Hintergrund: Angebote und Forderungen im Tarifkonflikt
Berlin (dpa) · Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn geht es um Einkommen und Arbeitszeit der Lokführer sowie die Unabhängigkeit ihrer Gewerkschaft GDL.
DIE GEWERKSCHAFT DEUTSCHER LOKOMOTIVFÜHRER
- fordert einen eigenständigen Tarifvertrag für Lokführer und möglichst auch für die Zugbegleiter.
- verlangte zuletzt eine zweistellige prozentuale Einkommenserhöhung. Das sei Voraussetzung für die Wiederaufnahme von Tarifverhandlungen.
- fordert für die Lokführer eine Verringerung der Wochenarbeitszeit von 41 auf 40 Stunden.
DIE DEUTSCHE BAHN
- ist im Prinzip mit einem eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer einverstanden. Allerdings will sie einen Kontrakt, der im Einklang steht mit dem Tarifwerk, das mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA bereits vereinbart wurde.
- bietet der GDL bislang eine Einkommenserhöhung von 4,5 Prozent an, ferner eine Einmalzahlung von 600 Euro. Eine entsprechende Einigung wurde mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA erzielt.
- will den Lokführern bezahlte Mehrarbeit ermöglichen, damit sie ihr Gehalt aufbessern können. So könnten sie auf ein Einkommensplus von insgesamt 10 Prozent kommen. Zudem bietet die Bahn an, Überstunden des laufenden Jahres auszubezahlen. Das ergäbe bei zwei Überstunden pro Woche einen Betrag von zusammen 1400 Euro.
DIE GEWERKSCHAFTEN TRANSNET UND GDBA
- schlagen ein gemeinsames Vorgehen mit der GDL vor. Demnach könnte die GDL zunächst das Einkommensplus von 4,5 Prozent übernehmen. Für die GDL solle nur bis zum 29. Februar 2008 ein Streikverbot gelten.
- Bis dahin sollen alle drei Gewerkschaften mit der Bahn über ein besseres Entgeltsystem für den Konzern verhandeln, wobei die GDL ein „uneingeschränktes Vetorecht“ für Entgelt- und Arbeitszeitbedingungen der Lokführer bekäme.
- Ziel sei „eine deutliche, zweistellige Einkommensverbesserung“ in maximal drei Stufen. Wenn diese Verhandlungen keinen Erfolg brächten, sollte für Transnet und GDBA die Friedenspflicht nicht mehr gelten.