INTERVIEW DER WOCHE : Überraschungskiste Bezirksliga

INTERVIEW DER WOCHE : Überraschungskiste Bezirksliga

TRIER. Mehr als die Hälfte aller Spiele in der Bezirksliga sind absolviert. Zeit also, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Der TV sprach mit Rudolf Klingmann vom Spielausschuss des Fußball-Verbands Rheinland.

Herr Klingmann, 19 Spieltage sind in der Bezirksliga absolviert. Wie zufrieden sind Sie denn alles in allem?Klingmann: Der Ablauf der Saison war, bis auf wenige Ausnahmen, hervorragend. Die Abschaffung der Landesliga und die Einführung der Bezirksliga im Jahre 2003 hat sich absolut bezahlt gemacht. Es gibt nun viele Derbys, was man auch an den Zuschauerzahlen sieht. Hat sich das spielerische Niveau der laufenden Saison gegenüber der Vorsaison geändert?Klingmann: Das Niveau ist im Allgemeinen sehr gut. Oftmals sind die Spiele in der Bezirksliga interessanter als etwa in der Rheinlandliga. Es fallen viele Tore, und auch spielerisch haben die Teams einiges auf dem Kasten. Dies ist auch ein Mitgrund für die positive Zuschauerresonanz. Ich denke da etwa an das Spiel Konz gegen Krettnach, das über 600 Menschen verfolgt haben. Sie sind viel auf den Sportplätzen unterwegs. Welches Spiel hat Ihnen denn im Verlauf der Hinrunde besonders gut gefallen?Klingmann: Das Spiel der SG Auw gegen die SG Udler. Es war ein sehr gutes Spiel auf hohem spielerischen und taktischen Niveau. Beide haben mit offenem Visier gespielt, und die Zuschauer kamen auf jeden Fall auf ihre Kosten. Gibt es Spieler, die Ihnen in dieser Serie besonders aufgefallen sind?Klingmann: Ich möchte da keinen hervorheben. Aber wir haben eine ganze Reihe guter Spieler in der Liga. Besonders erfreut bin ich darüber, dass beinahe alle Vereine so stark auf den eigenen Nachwuchs bauen. Der Erfolg gibt den Klubs meist recht. Wie haben sich die drei Aufsteiger in der Liga gemacht?Klingmann: Vor allem von der SG Wallenborn bin ich überrascht. Das Team hat sich von Beginn an sehr gut in der Liga eingeführt und steht nicht zu Unrecht auf dem achten Platz. Die SG Zerf und die SG Neumagen stehen im Keller, haben aber auch bewiesen, dass sie in der Klasse mithalten können. Und beide haben noch gute Chancen, die Klasse zu halten. Stichwort Klassenerhalt. In der Vergangenheit gab es immer wieder Unklarheiten über Auf- oder Abstieg. Wie sieht es 2005/2006 aus?Klingmann: Es findet grundsätzlich keine Relegation im überkreislichen Bereich mehr statt. Nur der Meister der Bezirksliga steigt auf. Die Zahl der Absteiger richtet sich danach, wie viele Teams aus der Rheinlandliga runter müssen. Beim derzeitigen Fall steigt keiner ab, also hätten wir zwei Absteiger aus der Bezirksliga. Steigt ein Team aus der Rheinlandliga in die Bezirksliga West ab, hätten wir einen Absteiger mehr in die A-Ligen und so weiter. Welche Mannschaften müssen ihrer Meinung nach bis zum Ende um den Klassenerhalt bangen?Klingmann: Die Teams, die momentan unten stehen. Ab Rang zehn ist noch niemand gerettet. Bei der Drei-Punkte-Regelung ist man ganz schnell unten rein- gerutscht, wenn man einige Spiele in Serie nicht gewinnt. Welche Teams machen die Meisterschaft unter sich aus?Klingmann: Die Mannschaften, die derzeit oben stehen. Aber die gesamte Liga ist noch eng und in zwei Hälften geteilt. Nur Konz ist derzeit jenseits von Gut und Böse. Aber die ersten acht Teams liegen nur sieben Zähler auseinander, da ist noch alles drin. Wir wissen ja, dass in dieser Liga jeder jeden schlagen kann. Ich sehe keinen Durchmarsch wie den der SG Zell im vergangenen Jahr. Die besten Karten haben im Moment sicher die SG Udler, der SV Sirzenich und der TuS Schweich. Auch Morbach und Auw sind noch nicht abgeschlagen. Am ersten Spieltag nach der Winterpause, am ersten März-Wochenende, werden Weichen gestellt, wenn Sirzenich und Morbach sowie Schweich und Auw aufeinander treffen.