Judtih Holofernes

Wir sind Helden haben erstmal Pause. Unter eigenem Namen ist Judith Holofernes dabei aber gar nicht so weit entfernt vom Erfolgsgerüst ihrer Hauptband. Nur noch etwas verspielter und privater …

"Ich mache heute nichts, was etwas nutzt, wobei man schwitzt oder lang sitzt." Gleich im ersten Song "Nichtsnutz” erteilt die zweifache Mutter dem tagtäglichen Müssen müssen eine Absage. Einfach mal den Stecker ziehen. Damit ist gleich das erste große Thema des Albums eröffnet: sich Erwartungshaltungen widersetzen.

Judith Holofernes hat in zahlreichen Interviews dies auch privat beklagt. Dem Projektionsmonster Wir sind Helden (so cool, so frisch, so alles) gaben die Bandmitglieder 2011 auf unbestimmte Zeit den Laufpass. Dennoch sollte niemand denken, dass "Ein leichtes Schwert” ganz woanders andockt. Die luftigen Nummern mit dem eckigen Gesang der Holofernes sind auch hier das Branding, das zurückgenommene Nummern wie den Titeltrack umso heller strahlen lässt.

Womit wir auch gleich beim zweiten großen Thema wären: "Liebe Teil 2” verhandelt junges Elternglück, das in müden Augen und dem "Jetzt erst recht”-Trotz scheint. Nicht-Eltern zucken ob des demonstrativen Glücklichseins von den Neu-Mamis und -Papis ja gerne augenrollend mit den Schultern. Da kann ein bisschen Selbstbestätigung nicht schaden, auch wenn's Generation-Nido-mäßig daherkommt. Aber der Song ist super, mit oder ohne Buggy! Es dürfte auch entschiedenen Gegnern dieses Buddhismus-Kinderlied-Kieksens der Holofernes schwer fallen, an der Qualität des Songmaterials zu zweifeln. Es ist nur eben nicht jedermanns Themenbier. Prost!

Judith Holofernes // Ein leichtes Schwert

Anspieltipps: "Nichtsnutz", "Liebe Teil 2" und "Brennende Brücken"
Fazit: Die neue Mutter der Nation.