Heimische Exoten

Heimische Exoten

Kiwis (Actinidia chinensis) stammen ursprünglich aus Südchina, heute sind Neuseeland und Italien die größten Kiwi-Produzenten. Doch auch in deutschen Gärten lassen sich die vitaminreichen Früchte kultivieren, erläutert der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG).

Eine Neuzüchtung aus Bayern trotzt selbst kältesten Temperaturen. Jetzt im Frühling ist der ideale Zeitpunkt, um Kiwis in den Garten zu pflanzen. Wer unter die Kiwi-Gärtner gehen will, braucht vor allem zwei Dinge: Ausreichend Platz und ein stabiles Klettergerüst, an dem die Pflanze ranken kann. Die meisten Kiwi-Sorten sind zweihäusig, das heißt, es gibt männ liche und weibliche Pflanzen, die unbedingt nebeneinander stehen müssen. Eine Ausnahme bildet die einhäusige Sorte "Jenny", die sich selbst befruchten kann. Da sie jedoch vergleichsweise empfindlich ist, empfiehlt sich ihr Anbau nur an besonders geschützten Standorten oder in klimatisch begünstigten Gegenden. Temperaturen bis unter 30 Grad verträgt hingegen eine Züchtung der Technischen Universität (TU) München-Weihenstephan. "Weiki" oder "Bayern-Kiwi" heißt die Sorte, deren Früchte etwa so groß wie Stachelbeeren sind. Sie blüht erst im späten Frühling und ist deshalb kaum spätfrostgefährdet. Als Dünger genügt meist etwas Kompost, den man im Frühjahr auf dem Beet verteilt. Wichtig ist auch bei ihr die männliche Pflanze in der Nähe — sonst war alle Arbeit umsonst. Kiwis enthalten je 100 g Frucht etwa 71 Milligramm Vitamin und das eiweißspaltende Enzym Actinidin. Rohe Kiwis vertragen sich nicht mit Milchprodukten - die Speise wird bitter, wenn die Früchte roh hinzugefügt werden, weil das Enzym in der Frucht das Milcheiweiß zersetzt. Abhilfe schafft kurzes Dünsten mit etwas Zucker und Wasser oder Saft. Andererseits sind rohe Kiwis ein guter Nachtisch für eiweißreiche Speisen, da das Enzym die Verdauung der Eiweiße erleichtert. ca/jöl

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