Heinz Erhardt: Gedichte unserer Leser

Heinz Erhardt: Gedichte unserer Leser

Zum 100. Geburtstag von Komiker Heinz Erhardt haben wir Sie, liebe Leser, aufgerufen, uns Gedichte einzureichen. Hier können Sie die Texte nachlesen. Viel Spaß beim Schmökern!

Franz Rommelfanger, Irsch/Saar

Alljährlich verkaufen wir Kürbisse zur Zierung, den Erlös spenden wir zur Kirchenrenovierung. Der Pfarrer hält die Hand bereit und legt das Geld dann auf die Seit'.

Franz Rommelfanger, Irsch/Saar
Mein bester Freund, der Alkohol, war anfangs ein Genuss. Doch später wurd' er mir zuviel, da war mit der Freundschaft Schluss.

Gabi Reuter, Bleckhausen
Die kleine Meise-

War mal eine kleine Meise,
ging auf große Reise,
gerät in einen Sturm,
hat Hunger, packt sich einen Wurm.

Der Katze war's recht,
Hauptspeise mit frischer Einlage, nicht schlecht.

Jetzt war sie zuende, die Reise
der kleinen Meise.

Maria-Theresia Weiler, Ralingen

An der Tankstellen – Zapfessäule: Zähneknirschen und Geheule

Es ist Mittag - so um die Zwölfe – rum
Der Ehegemahl und die Kinder schauen schon dumm
Nichts zu essen auf dem Tisch
Freitags´ gibt’s eh nur Fisch

Doch sie würden lieber Pizza mögen
Vater meint Fisch sei was für Möwen
Und auch Liesel das kleine Mädchen
Kennt Fisch nur in Form von Stäbchen

Doch Mutter hat heut die Olle
In der Pfanne eine große Scholle
Schön mit Zitronenscheiben garniert
Dazu Pellkartoffeln serviert

Das ganze mit dicken Flöckchen guter Buttern´
Ah – wie sie alle Futtern!


Josef Duchene, Pölich

Der Strauß zwar etwas ungewöhnlich
Entstand durch Zufall oder ähnlich

Beim Krumpern schälen ungewollt
Mir diese Herzkartoffel zu gerollt

Da fiel’s mir ein -
Ein Strauß sollt nicht nur herzlich auch noch nahrhaft sein.

Nachtrag zum besseren Verständnis:

Der Äder ist ein Ortsteil in unserem kleinen Moselort Pölich.
Besagte Kartoffel hatte ich als Strauß zurecht gemacht, und dem Äder- Nikolaus mit diesem Gedicht überreicht.


Georg Marinitsch, Trier
Der Käfer (im Anschluss an "Die Made" von Heinz Erhardt)

In des selben Baumes Krone
lebt der Käfer mit dem Sohne.
Er ist Witwer,
denn die Gattin muss er missen,
seit Hornissen sie gerissen.
Große Wespen- kein Gewissen-
schleppten sie in ihre Wohnung
für den Nachwuchs- zur Belohnung.

Eines Tages sprach der Vater:
"Ich muss weg, mach kein Theater!
Bleib schön brav auf unsrem Aste,
rühr dich bloß nicht, denn sonst haste
schnell 'nen Spatzen im Genick.
Der macht's kurz und einmal "pick"
und schon biste ohn' Erbarm'
bald in dieses Vogels Darm."

Der Vater ging- der Sohn ging auch,
endet in des Sperlings Bauch......
In des Baumes ganzer Krone
sucht der Vater nach dem Sohne.
Und auf diesem Trauerpfade
treffen Käfer sich und Made......

Georg Marinitsch, Trier
Der Uhu

Der Uhu lebt im dunklen Forst
und hat im Fels dort seinen Horst.
Und wenn's im Frühjahr nachts dumpf schreit,
dann ist der Uhu gar nicht weit.
Zum Glück ist er jetzt wieder da,
wo er fast ausgerottet war.
Der Uhu vielfach nützlich ist,
weil er auch öfters Mäuse frisst,
und wenn dir mal etwas zerreißt,
mit UHU klebst du es dann meist.

