HANDBALL-RHEINLANDLIGA MÄNNER: Zwischen Neuaufbau und Status quo

HANDBALL-RHEINLANDLIGA MÄNNER: Zwischen Neuaufbau und Status quo

TRIER. Vor dem Start der neuen Handball-Rheinlandliga Männer Mitte September beleuchtet der TV die Chancen der Vereine aus dem Bezirk Mosel.

Wer landet wo? Die besten Chancen, oben anzugreifen, werden der HSG Biewer/Pfalzel II eingeräumt. Daun und Igel-Liersberg starten mit neuen Trainern, bei der DJK/MJC Trier beginnt für Trainer Scheler erneut ein Neuaufbau. Der Prümer Trainer Rudi Engel kann dagegen auf das bewährte Personal zurückgreifen. HSG Biewer/Pfalzel II Für Spielertrainer Jinan Al-Shok war die Vorgabe klar: "Nachdem wir eine nahezu perfekte Verbandsligasaison gespielt haben und unsere Erste sich souverän die RPS-Zugehörigkeit gesichert hat, war allen klar, dass der Unterbau in die neue Rheinlandliga aufsteigen muss", sagt Al-Shok. So hätten viele Spieler aus seiner Mannschaft in den vergangenen drei Jahren gleich zwei Titel eingefahren. Um sich weiter zu entwickeln, müssen sich "seine" Jungs mit einem Durchschnittsalter von 22,3 Jahren gegen stärkere Teams beweisen. Da es sich um etablierte Mannschaften handelt, wurden Trainingspensum und -inhalt den gesteigerten Anforderungen angepasst. Bei dreimal wöchentlichem Training während der Vorbereitung und zweimaligem während der Saison greift der HSG-Coach auf maximal 17 Spieler zurück. "Großes Plus war und bleibt das gemeinsame Training mit der Ersten", sagt Al-Shok. In der letzten Saison waren die beiden Außen Christian und Andreas Cartarius die erfolgreichsten Spieler, und so sah sich Al-Shok gezwungen, den Rückraum zu verstärken. "Mit Kristof Sturm und Boris Juncker wurde ich fündig. Da sie auch von der Altersstruktur und charakterlich absolut zu uns passen, und sie zudem auf mehreren Positionen einsetzbar sind, ist mir vor der Saison nicht bange", freut sich der Trainer. Im Tor kommt mit Yannick Jacobs ein ehemaliger Jugendspieler der HSG nach langer Verletzungspause zurück, so dass mit Becker und Hoffmann drei Torleute zur Verfügung stehen. Aus der ersten Mannschaft werden Thomas Melchisedech und Michael Weil dazukommen, da beide studienbedingt kürzer treten müssen. Bisher verlief die Vorbereitung unterschiedlich: Bis zur Verletzung von Andreas Cartarius (bis Ende August), Boris Juncker und Jürgen Becker waren die bisherigen Testspiele ordentlich.Folgende Spiele sind geplant: Freitag, 25.8. um 20.30 Uhr Mäusheckerweghalle - Konz, Dienstag, 29.8. um 20.30 Uhr Mäusheckerweghalle - Schweich, Samstag, 2.9. Turnier in Igel. Kader: Tor: Jürgen Becker, Yannick Jacobs, Reiner Hoffmann Feld: Christian Cartarius, Andreas Cartarius, Simon Diederichs, Niki Domaschenko, Mark Eppers, Martin Fass, Boris Juncker, Stefan Keil, Christian Leinen, Thomas Melchisedech, Kristof Sturm, Dirk Weber, Michael Weil, Jinan Al-Shok Zugänge: Sturm und Juncker (Igel/Liersberg), Weil und Melchisedech (HSG 1), Jacobs (Jugend) - Stand-By: Dirk Weber, Michael Remark. Abgänge: Rolf Wischerath (Mertesdorf II) TuS Daun Für die Abteilungsleitung hatte die Planung der neuen Saison 2006/07 bereits früh begonnen. Trainer Rainer Schwab hatte schon bei seiner Verpflichtung im vergangenen Jahr klar gestellt, dass er nur für eine Saison zur Verfügung stehe. Also hatten die Verantwortlichen Zeit genug, sich um einen Nachfolger zu kümmern. Man wurde fündig: der neue Trainer Udo Geißler ist dabei in Daun kein Unbekannter. 