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Interview: Oliver Koletzki

Interview: Oliver Koletzki

Der in Berlin lebende Oliver Koletzki zählt zu den Headlinern des "Electro Magnetic"-Festivals am 19.07. im Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Vor seiner Anreise sprachen wir mit ihm über sein neues Album, seine verkorkste Jugend und über ein Hygieneproblem mit Folgen.

Dein neues Album heißt "I Am OK". Das sind deine Initialen - was verbirgt sich noch dahinter?
Oliver: Erstmal heißt es "ich bin okay" oder "ich bin in Ordnung" oder "mir geht es gut". Auf dem dazugehörigen Cover kann man mich als 13-jährigen jungen Mann sehen …

… der eine äußerst verwirrende Frisur hat!
Oliver: Nicht nur die Frisur, auch die Brille ist wirr. Um das Ganze nicht zu überstrapazieren, haben wir die vielen Pickel und meine Zahnspange weggelassen. (lacht) Ich war eben ein richtiger Nerd. Das Bild soll den jungen Leuten Mut machen. Leuten, die vielleicht wie ich früher in der Schule fertiggemacht wurden.

Wie kann man sich den jungen Oliver Koletzki als Nerd vorstellen?
Oliver: Naja, ich war ein schüchterner Typ, der kein Wort rausgekriegt hat. Gleich zur Begrüßung gab es in der Schulklasse auch schon mal einen Mülleimer über den Kopf. Oder du wurdest an einen Stuhl gebunden und mit Papierkügelchen beworfen. Das war ein, zwei Jahre nicht lustig. Da habe ich schon Einiges mitgemacht. Deswegen ist es mir ein großes Anliegen, zu zeigen, dass diese Menschen gar nicht so schlimm sind.

Wie kam es zur Verwandlung in den "neuen" Oliver Koletzki?
Oliver: Durch die Musik! Die hat mir unglaublich weitergeholfen. Dahin bin ich geflüchtet. Ich habe glücklicherweise von meiner Mutter ein Musikprogramm für den C64 geschenkt bekommen. Das waren meine ersten musikalischen Gehversuche.

Wie macht man denn auf einem C64-Computer Musik?
Oliver: Das war ein Sequenzer, der hatte vier Spuren. Nicht so wie heute bei verschiedenen Programmen, wo man unendlich viele Spuren hat. Also musstest du dir überlegen, wie du die Spuren belegst. Meistens einen Bass und eine Snare Drum. Es war nicht einfach und du musstest mit sehr spartanischen Mitteln arbeiten. Das Ganze wurde dann auf Musikkassette aufgenommen. Das Internet war da noch nicht erfunden. (lacht)

Zurück zum neuen Album. Wie lange hast du daran gearbeitet?
Oliver: Dieses Mal hat es tatsächlich etwas länger gedauert. Etwa 1,5 Jahre schlussendlich.

Warum hat es länger gedauert?
Oliver: Das lag unter anderem daran, dass ich erstens sauviel aufgetreten bin. Aber auch daran, dass … woran lag es? Keine Ahnung! (lacht) Vielleicht habe ich mir noch mehr Mühe gegeben. Bei den letzten Alben habe ich immer so ein Jahr gebraucht. Aber es ist mir leicht gefallen. Dieses Mal war ich einfach noch etwas versierter und habe nicht so schnell aufgegeben. Teilweise habe ich mich mehrfach dran gesetzt, um immer wieder Songs zu verbessern.

Bei YouTube hat sich ein Fan gewünscht, dass du in Zukunft mehr Hip-Hop machst. Ist in dieser Richtung etwas geplant?
Oliver: Das habe ich auch gelesen. Ich kann mir das tatsächlich vorstellen, weil ich derzeit voll Bock habe, Hip-Hop zu produzieren. Aber ich habe meinem Fankreis über die Jahre schon Einiges zugemutet. Ich kann heilfroh sein, dass meine Fans so tolerant sind und meine Achterbahnfahrten mitgemacht haben. Wenn ich jetzt sage, dass ich ein reines Hip-Hop-Album mache, wäre das wohl zuviel des Guten.

Bist du bei deinen Gigs eine echte Rampensau oder eher der schüchterne Plattenaufleger?
Oliver: Rampensau! Natürlich nicht in dem Sinne, dass da einer rumtorkelt und sich betrinkt. Ich bin diszipliniert in meinem Job, weil ich weiß, dass die Leute wegen mir hier sind und einen Haufen Geld bezahlt haben. Ich will, dass sie dafür auch eine gute Leistung erhalten. Aber von Geburt an bin ich schon eher ein Partyanimal. Ich gehe gerne feiern, trinke auch gerne mal ein Glas Wein. Das Partyanimal lasse ich auf der Bühne gerne mal raus. Ich bin da nicht nur zum arbeiten, sondern feiere auch zusammen mit den Leuten.

Am 19.07. trittst du beim "Electro Magnetic"-Festival im Saarland auf. Wie gefällt dir die Location?
Oliver: Total gut! Das ist eine meiner Lieblingslocations. Letztes Jahr war ich privat dort. Die Feuershow und die Architektur sind sehr beeindruckend. Ich freu mich da schon tierisch drauf! Das wird mega.

Zum Schluss kommt eine typische Interviewfrage: Welche Marotten hast du? Und was darf auf der Bühne keinesfalls fehlen?
Oliver: Ein Ventilator, denn ich bin ein Schnellschwitzer. Der sollte unbedingt in meiner Nähe sein, weil es tierisch heiß am Arbeitsplatz werden kann.

Bist du dann nicht ständig erkältet?
Oliver: Ich bin leider relativ häufig erkältet. (lacht)

Vielleicht liegt das am Ventilator.
Oliver: Ja, ja, ja! (lacht) Aber das geht nicht anders. Ich schwitze zu stark. Bei Clubs ohne Lüftung kam es auch schon mal vor, dass ein paar Tropfen meines Schweißes in das Mischpult getropft sind, das dann kaputtgegangen ist. Der Ventilator hat seine Berechtigung.

Dann sollten die Saarländer am 19.07. Ventilatoren aufstellen.
Oliver: Ich bitte darum! (lacht)