Hintergrund: Der Aufbau des deutschen Rentensystems

Hintergrund: Der Aufbau des deutschen Rentensystems

Das deutsche Rentensystem funktioniert nach einem komplizierten System. volksfreund.de erklärt Ihnen, wie es aufgebaut ist.

So wird die Rente berechnet: Rente = Entgeltpunkte x Rentenartfaktor x Rentenwert.

Für jedes Jahr, das der Arbeitnehmer in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert ist, sammelt er Entgeltpunkte. Das persönliche Entgelt wird dabei mit dem Durchschnitt aller Arbeitnehmergehälter ins Verhältnis gesetzt. Ein Durchschnittsverdiener (2007: 29.488 Euro) erhält demnach pro Jahr einen Entgeltpunkt.

Die erworbenen Entgeltpunkte werden mit dem Rentenartfaktor multipliziert. Für Altersrenten beträgt er exakt 1, bei Renten wegen Erwerbsminderung, Witwen- oder Waisenrenten liegt der Wert zwischen 0,2 und 0,55.

Ein weiterer Mulitplikator ist der Rentenwert. Er soll der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung Rechnung tragen und die Renten jährlich entsprechend anpassen. Seine Höhe orientiert sich an der Entwicklung der beitragspflichtigen Bruttolohn- und -gehaltssumme. Unter anderem wirken sich bei der Berechnung ein schrittweise eingeführter Altersvorsorgeanteil (Riesterfaktor) wie auch ein Nachhaltigkeitsfaktor, der das Verhältnis von Beitragszahlern und Rentenempfängern stärker berücksichtigt, dämpfend aus.

Die Renten fallen hinter der Lohnentwicklung weiter zurück. Aktuell beträgt der Rentenwert 26,27 Euro in den alten und 23,09 Euro in den neuen Bundesländern.

Die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung erfolgt im Umlageverfahren. Die durch Beiträge aufgebrachten Mittel werden direkt in die Leistung, hier also die Rente, umgelegt. Beim alternativen Kapitaldeckungsverfahren werden hingegen die Beiträge zu einem Kapitalstock angespart und im Alter für die Rente ausbezahlt. Der Generationenvertrag ist ein unausgesprochener, nicht schriftlich festgelegter Vertrag zwischen der Beitrag zahlenden und der Leistung (Renten) empfangenen Generation. Die heutige aktive, erwerbstätige Generation verpflichtet sich, die derzeitigen Renten zu finanzieren - in der Erwartung, dass die folgende Generation die gleiche Verpflichtung übernimmt. Der Eck- oder auch Standardrentner ist eine abstrakte Orientierungsgröße in der Rentenversicherung, um das Standardrentenniveau zu ermitteln.Er hat 45 Jahre lang als Durchschnittsverdiener Beiträge in die Rentenversicherung einbezahlt und damit 45 Entgeltpunkte erzielt.Zurzeit liegt diese Rente bei einer Höhe von 1066 Euro, das entspricht einem Rentenniveau von 52,2 Prozent. Die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung werden in Deutschland nur bis zu einer bestimmen Einkommensgrenze erhoben, der so genannten Bemessungsgrenze. Diese liegt zurzeit bei 5250 Euro in den alten und 4550 Euro in den neuen Bundesländern. Darüber liegende Einkommen sind beitragsfrei.

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