1990 kam der Linkshänder als 20-Jähriger vom SC Leipzig nach Daun und spielte hier in der Ober- und Regionalliga. Viele tolle Tore hat er in seiner Zeit in Daun erzielt, und er wurde sogar Torschützenkönig in der Regionalliga. Als gern gesehener Gast in der Wehrbüschhalle blieb Geißler dem Dauner Handball immer verbunden. "Die Situation im Dauner Handball hat sich grundlegend geändert. Wir müssen den Weg Richtung Teamfähigkeit gehen und sind dabei auf einem gutem Weg", lobt der neuer Dauner Coach, der seinem Vorgänger Rainer Schwab hohes Lob zollt: "Ich übernehme gewachsene Strukturen, auf die ich aufbauen kann. Der 14-köpfige Kader zieht voll mit. Für den linken Rückraum kommt aus Weibern Sascha Kühn, der im Abwehrbereich die Lücke schließen muss, die Alex Stein hinterlässt. Neben Thomas Plein, der als dritter Torwart das Team verstärkt, kommt Linkshänder Igor Rahn auf der Rechtsaußenposition zum Einsatz und soll die Lücke schließen, die Chris Hilgers hinterlässt. "Ein wertvoller Gewinn, vor allem auch menschlich", umschreibt Geißler seinen Nachwuchsmann. Die Integrationsphase der Neuen ist abgeschlossen, ebenso das Grundlagen- und Ausdauertraining. Vom 25. bis 27. August geht es ins Trainingslager nach Kaisersesch. Ziel der Dauner ist es, so schnell wie möglich "20 Punkte plus x" zu holen. Kader: Tor: Carsten Lindner, Karsten Wieber und Thomas PleinFeld: Patrick Brümmer, Daniel Eich, Vadislaw Gaskarow, Arno Hadam, Patrick Hahn, Sascha Kühn, Boris Lietz, Igor Rahn, Thorsten Ringer, Sascha WeberAbgänge: Alexander Stein (Pause), Tim Schenk und Christian Hilgers (2. Mannschaft)Zugänge: Sascha Kühn (TuS Weibern), Thomas Plein (2. Mannschaft), Igor Rahn (eigener Nachwuchs) DJK/MJC Trier "Neue Liga, neue Herausforderung", so kommentiert MJC-Trainer Jochen Scheler die Rheinlandliga. Wie fast jedes Jahr steht der Handballcoach bei den Trierern vor der schwierigen, aber auch reizvollen Aufgabe, ein neues Team aufzubauen, nachdem Leistungsträger wie Sigi Niesen aufgrund anhaltender gesundheitlicher Probleme und Philipp Hees aus beruflichen Gründen dem Verein nicht mehr zur Verfügung stehen. Damian Malmedy kehrt zu seinem Stammverein nach Schweich zurück. Ob Routiner und Abwehrspezialist Steffen Ditter die Saison überhaupt bestreiten kann, steht derzeit noch in den Sternen. Ihn plagen erneut Knieprobleme, die seinen Einsatz derzeit kaum wahrscheinlich machen. Dennoch baut Scheler auf seinen Routinier: "Er wird sicher mental unterstützen und mir bei der Trainingsarbeit behilflich sein. Mit Sebastian Eisele aus der Oberliga Baden und dem Tschechen Lukas Stupka erwartet Scheler, die Lücken schließen zu können. "Eisele wird im Rückraum eingesetzt und von Stupka, der bisher in der ersten tschechischen Liga unterwegs war, stößt ein technisch versierter Spieler zu uns, den allerdings derzeit noch seine in der letzten Spielzeit erlittene Achillessehnenverletzung plagt", verrät Scheler. Aus der eigenen Jugend kommt Sascha Kautenburger hinzu. "Die Trainingsbeteiligung ist nicht wie erwartet. Erst jetzt findet sich der Kader", sagt Scheler. Die Trierer beziehen am 26./27. August ein Trainingslager in Daun. Weitere Vorbereitungsspiele: Donnerstag, 29. August, 20 Uhr, in der Wolfsberghalle gegen TG Konz (Verbandsliga). Freitag, 1. September, 19 Uhr, in der Wolfsberghalle gegen HSG Biewer/Pfalzel I (RPS Liga)Kader: Tor: Martin Hares, Andre Legenhausen und Jan ReifenbergFeld: Harry Höhn, Alex Kuhfeld, Jan-Dirk Scheler, Christian Kiesgen, Benedikt Ratthay, Christoph Bettag, Ulrich Nöll, Mathäus Kluskiewicz, Steffen Ditter, Sebastian Eisele, Sascha Kautenburger, Tim Ulrich, Lukas Stupka.Zugänge: Stefan Eisele (OL Baden), Lukas Stupka (1. tschechische Liga), Sascha Kautenburger (eigene