Kolosse der Urzeit

Kolosse der Urzeit

Ceratosaurus, Allosaurus, Nemegtosaurus: Vor langer Zeit streiften riesige und kleine Dinosaurier über die Erde – aber was, wenn sie auch heute noch existieren würden? Lucky-Reporter Falk Straub hat einen Dinosaurier-Expertem gefragt, ob das möglich wäre, warum man so viel über Dinosaurier weiß, und warum es weiterhin viel Arbeit für Dino-Forscher gibt.

Herr Knötschke, in Spielfilmen werden Dinosaurier wieder zum Leben erweckt. Könnten Dinos tatsächlich wiederbelebt werden?Nils Knötschke: Nein, denn von Dinosauriern gibt es nur versteinerte Knochen. Und in denen ist zu wenig Erbmaterial enthalten. Um Dinosaurier wieder zum Leben zu erwecken, bräuchten Wissenschaftler aber genau dieses Erbmaterial. Mammuts könnten Forscher aber theoretisch wiederbeleben. Denn Mammuts hat man auch schon tiefgefroren, komplett mit ihrem Fell und ihrem Fleisch gefunden. Und in diesen „Tiefkühl-Mammuts“ ist genügend komplettes Erbmaterial enthalten. Nehmen wir einfach einmal an, dass Wissenschaftler auch Dinos wiederbeleben könnten, hätten sie dann überhaupt eine Überlebenschance in unserer heutigen Umwelt?Nils Knötschke: Ich denke schon, weil Dinosaurier sehr anpassungsfähig waren. Dinos haben immer wieder Tricks angewendet, um in ihrer Umwelt zu überleben. Wenn sich zum Beispiel das Wetter geändert hat und es lange Zeit viel kälter als gewohnt wurde, haben manche Dinos mit einer Art Winterschlaf darauf reagiert. Ein anderer Dinosaurier, der auf einer kleinen Insel gelebt hat, hat seine Körpergröße der Insel angepasst und wurde von Generation zu Generation kleiner. Woher wissen Dino-Forscher eigentlich so viel über die Tiere?Nils Knötschke: In erster Linie durch Knochen, die wir ausgraben. Jedes Jahr entdeckten Dino-Forscher weltweit im Schnitt zwei neue Arten. Wenn wir viel Glück haben, finden wir Dinosaurier-Mumien. Die sind ähnlich erhalten wie die Mumien in Ägypten. Bei diesen Dino-Mumien ist dann auch die Haut versteinert und erhalten. Manche Dinos hatten aber auch Federn – nicht zum Fliegen, sondern um sich wie mit einer Decke zu wärmen. Viele Dinge wissen die Dino-Forscher von versteinerten Fußspuren. Hier lesen wir aus den Fährten der Tiere. Daran können wir erkennen, ob der Dino ein Herdentier war oder ein Einzelgänger, ob er ein Raubtier oder ein Pflanzenfresser war. Die Fußspuren zeigen aber auch, wie schnell, wie groß oder wie schwer ein Dino gewesen ist. In versteinerter Dinosaurier-Haut können wir mittlerweile sogar die Farbe des Dinos feststellen. Denn in der Haut sind bestimmte Farbstoffe zu finden, sogenannten Pigmenten. Die können wir heute zwar mit dem bloßen Auge nicht mehr sehen. Durch die Zusammensetzung dieser Pigmente können wir aber herausfinden, welche Farbe die Haut einmal gehabt hat. Wie viele unbekannte Dinos schlummern noch unter der Erde?Nils Knötschke: Ich rechne noch mit vielen spektakulären Funden. Denn die Arbeit und die Technik der Dino-Forscher wird immer gezielter und immer besser. Weil die Forscher mittlerweile so intensiv suchen, könnte es gut sein, dass in Zukunft sogar vier bis sechs Dinosaurier-Arten jedes Jahr entdeckt werden.Was macht ein Dinosaurier-Forscher?Was macht ein Dino-Forscher eigentlich genau? Das erklärt Nils Knötschke: „Die meiste Zeit sitzt ein Dino-Forscher im Büro. Dort schreibt er seine Entdeckungen auf, die später in einer Art Zeitungsartikel für andere Wissenschaftler veröffentlicht werden. Dafür muss er die gefundenen Knochen ganz genau vermessen und beschreiben. Im Büro plant der Dino-Forscher auch Ausstellungen, um seine Entdeckungen einem breiten Publikum vorzustellen. Zwei bis drei Monate im Jahr ist der Dino-Forscher dann aber auch draußen und gräbt aus, zum Beispiel in der Wüste Gobi in China oder in den Badlands in den USA.Das macht natürlich am meisten Spaß, weil man der Erste ist, der die Dinos findet oder eine neue Art entdeckt.“ fas