Kindernachricht: Das Salz im Brot

Kindernachricht: Das Salz im Brot

Hallo Kinder, ich bin's wieder, euer Lucky. Am 7. Juni wird das Europäische Parlament neu gewählt - nicht nur in Deutschland. Sage und schreibe 375 Millionen Menschen sind in Europa zur Wahl dieser Versammlung aufgerufen. Das Europaparlament hat seinen Sitz in Straßburg. Das ist eine Stadt in Frankreich.

Das Parlament mit seinen rund 700 gewählten Mitgliedern ist Teil eines mächtigen Staatenbündnisses, der Europäischen Union. Auch Deutschland gehört dazu. Vielleicht habt ihr ja schon bemerkt, dass man in vielen Urlaubsländern auch mit dem Euro zahlen kann - das verdanken wir dem Bündnis. 27 Staaten gehören dieser Union an. Die "Regierung" dieses Bündnisses nennt sich Europäische Kommission.

Innerhalb dieses Bündnisses entscheidet das Europäische Parlament zusammen mit der Kommission und den Ministern der Mitgliedsländer über viele Themen, die unser Leben beeinflussen: etwa ob wir ohne Probleme auch im Nachbarland arbeiten können oder beim Handy-Telefonieren im Ausland nicht zu hohe Gebühren zahlen. Andere Themen sind etwa Hilfen für Landwirte oder der Kampf gegen Verbrecher.

Auch der Schutz der Menschen vor gefährlichen Produkten und Stoffen ist der Europäischen Union wichtig. Aber mit ihren Vorschlägen in diesem Bereich stößt sie nicht nur auf Zustimmung - mächtig sauer waren etwa deutsche Bäcker, als die Europa-Behörden das Salz im Brot genauer unter die Lupe nahmen. Die Bäcker glaubten nämlich, man wolle ihnen vorschreiben, wieviel Salz in Brot und Brötchen und womöglich auch auf Laugenbrezeln sein darf. Den Europa-Behörden ging es aber um den Schutz der Verbraucher: Wenn zuviel Salz im Brot ist, solle das Brot nicht mehr "gesund" genannt werden. Als Regel gilt: nicht mehr als ein Gramm Salz pro 100 Gramm Brot.

Mehr Zustimmung bekommen die Europa-Behören für eine Schulobst-Kampagne. Die soll im Kampf gegen das grassierende Übergewicht bei Kindern helfen. Jedes Schulkind soll Äpfel, Orangen oder knackiges Gemüse angeboten bekommen.

Lucky hat auch erfahren, dass nicht nur gesundes Essen für die Europa-Abgeordneten und -Behörden ein Thema ist. So haben etwa Parlament und Ministerrat jüngst eine Kosmetik-Richtlinie beschlossen: Das ist ein europäisches Gesetz, das in jedem einzelnen Land der Europäischen Union umgesetzt werden muss. Es verlangt mehr Aufklärung über sogenannte Nanopartikel. Die gibt es unter anderem in Sonnencremes und sind bisher noch kaum erforscht. Man weiß noch sehr wenig über ihre Auswirkungen auf die Gesundheit.

Schon vor einigen Jahren hat die Europäische Union Stoffe, die etwa die gefährliche Krankheit Krebs verursachen können, aus Kosmetika verbannt. Dieses Verbot gilt künftig auch für Spielzeug, Teddybären, Autos oder Puppen. Spielzeug aus China war deswegen zurückgerufen worden.

Doch manchem reicht das nicht. Umweltschutzverbände beklagten bei einer Spielzeugmesse zu viel Gift im Spielzeug, sei es Blei, Quecksilber oder Zinn. So schnell kann die Europäische Union daran nichts ändern. Bis zur Umsetzung von EU-Gesetzen vergehen oft Jahre. Die schärferen Sicherheitsauflagen für Spielzeug gelten etwa erst ab 2011.

Ihr seht, die europäischen Behörden sind im Bereich unserer Gesundheit und sicherer Produkte ganz schön am Werkeln. Demnächst werden sie wegen der Rechte von Patienten im Ausland wieder aktiv werden - also wenn ihr wegen einer Krankheit im Urlaub den Arzt aufsuchen müsstet. Patienten können sich nämlich grundsätzlich im Ausland behandeln lassen und die Kosten von ihrer heimischen Krankenkasse erstattet bekommen. Doch noch sind alle EU-Länder längst nicht so weit. Bleibt also gesund,wünscht euch

Euer Lucky!