Iris Berben mit zwei „Supermännern“ beim Filmfestival in Saarbrücken

Film : „Supermänner“ und Herzen für Berben

Zum Auftakt des Max Ophüls Preises wird ein deutscher Filmstar geehrt. Auch andere Prominente zeigen sich bei der Eröffnung. Und einige bekannte Namen werden in dieser Woche noch zum Festival für den Filmnachwuchs erwartet.

Schauspielerin Iris Berben (68) war sichtlich gerührt. „Das tut so gut“, gab sie am Montagabend zum Auftakt des Filmfestivals Max Ophüls Preis in Saarbrücken zu. Gleich „zwei Supermänner“, wie sie formulierte, hielten die Laudatio, als sie mit dem Ehrenpreis für ihre Verdienste um den jungen deutschsprachigen Film ausgezeichnet wurde: Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) und als Überraschungsgast der Jungschauspieler und Moderator Edin Hasanovic. Mit ihm hatte sie – ein Einspieler erinnerte daran – mit ihren Tanzeinlagen bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2018 für Furore gesorgt.

„Wenn es jemals einen bosnischen James Bond gibt, wirst du und nur du mein Bond-Girl“, versprach der 26-Jährige in seiner launigen Rede der „Ikone des deutschen Films“ und seiner „Kumpeline“.

Zuvor hatte Maas die Schauspielerin dafür gelobt, dass sie nicht müde werde in ihrem Einsatz für Toleranz und eine solidarische Gesellschaft. Mit ihrem Kampf „gegen jede Form von Antisemitismus und Extremismus“ gebe sie gerade jungen Menschen ein großes Vorbild.

Berben betonte, sie freue sich besonders, den Preis im Namen von Max Ophüls und damit eines Mannes zu erhalten, „dessen jüdische Identität mir sehr, sehr bewusst ist“. Die Auszeichnung erhielt sie, weil sie sich laut MOP-Chefin Svenja Böttger auch als Präsidentin der Filmakademie „seit Jahren bedingungslos“ einsetze.

„Wo könnte ich mich wohler fühlen als beim Nachwuchs?“, sagte Berben augenzwinkernd. Das liege noch immer daran, dass sie diesen mit „Neugier, Wagnis, Haltung, Provozieren, Aufstehen, Ausprobieren“ verbinde. „Ankommen tun wir doch nie in diesem wunderbaren Beruf“, bilanzierte sie. In diesem Sinne bedankte sie sich „aus tiefstem Herzen“ für diesen Nachwuchs-Ehrenpreis und „dass Sie mir einen so schönen Abend bereitet haben.“

Ein Eröffnungsabend, der mit der Premiere von Philipp Leinemanns Polit-Thriller „Das Ende der Wahrheit“ nicht spannender hätte sein können. Neben dem Regisseur zählten auch die Schauspieler aus dem Film-Team – Ronald Zehrfeld, Alexander Fehling und Claudia Michelsen – zu den Gästen am Montag. Bis Sonntag werden mehr als 43 000 Besucher erwartet, darunter auch weitere Prominente wie Til Schweiger und Christiane Paul.

Das Festival startete am Montag mit dem Eröffnungsfilm „Das Ende der Wahrheit“. Darin geht es um ein Szenario, in dem eine westliche Regierung Gefahr läuft, sich durch Millionensummen am Terroraufbau zu beteiligen.

Insgesamt stehen 153 Filme auf dem Programm. 62 davon starten in den vier Wettbewerben Spielfilm, Dokumentarfilm, Mittellanger Film und Kurzfilm. Das Preisgeld auf dem Festival summiert sich auf 118 500 Euro. Dabei werden 17 Preise verliehen. Noch bis einschließlich Sonntag, 20. Januar, beherrschen etliche Filme verschiedener Genres die Kinos Saarbrückens. Von morgens 10 bis nach 22 Uhr abends laufen die (Wettbewerbs-)Filme im Cine­Star, CameraZwo, Filmhaus und Kino achteinhalb.

Das gesamte Festivalprogramm kann man unter www.ffmop.de abrufen. Auf dieser Webseite gibt es außerdem online Kinotickets, ebenso wie an den jeweiligen Kinokassen.

Bis Freitag, 19. Januar, ist „Lolas Bistro“ ab 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt in den Filmer- und Fantreffpunkt des 40. Max-Ophüls-Festivals kostet fünf Euro. Für Inhaber von Festivalpässen und bei Vorlage von fünf Online-Tickets ist der Eintritt frei. Die Preisverleihung mit anschließender Filmparty ist am Samstag, 20. Januar, im Saarbrücker E-Werk.