Kylie Minogue

Auch nach einem Vierteljahrhundert im Musikgeschäft steht die Australierin nach wie vor für nervös machenden Sex-Appeal und mitreißende Pop-Nummern. Den ganz großen Hit sucht man auf "Kiss Me Once" allerdings vergeblich.

Kylie-Maniacs streiten sich immer darüber, welche Alben ihrer Göttin ihnen denn besser gefallen: die mit den zwei Hits, angereichert mit reichlich belanglosem Füllmaterial, oder die mit durchgängig guten Songs, denen aber die Überhits abgehen.

"Kiss Me Once" gehört genauso wie "Aphrodite" und "Fever" zu der zweiten Kategorie. Mit egalem Zeugs muss sich hier niemand rumschlagen, denn von A bis Z verkörpern die elf (bzw. 13, aber dazu später mehr) Songs routiniert produzierte und keck inszenierte Pop-Stücke mit Electropop-Einschlag. Also exakt das, was die Australierin schon Jahre vor einer K. Perry mit bezauberndem Lächeln aufführte. Hits wie "Can't Get You Out Of My Head" kommt die Single "Into The Blue" am nächsten. Ein Gute-Laune-Beat paart sich mit verführerischem Gesang unter der Discokugel. Ein Brecher, der dank Miss Minogues Augenzwinkern nicht am Autoscooter, sondern auf der Tanzfläche golden scheint.

"Sexy Love" punktet dank funky Basslauf, "Sexercize" verliert etwas durch den offensichtlichen Versuch, mit Vocoder den jungen Pop-Kätzchen die Milch wegzuschlabbern. "If Only" ist dafür wieder eine kredibile Nummer mit Sehnsuchtseinschlag. Wem das Album mit nicht einmal 40 Minuten zu kurz ist, dem sei die Deluxe-Version empfohlen, die zwei Songs enthält, die auch der regulären Version sehr gut zu Gesicht gestanden hätten.

Kylie Minogue // Kiss Me Once

Anspieltipps: "Into The Blue", "Kiss Me Once" und "Sexy Love"
Fazit: Sehr guter Standard von unserer Kylie.