Yvonne Bohrer

Geh ich eben Reime backen

Sieh’ mein Gedicht,
das reimt sich nicht.
Kein schöner Klang,
der mir gelang.

Ein Satz misslingt,
wenn man mich zwingt.
Ich bleibe stur,
was mach ich nur?

Hier die Idee,
sie kommt, oje.
Ich back’ den Reim,
es bleibt geheim.

Kein guter Rat,
wie ich es tat,
kein Leibgericht,
nur ein Gedicht.

Armin Seng,Longuich

Wenn alle Menschen Dichter wären
bräuchten wir kein Meer von Heeren,
kämen jedem Krieg zuvor
mit netten Worten und Humor
- alle Zwietracht und Gewalt
ließen uns beileibe kalt.......
Wir hätten dann im Geiste Platz
für Eugen Roth und Ringelnatz,
für Erich Kästner,Loriot,
wären mit Zille,Kishon froh,
hätten mit Lachen nicht gespart
bei dem großen HEINZ ERHARDT !
Ich gratuliere diesem Mann,
der Dichten um des Dichtens kann,
der trockenen Humor besaß
und gerne sein Gedichte las.......
Gäb es von diesen Menschen mehr
wäre die Welt nicht mehr so leer !!!!


Ulla Peters, Trier
Sprach die Mutter zu dem Kinde
lauf hinaus
schnell wie die Winde
Omama liegt krank danieder
sing ihr vor
nur lustge Lieder
und die Pein verschwindet wieder.
Liebes Kind
nun sei so gut
mach der Omama viel Mut.

"Eifelvolker"
Der Heinz, der war ein feiner Mann.
Konnte dichten, spielen und auch Gesang.
Das Singen gelang zwar nicht so gut,
dennoch fehlte Ihm nie der Mut,
sich auch mal auslachen zu lassen,
keiner konnte Ihn wirklich hassen.
Charakterköpfe wie er
fehlen zuzeiten immermehr.
Lieber Heinz, alles Gute,
denk' ich an Dich, fehlt's nicht am Mute, für Dich zu dichten.
Lacher interessieren mich mitnichten!

Guido Kiemes

"Welche Tücke",
sprach die Mücke,
"In der Brücke
ist ne Lücke!"
Und stürzte in den Fluss!

Manfred Bales
Die Biene Tine

Eine Biene namens Tine
summt herum,
und summt und brummt
und brummt und summt
mal leis mal laut,
dass es manchem Menschen graut.
´S ist wohl kaum zum Lachen...

Man mit den Händen nach ihr haut
und auch mit manchen anderen Sachen.
Sie einem auf die Nerven geht,
was die Biene nicht versteht...

"Ach".., sich Biene Tine dachte,
sie sich auf den Weg nun machte,
"Ich muss mich auf ne Nase setzen,
um eine solche zu verletzen"

Sprachs, sich auf dieselbe setzt,
doch bevor sie sie verletzt,
War doch die Hand dann schneller,
Nu war sie flach wie´n Teller...

Aus wars mit Gebrumm
und auch mit dem Gesumm.
Da war die Biene Tine stumm!
Wie dumm...

Und auch der olle Zinken
begann recht doll zu blinken.
In Rot, in Blau,
später auch
in Gelb und Grün.
es tat lang weh an ihm zu ziehn.

So, nun endet endlich das Gedicht...
mit der Moral von der Geschicht...
Setz dich auf ne Nase nicht,
wenn du ne kleine dicke Biene bischt...

Ja, Hauptsache es reimt sich, gell!

Christoph Klöppel, Mülheim/Mosel

An einem tüben Wintertag,
der Keiler Kai im Tiefschnee lag.
Gleich nebenan vor einer Buche,
war Gattin Meg auf Trüffelsuche.
Versonnen sprach der Kai zu Meg:
"Halt's nicht mehr aus, will nur schnell weg.
Ich bin zwar hier der Chef im Wald,
doch nutzt es nichts, mit ist saukalt."

