Familientag und Festakt auf dem Grundstück Ein Meilenstein für das Nestwärme Kinderhospiz auf dem Petrisberg in Trier

Trier · Für Groß und Klein war es ein fröhliches Familienfest bei Sonne und Regen auf dem Petrisberg. Nebenan ist die Baustelle für das Kinderhospiz offiziell eingeweiht worden. Warum das Projekt so wichtig ist und wer es unterstützt.

Trier Einweihung der Baustelle für das Nestwärme-Haus
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Einweihung der Baustelle für das Nestwärme-Haus

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Foto: Andreas Sommer

Mit einem bunten Fest hat der Verein Nestwärme am Samstag viele Familien auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände in Trier begeistert. Beste Stimmung, ein buntes Programm und viel Kinderlachen bei – zumindest anfangs – bestem Wetter. Im Forum begeistern das Orchester Vita ProMusika und die Tanzmäuse Schweich. Hüpfburg, Lebend-Kicker und beste Rundumversorgung versprechen einen guten Tag.

Das ausgelassene Fest hat aber einen durchaus ernsten Hintergrund. Denn 500 Meter entfernt von dem bunten Treiben wird in den kommenden zwei Jahren das Kinderhospiz entstehen. Es soll ein Ort werden, an dem Kinder mit lebensverkürzenden Erkrankungen und ihre Familien Ruhe finden und Energie tanken können.

Offizieller Startschuss für das Großprojekt Kinderhospiz in Trier

Auch dort ist an diesem Nachmittag alles bestens vorbereitet, um mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer den offiziellen Startschuss für das Großprojekt zu feiern. Als just bei der Ankunft der Schirmherrin aus dem davor noch blauen Frühlingshimmel dicke Regentropfen fallen, sorgt das nur kurz für Irritation. „Die Dinge kommen aus dem Nichts“, vertröstet Nestwärme-Vorsitzende Petra Moske die vor dem Regen in das benachbarte Studentenwohnheim geflüchteten Gäste. „Es ist wie bei den betroffenen Familien: Man hat erst einmal keinen Plan. Aber im Vergleich zu deren Situation ist das hier wirklich kein großes Problem.“

Auf dem Grundstück am Waldrand nahe dem Fernsehturm wird das neue Nestwärme-Zentrum entstehen, in dem das Kinderhospiz ein wichtiges Element sein wird. Neben acht Plätzen im Hospizbereich sind auch eine Wohngemeinschaft für junge Erwachsene und ein Bereich mit Dauerbeatmungsplätzen geplant. Das mehr als zehn Millionen Euro teure Gebäude wird von der Stiftung Reh-Kids finanziert. „Wir werden in den Obergeschossen Mietwohnungen schaffen, die für die Stiftung Einkommen generieren“, sagt Nick Reh, der Nestwärme seit neun Jahren begleitet.

So war das Nestwärme Familienfest auf dem Petrisberg
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So war das Familienfest auf dem Petrisberg

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Als der Regen vorbei ist, kann die kurze Feierstunde starten. Ministerpräsidentin Malu Dreyer als ehemalige Gesundheitsministerin beweist Sachkenntnis und zeigt viel Empathie. „Es geht hier nicht um das Sterben, sondern um Begleitung und Teilhabe für die betroffenen Kinder und Jugendlichen“, sagt sie. Die Anfrage, Schirmherrin zu sein, habe sie berührt. „Es gibt dafür keinen besseren Träger dafür als die Nestwärme. Denn hier stehen tolle und mutige Menschen hinter dem Projekt.“

Nestwärme-Zentrum mit Kinderhospiz könnte Ende 2024 fertig sein

Baubeginn soll im Herbst sein. Wenn alles gut läuft, könnte das neue Nestwärme-Zentrum mit Kinderhospiz Ende 2024 fertig sein. „Wenn es Probleme gibt, bitte melden“, ermuntert Malu Dreyer die Nestwärme-Vorsitzenden Petra Moske und Elisabeth Schuh. „Ich kann zwar kein Geld zaubern, aber immerhin bin ich die Ministerpräsidentin!“

Tatsächlich werden nicht alle Leistungen im Nestwärme-Kinderhospiz durch die Krankenkassen gedeckt sein. Spenden werden zunächst aber vor allem für die Einrichtung des für Familien aus der ganzen Region offenen stationären Angebots benötigt. Dafür hat das Medienhaus Trierischer Volksfreund bereits vor Weihnachten eine Benefizaktion gestartet. „Wir haben sofort gesagt, das machen wir“, sagt Thomas Deicke. „Das ist uns eine Herzensangelegenheit, die wir bis zur Fertigstellung und darüber hinaus begleiten werden.“ Der Geschäftsführer des Trierischen Volksfreunds ist mit Ehefrau Nino und Töchterchen Marissa-Marie zu der Feierstunde gekommen.

„Wir sorgen für Öffentlichkeit und werden die Menschen in der Region und auch im Saarland darüber informieren, was Sie hier Tolles machen.“ Im Sommer sei auch wieder ein Kinderflohmarkt geplant, verspricht Deicke, gemeinsam mit der Nestwärme und für das Kinderhospiz. Aktuell sind durch die Aktionen bereits 330.000 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen. Die Kosten für die Einrichtung werden auf mindestens 1,5 Millionen Euro geschätzt.

Auf dem Grundstück am Waldrand steht an diesem Tag symbolisch für das Projekt ein buntes Spielhaus aus Holz, das von den Gästen enthüllt wird. Zu ihnen gehören auch Bürgermeisterin Elvira Garbes, Jutta Albrecht als sozialpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Stadtrat und Verena Hubertz. „Ich werde mich mit allem, was ich habe, für dieses Projekt einsetzen“, verspricht die SPD-Bundestagsabgeordnete.

So viel Unterstützung und positive Energie lässt selbst Nestwärme-Vorsitzende Petra Moske kurz sprachlos werden. Das sei ein wirklicher Meilenstein, sagt sie dann und verspricht: „Das Haus soll offen sein und für die betroffenen Familien ein Gefühl von Zuhause bieten. Spiel, Spaß und Förderung müssen hier neben der Pflege ihren Platz haben.“

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