Hilfe für die Gelbbauchunke

Hilfe für die Gelbbauchunke

TRIER. (stu) Seit April dieses Jahres existiert der Förderverein Mattheiser Wald e.V. Der gemeinnützige Verein setzt sich für den Erhalt des Mattheiser Waldes und den Schutz seiner Fauna und Flora ein.

"Die Natur braucht Ruhe, braucht eine Oase, in der sie sich erholen kann." So bringt Gisela Schmidt, Vorsitzende des Fördervereins Mattheiser Wald, ihre Philosophie auf den Punkt. Schützling des Vereins ist der Mattheiser Wald im Süden der Stadt, ein über viele Jahre genutzter Truppenübungsplatz, den die Franzosen 1999 an die Deutschen übergaben. Schon vier Jahre später wurde dieser Wald, in dem seltene Amphibien wie die Gelbbauchunke und über 200 verschiedene Schmetterlingsarten leben, als Naturschutzgebiet unter Schutz gestellt.Seit kurzer Zeit FFH-Gebiet

Ziel des Fördervereins: "Die Erhaltung, Entwicklung und Förderung der Biodiversität nach den Grundsätzen der FFH-Richtlinie (Flora-Fauna-Habitat)." Der Verein will den Wald möglichst sich selbst überlassen und die Lebensbedingungen der verschiedenen Tiere erhalten. Aber dafür muss etwas getan werden - kein Wunder bei einem Gelände, auf dem jahrelang für den Krieg geübt wurde. Erst seit Anfang April existiert der Förderverein, kann aber bereits beachtliche Erfolge aufweisen. Vor kurzem wurde der Mattheiser Wald von der rheinland-pfälzischen Landesregierung als FFH-Gebiet ausgewiesen (der TV berichtete). Und vor wenigen Wochen wurden die ersten Wildkatzen - vermutlich aus dem Hunsrück gekommen - im Mattheiser Wald gesichtet: "Die Forstverwaltung hat mir das Auftauchen der Wildkatzen bestätigt", sagt Gisela Schmidt. Jetzt freut sie sich schon darauf, die extrem scheuen Tiere selbst zu sehen. Der Förderverein Mattheiser Wald e.V. hat Mitglieder jeden Alters. Sie als Chefin sei mit Abstand die Älteste, schmunzelt die gebürtige Berlinerin. Der Zweite Vorsitzende Patrick Jaskowski ist Student der angewandten Umweltwissenschaften und "könnte fast mein Enkel sein". Schatzmeister des Vereins ist Carsten Gutzler, Schriftführer ist Simon Sammler. Mit Ausnahme von Gisela Schmidt sind alle Vorstandsmitglieder Fachleute: Ingenieure, Geografen und Biologen. Schmidt, die sich schon seit vielen Jahren für den Mattheiser Wald einsetzt, ist für die Organisation des Vereins zuständig. Viel Wert legt sie auf guten, persönlichen Kontakt zu den Naturschutzverbänden und zuständigen Behörden. Bisher zählt der gemeinnützige Verein 20 Mitglieder; in den nächsten Monaten hofft man auf Neuzugänge. Für einen Jahresbeitrag von 25 Euro kann jeder Naturfreund dem Förderverein beitreten und damit dem Mattheiser Wald helfen. Auch Spendengelder werden dringend benötigt, um die nächsten Vorhaben realisieren zu können: Der Mattheiser Wald muss "entmunitioniert" werden - die letzten Reste der Militär-Vergangenheit; und Anfang 2005 soll die zubetonierte Aulbach-Quelle wieder freigelegt werden.