Kamele aus Amerika

Kamele aus Amerika

Lamas spucken, um sich zu wehren. Sie mögen Gras und Heu. Und sie leben in der Eifel. Unser Lucky-Reporter hat sie besucht.

"Unsere älteste Stute im Park ist fast 20 Jahre alt und wird von uns deshalb Oma genannt", sagt Stefan Bost. Der Chef des Wild- und Erlebnisparks in Daun steht inmitten einer Herde Lamas.

Bleiben die Tiere gesund, können sie zwischen 15 und 20 Jahre alt werden. Dafür brauchen die Lamas jede Menge zu fressen. Schließlich wiegt so ein Lama zwischen 120 und 150 Kilogramm und misst bis zur Schulter bis zu 1,30 Meter. Mit ihren langen Hälsen sind manche Tiere genauso groß wie Bost: 1,80 Meter. Die Tiere sind dabei überhaupt nicht anspruchsvoll. Statt ausgefallener Menus reicht den Lamas einfache Hausmannskost. "Am liebsten fressen sie Gras und Heu", sagt Bost.

Dabei kann es schon mal zur Sache gehen. Um Artgenossen vom Futter zu vertreiben, oder wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen, spucken die Tiere.

Die Lamas im Wildpark sind aus verschiedenen Zoos und Tiergehegen nach Daun gekommen. Ursprünglich stammen die höckerlosen Kamele jedoch von viel weiter her. Ihre Heimat sind die Anden, ein Gebirge in Südamerika. Dort benutzen die Bewohner der Anden die Lamas als Lastenträger. Von den etwas kleineren Alpakas verwenden sie die Wolle.

Das war aber nicht immer so. Die Urform der Lamas und Alpakas sind die Vinjucas und die Guanakos. Die Anden-Indianer, Nachfahren der mächtigen Inkas, mussten die Vinjucas und die Guanakos erst domestizieren, also aus wilden Tieren Haustiere machen. Als Bergtiere fühlen sie sich in der Vulkaneifel sichtlich wohl. "Da sie genügend Schutz und Deckung haben, kommen die Lamas hier auch problemlos mit den kalten Wintern klar", sagt Bost.

Im Wildpark in Daun gibt es momentan 45 Lamas und zehn Alpakas. Am Anfang waren es lediglich zehn Tiere. Seither haben sie sich prächtig vermehrt. Nachwuchs gibt es aber nur einmal im Jahr, da ein Lama fast ein ganzes Jahr lang schwanger ist - 360 Tage, um genau zu sein.

Wie viele Junge Lamastute Oma bekommen hat, weiß Bost nicht mehr. "Sie ist aber mit Sicherheit schon lange selbst mehrfache Großmutter."

Falk Straub

Lastenträger für die Inkas

Die Lamas stammen aus Peru und dessen Nachbarländern Bolivien und Chile. Über ihre Gebiete erstrecken sich die Anden-Berge. Peru ist mehr als dreimal so groß wie Deutschland, aber es leben wesentlich weniger Menschen dort.

Die Peruaner unterhalten sich auf ganz unterschiedlichen Sprachen, aber hauptsächlich auf Spanisch, Quechua und Aymara. Das liegt daran, dass die Spanier im Jahre 1532 mit ihren Schiffen nach Peru kamen und das Land eroberten. Daher wird in Peru heute noch Spanisch gesprochen.

Quechua und Aymara sind hingegen die Sprache der Ureinwohner des Landes. Bekannt sind die Inka. Sie herrschten zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert über das Land, bevor die Spanier Peru besetzten. Das Inkareich war groß und erstreckte sich über die heutigen Nachbarländer Chile, Argentinien, Bolivien und Ecuador.

Das Zentrum der Inka, die alte Stadt Cuzco, liegt hoch in den Bergen. Die Inka waren ein sehr fortschrittliches Volk, besaßen Straßennetze und bauten Tempel für ihre Götter und mächtige Festungen.

Manche Stätten der Inka blieben sogar den Eroberern verborgen. Erst vor knapp 100 Jahren wurde zum Beispiel eine alte Ruinenstadt der Inka entdeckt: Machu Picchu (gesprochen: Matschu Pitschu) liegt in 2360 Metern Höhe in den Anden und ist wegen seiner Lage hoch über einem Tal weltberühmt.

Judith Paland

Stichwort: Peru

Ländername: Republik

Peru; República del Perú

Hauptstadt: Lima (ca. 9,3

Millionen Einwohner)

Fläche: 1 285 000

Kilometer

Einwohner: 29, 8 Millionen Landessprachen: Spanisch,

Quechua, Aymara

Andere Städte: Callao,

Arequipa, Trujillo, Cusco

Neuwelt- und Altweltkamele

Wusstet ihr, dass Lamas mit Dromedaren verwandt sind? Beide gehören nämlich der Tiergattung der Kamele an. Früher kannten die Europäer nur Dromedare (ein Hocker, Afrika) und Trampeltiere (zwei Hocker, Asien). Als dann Amerika entdeckt wurde, sprachen die Europäer von der "Neuen Welt" im Gegensatz zur "Alten Welt", zu der man Europa, Afrika und Asien rechnete. Da Lamas und Vicuñas nur in Südamerika vorkommen, sind es also "Neuwelt"-Kamele.

mc