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Interview: Maxïmo Park

Interview: Maxïmo Park

Lebenshilfe durch das brandneue Album "Too Much Information" – das verspricht Gitarrist und Songwriter Duncan den jüngeren Maxïmo-Park-Fans im Interview.

Das Cover von "Too Much Information" zeigt einen Mann, der sich die Zunge rasiert: Warum?
Duncan: Das stammt von Matt Stokes, einem Künstler, mit dem wir zusammenarbeiten. Er lebt wie wir in Newcastle und wir wollten unbedingt jemanden von hier haben, der mit uns am Album und an den Videos tüftelt. Das Bild selbst stammt von einem alten Rave-Flyer. Es ist echt cool, ein wenig seltsam … freakig. Wir wollten halt etwas, das nach Do-It-Yourself aussieht, das passt irgendwie zum Album.

Warum stammt das Cover nicht von dir? Schließlich hast du mal Kunst studiert.
Duncan: (lacht) Ich war mit dem Schreiben der Songs und den Aufnahmen beschäftigt, hatte viel zu tun und einfach wenig Zeit. Daher war es sinnvoll, jemanden von außen zu engagieren.

Stimmt es, dass zunächst nur eine EP mit fünf Songs geplant war?
Duncan: Das stimmt! Wir waren auf Tour und haben zwei, drei Songs geschrieben, die wir aufnehmen wollten. Dann kamen noch einige hinzu und irgendwann sind die Ideen nur noch so aus uns herausgesprudelt. Zu dieser Zeit haben wir auch ein eigenes Studio aufgebaut, in dem wir dann die Aufnahmen gemacht haben.

In den Texten geht es um Liebe, Probleme und das Älterwerden. Alles autobiographisch?
Duncan: Ich mag die Texte von Paul, unserem Frontmann, sehr. Er schreibt über Sachen, die ihn beschäftigen, und über Leute in unserem Alter. Die Songs handeln hauptsäch-lich davon, was uns im Alltag passiert, was wir denken, natürlich auch von Verlusten und Erinnerungen. Egal ob mit 16 oder 62 Jahren - es gibt immer irgendeine
Erinnerung, die einen emotional bewegt.

Du bist Anfang 30 …
Duncan: Ja - und das hoffentlich noch sehr lange. (lacht)

Weißt du überhaupt, was eure jungen Fans denken und fühlen?
Duncan: Wir haben die Teenager-Zeit überlebt, waren in den Zwanzigern und sind jetzt Anfang 30. Wir können daher, ähnlich wie ein älterer Bruder, sagen: Das klappt schon! Du wirst lernen, damit klarzukommen - hoffentlich ein bisschen besser als vorher.

Euer Album ist nicht nur textlich, sondern auch musikalisch äußerst vielfältig. Warum?
Duncan: Das war eher ein Zufall. Wir dachten zunächst an eine EP, hatten daher nicht den Druck und konnten experimentieren. Wir haben uns beim neuen Album einfach ausprobiert und die Tracks ausgewählt, die am besten funktionieren. Unser Producer Nicolas Vernhes hat dem Ganzen dann in New York den letzten Schliff verpasst, sodass alles nach Maxïmo Park klingt.

Bald geht's auch wieder auf Tour. Es stehen einige Konzerte in deutschsprachigen Ländern an. Wieso habt ihr dort so viele Fans?
Duncan: Das ist eine gute Frage. (lacht) Es ist wirklich toll, eine Verbindung zu den Fans zu spüren, deren Muttersprache nicht Englisch ist. Diese achten zunächst auf die Musik und setzen sich erst danach mit den Texten auseinander. Unsere Songs sind sehr melodisch, vielleicht ist das ja ein Grund.

Ihr werdet im Sommer bei einigen Festivals auftreten, darunter auch "Rock am Ring". 80.000 Fans bei einem Gig - ist das nach so vielen Jahren immer noch aufregend?
Duncan: Ja klar, das hört nie auf. Wenn ich zurück nach Newcastle komme und wieder mehr Zeit mit Schreiben verbringe, vergesse ich das ganz schnell.

Was ist mit Lampenfieber? Gibt's das auch noch?
Duncan: Zu Beginn der Tour sind wir immer noch sehr aufgeregt. Aber man gewöhnt sich schnell daran und wird immer lockerer. Vorher wird auch noch drei Wochen lang geprobt. Wir sind einfach froh, wieder on Tour zu sein.

Vielleicht helfen ja zwei Bier kurz vor dem Auftritt …
Duncan: Das könnte hilfreich sein. (lacht) Ich trinke nicht gerne, aber ein paar Beck's können nicht schaden …