Harald Geißler
Gedicht anläßlich der Betrachtung kopulierenden Geflügels

Sprach der Auerhahn zu der Auerhenne:
„Penne
Du mit mir,
Ich geb dir dafür ...“
„Still“, brach ihn die Henne unter,
„Komm schon endlich runter
Von dem hohen Baum!
Ich denk nicht im Traum
Dran mich zu verweigern.
Willst du mich besteigern
So tu´s rasch!
Asch´
Und Staub
Werd ich nicht streuen
Auf mein Haupt,
Sondern mich erfreuen!
Ach, nun komm, du Lieber,
Machen wir es wie die Biber!“
„Lang und schön war deine Rede“,
Resignierend sprach´s der Hahn,
Doch hast du scheint´s nicht gewußt,
Bei zu vieler Worte Wust
Wird aus Lust
Frust!
Kurz, ich seh mich außerstande,
Dich jetzt zu beglücken.
Ich probier´s am Bergesrücken
Mal bei deiner Tante!“

Hans-Joachim Kann, Trier

Wie Heinz Erhardt die ersten hundert Kalauer schrieb

"Zum Wortfeld 'Happy Hour'
schreibt jeder 'n Kalauer",
diktiert Lehrer Hans Habe
die deutsche Hausaufgabe.
Und am nächsten Tage
ist jeder in der Lage,
hinter ehrwürd'gen Mauern
kindisch zu kalauern:
"Um fünf Uhr fehl , oh Weh,
ein Fünf-Uhr-T",
"Ich kein Französisch? Ha!
So hör' nur: Te--qui--la",
"Nur ein' Martini und nicht dry",
alle ham'n Gedicht dabei,
nur nicht Heinz,
der hat keins.
Was alsdann niemand wundert:
"Zur Strafe schreibst du hundert!"

Helmut Körlings, Traben-Trarbach

Propheten.

„ Die Wirtschaft“ sagt Experte A.
„ ist dieses Jahr dem Ende nah.“
„ Unfug! “ raunzt da Professor B.,
„ im Herbst geht’s aufwärts – mit Effee!“

Und Guru C. meint: „ Ungefähr
Geht es so weiter wie bisher .“

Der kleine Mann denkt: „Dies G’schwatz
Ist doch mal wieder für die Katz.“

Und zieht daraus den weisen Schluß:
„ Es kommt so, wie es kommen muß! “


Georg Lorbertz, Bitburg-Matzen
Winter

Trägt die Natur ein weißes Kleid -
oftmals zwischen den Jahren -,
weils draußen wieder friert und schneit,
und Streusalzautos fahren;

baut überall die Kinderbrut
so menschenähnlich Wesen,
mit Möhrennas, Zylinderhut
und einem Reisigbesen;

und frieren Autoschlösser ein,
komm ich ganz schnell dahinter,
das kann ja wohl nur eines sein:
Ich glaub, wir haben Winter...!


Georg Lorbertz, Bitburg-Matzen
Die Feuerwehr

Aus einem Fenster von nem Haus
gleich oben unterm Dach
beugt ein Mann sich weit heraus
und ruft und schreit und macht viel Krach.

Verärgert schimpft die Nachbarin
mit drohender Gebärde:
Machs Fenster zu und bleibe drin
sonst gibt es ne Beschwerde!

Der Mann jedoch, der hört nicht auf,
und erst in diesem Augenblick erkannte
die Frau bei neuerlichem Blick hinauf,
dass in des Nachbars Wohnung es wohl brannte!

Oh Gott, oh Gott, der arme Mann -
die Feuerwehr, die muss ich holen!
Die Flammen sind schon ganz nah dran:
Der wird mir noch verkohlen!

Tatü-tata, Tatü-tata,
so schallt es durch die Gass!
Die Feuerwehr, die ist rasch da,
spritzt Haus samt Nachbar nass.

Und als gelöscht der Brand dann ist,
waren doch alle sehr betroffen:
Denn im Löschwaser, da ist
der arme Nachbar glatt ersoffen...!