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Kirche
Kritiker der Bistumsreform protestieren vor dem Trierer Dom

Trier. Interessengemeinschaft kämpft weiter für den Erhalt der kleinen Kirchengemeinden. Bei einer nun angekündigten Demonstration werden bis zu tausend Teilnehmer erwartet.

Die Kritiker der geplanten Bistumsreform lassen nicht locker. Für Mitte Oktober plant die sogenannte Interessengemeinschaft Kirchengemeinde vor Ort eine Protestveranstaltung vor dem Trierer Dom. Dabei rechnen die Initiatoren mit bis zu tausend Teilnehmern, wie ein Sprecher der Stadt auf Anfrage unserer Zeitung sagte. Ziel der nach eigenen Angaben von 213 Kirchengemeinden unterstützten Initiative ist es, dass die Bistumsleitung die geplante Auflösung der kleinen Pfarreien noch einmal überdenkt.

Im Bistum Trier gibt es derzeit noch 887 Pfarreien, die in 172 Pfarreiengemeinschaften organisiert sind. Ab dem Jahr 2020 soll es in Deutschlands ältestem Bistum nur noch 35 XXL-Pfarreien geben, die im offiziellen Sprachgebrauch „Pfarreien der Zukunft“ heißen.

Die Vertreter der einst im Prümer Raum gegründeten Interessengemeinschaft wollen, dass die jetzigen Pfarreien mit ihren Vermögen – wenn vor Ort gewünscht – auch unter dem Dach der Großpfarreien erhalten bleiben können.

Ohne diese lokale Verwurzelung würden Ehrenämter niedergelegt oder gar nicht erst übernommen, heißt es in einem Thesenpapier der Interessengemeinschaft. Darin werfen die Kritiker dem Bistum unter anderem vor, die wesentlichen Weichenstellungen vor der vorgeschriebenen Anhörung der Kirchengemeinden gemacht zu haben.

Das Bistum hat derartige Vorwürfe in der Vergangenheit stets zurückgewiesen. Mehrfach haben sich Vertreter des Generalvikariats auch mit Mitgliedern der Interessengemeinschaft getroffen. „Die Vertreter der Initiative sind für die Synodenumsetzung wichtige Gesprächspartner“, meinte Bischofssprecherin Judith Rupp am Wochenende auf Anfrage unserer Zeitung. Sie räumte allerdings ein, von der geplanten Großdemonstration vor dem Dom erst „aus dem Internet erfahren“ zu haben.

Das klingt eher weniger nach einem vertrauensvollen Miteinander. Sollte es überhaupt ein weiteres Gespräch der beiden Seiten geben, dürfe die Atmosphäre wohl  unterkühlter sein als in der Vergangenheit.

Wie genau die als „Mahnwache und Protest gegen die beabsichtigte Zusammenlegung von Kirchengemeinden“ angemeldete Veranstaltung der Kritiker am Samstag, 20. Oktober, um kurz vor 12 Uhr ablaufen soll, wird nach Angaben eines Sprechers der Interessengemeinschaft bis Mitte September feststehen.

Ebenfalls Mitte September findet in Bitburg ein Forum statt, bei dem Triers Bischof Stephan Ackermann (55) über die Umsetzung der Synode informieren will. Titel des Treffens: Die Kirche bleibt im Dorf. Genau das aber bezweifeln die Kritiker der Strukturreform.

Wo in den 35 neuen Großpfarreien die sogenannten Pfarrorte sein werden, in denen Leitungsteams und Verwaltung sitzen, soll bis Mitte nächsten Jahres feststehen.