| 21:37 Uhr

KREISLIGA A : Der Lenerz-Clan

Kein Training ohne: Gleich sechs Mal steht die Familie Lenerz im Kader des SV Burbach. Foto:: Hans Krämer
Kein Training ohne: Gleich sechs Mal steht die Familie Lenerz im Kader des SV Burbach. Foto:: Hans Krämer
BURBACH. Die SG Burbach und ihre geballte Lenerz-Front: Als Nächstes bekommt sie die SG Neidenbach zu spüren. Wenn alles glatt geht, können bei den Burbachern gleich sechs Spieler mit dem Nachnamen Lenerz von Beginn an auf dem Feld stehen. ARRAY(0xe83f53f0)

Es gibt bestimmt nicht wenige unter den Eifel-Fußballern, die ihrer Frau schon einmal ins Ohr geflüstert haben: "Schatz, wie wäre es, wenn wir elf Kinder bekommen würden, dann hätten wir eine richtige Fußballmannschaft" - und die könnte dann ja sogar im Vereinsnamen den Nachnamen der Familie tragen. Wie stolz müssten die Väter sein, wenn sie eines Tages mal mit ihrem VfB Schmitz auf den Erz-Rivalen FC Meier treffen würden. Spötter erzählen sich, eine Mannschaft aus dem Spielkreis sei sogar bereits kurz davor, dass ein Familienname Bestandteil des Vereinsnamens wird: Beim A-Ligisten SG Burbach ist das der Fall. Gleich sechs Akteure mit den Nachnamen Lenerz kämpfen dort um Tore und Punkte, ein siebter coacht die Reserve-Mannschaft des Vereins. "Natürlich sind wir darauf schon häufig angesprochen worden", berichtet Jürgen Lenerz. Und wer sind sie nun, diese sieben Lenerz? Da wären zum Ersten Jürgen Lenerz und sein Bruder Günther, beide 31 Jahre alt, Zwillinge, wie angesichts desselben Alters zweier Brüder nur unschwer zu erraten ist, Libero der eine, Mittelfeldspieler der andere; dann haben die beiden noch einen Bruder namens Frank, der besagter Trainer der zweiten Mannschaft der SG Burbach ist; Vettern in die eine Verwandtschaftsrichtung sind die Brüder Alexander Lenerz und Christian Lenerz, beide Anfang 20, beide im Mittelfeld zu Hause; und zu guter Letzt auch noch ein Vettern-Paar in eine andere Richtung, Stefan Lenerz, der 18-jährige Verteidiger, und Marco Lenerz, Mitte 20, der aber meistens in der Reserve zum Einsatz kommt. Eine Armada, die sich auch taktisch auszahlen kann. Denn wie reagiert denn nun der Spieler der gegnerischen Mannschaft, wenn sein Trainer ihm während der Partie zuruft: "Deck doch den Lenerz enger." Auch so mancher Schiedsrichter hat sich vor dem Spiel bei der Passkontrolle schon herrlich amüsiert - oder so seine Problemchen gehabt mit dem Lenerz-Haufen.Erweiterung der Fraktion erst so im Jahr 2022

Die nächsten, die sich mit dem Klub der Lenerz' auseinander setzen müssen, sind die Kicker der SG Neidenbach. Morgen um 17 Uhr geht's los: ein heißes Nachbarschaftsduell, außerdem müssen die Burbacher schauen, dass sie den Anschluss an die Spitze halten, denn nach dem 0:1 zum Saison-Auftakt in Lambertsberg hinken sie ein wenig hinter Ahbach zurück. "Zudem wollen wir noch die Schmach vom vergangenen Jahr wettmachen, als wir gegen die Neidenbacher 0:3 verloren haben", spornt Jürgen seine Mitspieler an. Mit den elf Lenerz in einer Mannschaft kann es übrigens nichts mehr werden. Zwar gibt es im Fußballkreis noch jemanden mit den Nachnamen Lenerz (Lasels Udo Lenerz, ein "Kleinvetter", wie Jürgen sagt), aber aus der eigenen Burbacher Jugend kommt - zumindest in den nächsten Jahren - keiner mehr hinzu, der die Lenerz-Fraktion vergrößern könnte. Aber wenn sie ein bisschen Geduld haben und alle brav bei der Stange bleiben, dann könnte so im Jahr 2022, wenn Jürgen und Günther bereits stramm auf die 50 zugehen, Verstärkung ins Haus stehen: Jürgen Lenerz hat nämlich bereits einen kleinen, zweieinhalb Jahre alten Sohn. Der würde sich am besten schon einmal jetzt darauf einstellen, vor allem im Angriff eingesetzt zu werden - dann wäre der Lenerz-Clan auf dem ganzen Feld vertreten.