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Politik bei Olympia
Japaner sauer über koreanische Flagge

Die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang schlagen politisch weiter hohe Wellen. Im Zuge der Annäherung zwischen Nord- und Südkorea ist plötzlich Japan pikiert.

Grund dafür ist die Flagge zur Wiedervereinigung, mit der sich Vertreter beider koreanischer Länder sowie IOC-Präsident Thomas Bach voller Stolz zeigten. Von aufgebrachten japanischen Journalisten wurde sie im täglichen Briefing des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) als ein "politische Zeichen" gewertet.

Auf der Flagge ist die Inselgruppe Dokdo abgebildet, auf die sowohl Japan als auch Südkorea territoriale Ansprüche erheben. Einige Japaner sehen in der Fahne eine klare Positionierung des IOC in der Dokdo-Frage zugunsten Südkoreas. Auch IOC-Sprecher Mark Adams hatte ein Foto mit der Fahne getwittert. "Das ist die Flagge, auf die sich alle Seiten beim Treffen in Lausanne am 22. Januar geeinigt haben", erwiderte er die Kritik.

Auf dem Korea-Gipfel am IOC-Sitz war geklärt worden, wie der historische Olympia-Auftritt der Nordkoreaner im offiziell immer noch verfeindeten Süden aussehen soll. Dabei hatte man sich auch über die Frage der Fahnen geeinigt - offenbar aber die Interessen Japans nicht berücksichtigt.