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„Ich mag das Spontane“

„Ich mag das Spontane“

Wenn der Quirligste aller deutschen Comedians am 06.05. in die Europahalle kommt, wird er die Zuschauer wieder mit einer gehörigen Portion Improvisation begeistern. Wir sprachen mit Ralf Schmitz über sein aktuelles Programm „Schmitzenklasse“, Klassenfahrten und Spontaneität.

Wann war für dich klar, dass du auf der Bühne stehen und die Leute zum Lachen bringen möchtest?
Ralf Schmitz: Schon immer. Ich habe schon im Kindergarten und in der Grundschule einen Zirkusdirektor mit einem viel zu großen Zylinder gespielt, der mir ins Gesicht gerutscht ist. Ich habe immer gesagt, dass ich Schauspieler werden und auf die Bühne möchte.

Du giltst als Impro-Star unter den Comedians. Inwiefern bist du mit diesem Titel einverstanden?
Ralf Schmitz: Wenn der mir von Außenstehenden verliehen wird, finde ich das super. (lacht) Die Improvisation liegt mir sehr am Herzen, auch in meiner Show. Ich lasse mir Sachen zurufen, interviewe Leute auf der Bühne. So entsteht ein Abend immer wieder neu. Das Spontane mag ich wahnsinnig gern. Weil es so direkt ist, so pur, so authentisch.

Welche Aspekte sind dir bei einer Show besonders wichtig?
Ralf Schmitz: Dass es nicht die berühmte vierte Wand wird. Ich möchte, dass es ein Abend für alle ist, dass es Interaktion gibt. Ich versuche, das Publikum wahrzunehmen und manche Dinge einzubauen, die gerade an diesem Abend passieren. Ein buntes Programm ist immer am spannendsten.

Wenn man so erfahren ist wie du, ist man da noch aufgeregt?
Ralf Schmitz: Die Premiere ist immer eine Katastrophe. (lacht) Wenn das Programm zum ersten Mal gespielt wird und ich nicht weiß, ob es funktioniert, ist das Stress für mich. Ich bin wahnsinnig aufgeregt, will plötzlich den Job wechseln und Busfahrer werden. Sobald die Tour jedoch am Laufen ist und ich merke, dass die Leute es gut finden, ist es der tollste Beruf der Welt.

Hast du ein bestimmtes Ritual vor jedem Auftritt?
Ralf Schmitz: Es gibt mehrere. Zum einen muss ich eine halbe Stunde vorher Tee trinken, zum anderen spucke ich bei jedem aus meinem Team dreimal über die linke Schulter. Wenn das nicht erledigt ist, dann geht die Show nicht los.

Am 06.05. trittst du mit deinem Programm "Schmitzenklasse" in der Trierer Europahalle auf. Worauf können sich die Zuschauer freuen?
Ralf Schmitz: Natürlich auf Improvisation. Die Besucher bringen Ideen mit, rufen mir etwas zu, sind teilweise selbst auf der Bühne. Der zweite Teil hat einen roten Faden, im Falle der aktuellen Tour die Schulzeit. Ich erzähle von meinen Lehrern, will aber auch wissen, was die Zuschauer für Lehrer hatten. Ich hatte beispielsweise einen Religionslehrer, der die Arbeitsvermeidung unheimlich drauf hatte und den Unterricht oft ausfallen ließ. (lacht) Auch schlüpfe ich auf der Bühne in die Rolle des Lehrers. Ihr dürft gespannt sein.

Was gehört zu deinen persönlichen Erinnerungen auf Klassenfahrten?
Ralf Schmitz: Die Jugendherberge und der obligatorische Hagebutten-Tee. Es gab ständig nur trockenes Brot, ungesüßten Hagebutten-Tee und alten Käse. Und ich hatte eine Lehrerin, die nachts vorm Mädchenzimmer saß und immer, wenn die Tür bei den Jungs aufging, sagte: "Na, neuer Versuch?
"
Du bist für deine quirlige Art bekannt und beliebt. In welchen Momenten kannst du entspannen?
Ralf Schmitz: Zuhause. Ich höre Musik, am liebsten Jazz. Ich lese ein Buch. Ich treffe Freunde oder mache Sport, in dem ich laufe oder Inline-Skates fahre. Dabei komme ich runter und da halte ich auch die Klappe. Ich jogge nicht durch den Wald und erzähle den Eichhörnchen Witze. (lacht) Das wäre fatal. Es ist bei mir durchaus möglich, auch mal den Mund zu halten.