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Interview: Mando Diao

Interview: Mando Diao

Ab dem 02.05. ist "Aelita", das neue Album der Band Mando Diao, im Handel erhältlich. Wir sprachen daher mit Frontmann Björn über Inspirationsquellen und Caligola.

Euer Album trägt den Titel "Aelita". Habt ihr es nach dem gleichnamigen Roman von Leo Tolstoy benannt?
Björn: Das mit dem Buch haben wir erst später herausgefunden. Gustaf und ich waren in einem Second-Hand-Shop in Stockholm und haben dort einen Synthesizer namens Aelita gefunden. Den haben die Besitzer von einem Plattenladen aus Lettland bekommen, der bankrott ging. Wir haben ihn mitgenommen und angefangen, damit rumzuspielen. Es klang ganz seltsam. Die Schalter waren alle auf Russisch beschriftet und wir haben nichts kapiert. Der Synthesizer verhielt sich wie ein Tier, dem man sagt, was es tun soll und das doch macht, was es will.

Gab es noch andere Einflüsse für die neuen Tracks?
Björn: Irgendwie hat uns alles beeinflusst, so komisch das auch klingt. Wir sind in den Neunzigern aufgewachsen, da gab es so viele verschiedene Musikstile. Grunge, Brit Pop, Eurotechno, House … das hat uns alles inspiriert, ebenso die Sachen, die wir heute hören. Unsere Fans sollen schlussendlich entscheiden, wonach es klingt.

Eure Texte klingen eher bodenständig: Liebe, Beziehungen … oder nicht?
Björn: Wir mögen die Kombination aus beidem. Zunächst haben wir die Musik gestaltet, danach haben wir es mit den Texten personalisiert. Mit Inhalt, der uns etwas bedeutet, der aber auch von anderen auf sich übertragen werden kann. Das ist doch besser, als über ein Raumschiff zu singen, das zum Saturn fliegt. Das machen wir dann beim nächsten Album. (lacht)

Im Sommer stehen einige Festivals und ein Konzert an. Wird es auch eine "Aelita"-Tour geben?
Björn: Wir denken schon über etwas im Herbst nach, womöglich eine Tour, auf der wir die ganzen Erfahrungen der letzten Monate auf die Bühne bringen werden. Wir wollen das ganz innovativ gestalten, wie wir das schon bei Caligola gemacht haben.

Freut ihr euch schon darauf, die anderen weltbekannten Bands bei den Festivals zu treffen?
Björn: Das wird ein wenig überschätzt, vor allem von den Fans. Die meisten Bands konzentrieren sich auf ihre eigene Show, daher gibt's - um ehrlich zu sein - nicht viele solcher Treffen.

Was kommt nach den Sommer-Gigs? Erstmal Urlaub?
Björn: Wir sind so oft unterwegs, da müssen wir nicht auch noch reisen.

Oder kommt ihr zurück mit eurem Nebenprojekt Caligola?
Björn: Das Projekt besteht ja weiterhin, einige Leute arbeiten ja beständig daran. Da wird also irgendwie noch etwas passieren.

Beinahe vergessen: Es gibt auch ein Album der deutschen Jazz-Electro-Band Tide & Tickled Trio, das "Aelita" heißt. Kennst du das?
Björn: (lacht) Das muss ich mal checken. Vielleicht werden sie uns verklagen.