basketball die Mannschaftsfouls gezählt und entsprechend bestraft. Beginn des Futsal-Turniers ist um 12.30 Uhr. Sieben Stunden lang stehen sich Mannschaften verschiedener Klassen gegenüber: Senioren-Mannschaften von der Bezirksliga bis zur D-Klasse sowie Frauen-Mannschaften sind in Dreier- und Vierergruppen aufgeteilt. Weil ein Futsalspiel mit drei statt mit nur einem Schiedsrichter geleitet wird, ist der Personalbedarf an Unparteiischen entsprechend groß. Am vergangenen Wochenende trafen sich die Schiedsrichter im Fußballkreis Eifel daher zur Futsal-Schulung in der Sporthalle in Mehren. Nach einer zweistündigen theoretischen Schulung wurden die neu erlangten Regelkenntnisse beim gemeinsamen Futsalspielen direkt in die Praxis umgesetzt. "Als Fußball-Schiedsrichter dürfte man relativ problemlos auch Futsal pfeifen können, wenn man die Grundlagen einer ordentlichen Zweikampfbewertung beherrscht", sagt Patrick Grewis, Fußball-Lehrwart im Kreis Eifel. "Positiv für die Schiedsrichter ist, dass man als Team im Einsatz ist, dadurch kann man mehr sehen. Auf der anderen Seite ist aber auch die Belastung höher, weil das Spiel schneller ist."Das Futsal-Turnier in Neuerburg ist vorerst das einzige im Fußballkreis Eifel. Lediglich am 24. Februar findet in Daun die A-Jugend-Rheinlandmeisterschaft im Futsal statt. Extra Futsal: Der Name stammt vom portugiesischen Ausdruck futebol de salão. Der Ursprung liegt in Südamerika, wo Futsal seit den fünfziger Jahren gespielt wird. Gerade die Brasilianer verdanken dem Futsal ihre Technik, verbringen sie doch ihre ersten Jahre beim Futsal. Dort werden die Spiele vor Tausenden Zuschauern ausgetragen. Die Spieler sind Profis. In Deutschland steckt Futsal noch in den Kinderschuhen. Von 2003 bis 2005 war der Futcon-Springtime-Cup die inoffizielle Meisterschaft. Einmal konnte der UFC Münster gewinnen, zweimal die Strandkaiser Krefeld. Der vom DFB initiierte Futsal-Cup löste das Turnier ab. 2006 siegte wieder Münster, 2007 der FV Eppelborn. (mek)