Jugend)Abgänge: Sigi Niesen (Laufbahnende), Philipp Hees (beruflich), Damian Malmedy (HSC Schweich) SK Prüm Überraschend kam für den SK Prüm der Aufstieg in die Rheinlandliga. Nach dem Abstieg mit nur einem Sieg in der Saison 2004/2005 aus der Oberliga konnte in der vergangenen Saison ein beachtlicher zweiter Platz und damit der Wiederaufstieg errungen werden. Allen ist klar, dass das Unternehmen Rheinlandliga ein großer Schritt ist. Nachdem das Team von Trainer Rudi Engel nur schwer in die Verbandsligasaison fand, spielte die Mannschaft eine herausragende Rückrunde und belegte am Ende den Aufstiegsplatz. Momentan greift der SK-Trainer auf den Kader des letzten Jahres zurück, allerdings ist der Verein noch auf der Suche nach neuen Spielern, die mithelfen sollen, den Klassenerhalt zu erreichen. Noch längst läuft nicht alles planmäßig in der Vorbereitung: Keinen einzigen Neuzugang konnten die Verantwortlichen, trotz großer Bemühungen, unter Dach und Fach bringen, obwohl man sogar frühere Erstligaspieler vom Balkan kontaktiert hatte. Aus dem Vorjahres-Kader beendet Jochen Benzrath wegen körperlicher Probleme seine Laufbahn. Daniel Thomas hat zur Überraschung von Trainer Rudi Engel am bisherigen Trainingsprogramm ebenso wenig teilgenommen wie René Wingels. Favoriten auf den Titel sind für die Eifeler die Teams aus Weibern, der HSG Kastellaun/Simmern und der SG Gösenroth. Die Saisonvorbereitung läuft seit Anfang Juli mit Konditionstraining, derzeit steht das Techniktraining und spezielles Torwarttraining auf dem Programm. Bis zum Saisonstart sind Freundschaftsspiele, unter anderem gegen SV Gerolstein und das Trainingslager am ersten Septemberwochenende auf dem Programm. Kader: Tor: Andreas Geister und Lars Ebinger, Feld: Oliver März, Torsten Leonartz, Manuel Wahl, Jürgen Wingels, David Nelles, Marco Ringer, Tobias Greving, Stefan Schneider, Rene Wingels und Daniel ThomasZugänge: noch keineAbgänge: Jochen Benzrath (gesundheitliche Probleme) SV Igel-Liersberg Den stärksten Spielerverlust beklagt der SV Igel-Liersberg. Die Mannschaft schrumpft auf einen kleinen Kader, der sich nach dem Turnier in Schweich und zwei Testspielen in der ersten Vorbereitungsphase von Mai bis Juni mit der Thematik "Athletik" beschäftigte. Seit Juli bereitet Igel-Liersbergs neuer Trainer Marcus Anderson sein Team in der Halle vor. "Mit drei Trainingseinheiten und einigen Testspielen werden wir versuchen, eine homogene Mannschaft zu formen", sagt Anderson. Ab heute geht es bis zum 27. August ins Trainingslager. Die erste Standort-Bestimmung gibt es dann beim Turnier in Igel am 2. September. Danach steht noch ein weiteres Testspiel in Luxemburg an, bevor die neue Saison beginnt. "Aus den Abgängen kann man sehen, dass sportlich und organisatorisch in den vergangenen Jahren Fehler gemacht wurden - insbesondere, dass wenig Wert darauf gelegt wurde, die A-Jugend an die erste Mannschaft heranzuführen", kritisiert der neue Trainer. Andersons Ziel: "Ich möchte ein Team formen, das in den kommenden Jahren die Zukunft des Igeler Handballs sichert. Wir werden um jeden Punkt kämpfen, den wir gewinnen können", sagt Anderson.Kader: Tor: Jörg Barton, Christoph Niesen und Johannes PützFeld: Dirk Gloden, Christian Hoffmann, Michael Passmann, Christoph Hoffmann, Markus Scharfbillig, Paul Oyono, Henrik Hefert, Stefan Heyer, Oliver Gloden, Christian Hein. Zugänge: Christian Hein und Markus ScharfbilligAbgänge: Waldemar Büchert, Sebastian Scharfbillig, Michael Frede, Rene Dietz, Christian Schiller, Steffen, Christian Schiller, Marcel Oswald, Kristof Sturm, Benjamin Schneider