Kommentar zur Entscheidung des EU-Gerichtshofs

Kommentar zur Entscheidung des EU-Gerichtshofs

Die Entscheidung kommt nicht überraschend: Die Exklusivvermarktung von Fußballspielen verstößt gegen EU-Recht. Dieses Urteil des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg könnte Bezahlfernsehsender wie Sky in Nöte bringen, auch wenn die Auswirkungen in England wohl größer sein werden als in der Bundesliga.

Es zeichnet sich eine Konkurrenzsituation ab, die dem Fußball gut tun wird. Bisher galt: Wer die Bundesliga live im Fernsehen schauen wollte, musste entweder selbst Sky abonnieren oder das internetbasierte "Liga total" oder eben in die Sky-Kneipe gehen. Künftig wird die Auswahl größer: Auch ausländische Rechte-Inhaber werden die Liga legal auf den Schirm bringen können. Eine mögliche Konsequenz ist, dass die Preise im Bezahlfernsehen fallen werden. Das wäre der erste Dominostein: Die Sender werden weniger zahlen, die Einnahmen der Clubs sinken. Damit werden vielleicht in Zukunft die absurden Gehälter der Topspieler wieder auf Planet Erde andocken, zumindest in der EU. Das würde ein paar mehr überbezahlte (Alt-)Stars nach Russland oder in die arabische Wüste locken. Aber trotzdem - oder eben deshalb: Merci, Luxemburg! Ein gutes Urteil für Fußball-Fans! a.feichtner@volksfreund.de

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