Mainz: Immer mehr Diebstähle von Bienen in Rheinland Pfalz

Mainz : Immer mehr Diebstähle von Bienen in Rheinland Pfalz

Mit dem Frühling kommen auch die Bienendiebe. Im vergangenen Jahr wieder einmal besonders viele. Wer die Täter sind, ist vielen Imkern klar.

(dpa) Jedes Jahr aufs Neue werden Imkern ganze Bienenvölker gestohlen. Im vergangenen Jahr haben rheinland-pfälzische Imkerverbände 45 Fälle gemeldet. 2016 waren es 29 Diebstähle, im Jahr davor 35. „Von einem kontinuierlichen Anstieg kann keine Rede sein“, sagte Claudia Leiß von der Imker-Global-Versicherung in Hamburg, wo alle Diebstahlmeldungen der Imkervereine eingehen.

Die Diebstahl-Saison ist seit jeher im Frühjahr. Wenn der Winter besonders hart war oder die schädliche Varroa-Milbe besonders viele Bienenvölker zerstört hat, komme es erfahrungsgemäß zu mehr Diebstählen, sagte Klaus Eisele, der Vorsitzende des Imkerverbands Rheinland-Pfalz. „2016 haben 20 Prozent der Völker den Winter nicht überlebt. Da ging die Diebstahlquote 2017 hoch.“ Wer die Täter sind, liege daher auf der Hand: „Das sind Imker, die ihre eigenen Völker bei den Kollegen auffrischen wollen“, sagte Eisele. Der Abtransport von ganzen Bienenvölkern sei für Laien nicht ganz einfach. Ein Bienenstock wiege 30 bis 40 Kilogramm. Außerdem brauche man einen Transporter oder Anhänger. „Einige Imker kennzeichnen ihre Bienenkisten“, schilderte Eisele, aber im Endeffekt sei das zwecklos, weil die Diebe die Bienen abkehren und in ihre eigenen Kisten füllen würden. Obwohl er selbst schon vier Mal betroffen war, begegne er Kollegen aber nicht sehr misstrauisch. „Wie überall gibt es schlechte Menschen.“

Schützen kann man seine Völker laut Polizei aber kaum. Viele Imker lassen ihre Bienen nicht in eingezäunte Grundstücke, sondern unterstützen auch Landwirte mit dem Bestäuben der Felder. „Dann muss man die Bienenvölker direkt ans Feld bringen. Dort kann man Sie nicht schützen“, sagte Tobias Heinen vom Imkerverband Rheinland.

Es sei höchst unwahrscheinlich, die Diebe zu finden. „Die Aufklärungsquote liegt bei unter einem Prozent“, schilderte Leiß. Es gebe daher auch keinerlei Beweise, dass sich wirklich nur Imker gegenseitig bestehlen. Bei den wenigen aufgeklärten Fällen sei dies aber der Fall gewesen.

(dpa)