Lauterns Hoffnung heißt Hoffer

Lauterns Hoffnung heißt Hoffer

In den nächsten Auswärtsspielen bei Hertha (heute, 20.15 Uhr live auf Sport1) und Eintracht Braunschweig (11. März) hat Kaiserslautern die letzte Chance, mehr als Platz drei in der zweiten Liga anzustreben. Hoffnungsträger ist ein Mann, von dem fast die Hälfte der Mannschaftskameraden nicht einmal weiß, wie er richtig heißt.

Kaiserslautern. Erwin wer? Als die Mannschaft zum Ende der Transferperiode erfuhr, dass ein gewisser Erwin Hoffer zur Truppe stoßen würde, konnte sich ein Großteil der vielen Neuen im FCK-Aufgebot keinen Reim auf den Kollegen machen. "Die Hälfte der Mannschaft weiß nicht, dass ich Erwin heiße. Von den Neuen sowieso keiner", offenbarte Erwin, genannt Jimmy, Hoffer, vor dem Abflug der "Roten Teufel" zum Zweitliga-Gipfel heute in die Bundeshauptstadt.
Der österreichische Nationalspieler, flink, trickreich, wendig und auch noch torgefährlich, war das, was man einen Publikumsliebling nennt in der Pfalz, bevor es ihn 2011 zum damaligen Bundesliga-Aufsteiger Eintracht Frankfurt zog. "Jimmy" war ein Wanderer zwischen den Fußball-Welten: Seit 2009 von Rapid Wien kommend beim SSC Neapel unter Vertrag, liehen ihn die Lauterer 2010 aus. Der junge Mann passte sich schnell an, trug mit fünf Toren in 24 Bundesliga-Spielen zum siebten Tabellenplatz im Aufstiegsjahr bei.
Doch Hoffer war fremdbestimmt, wurde 2011 an den Bundesliga-Absteiger Eintracht Frankfurt verliehen. Noch bis Juni 2014 steht er unter Vertrag beim SSC Neapel. Doch der stille Badener, passionierter Angler, mit acht Geschwistern aufgewachsen, ist ein harmoniebedürftiger Mensch. "Als ich in der Winterpause hörte, dass ich noch mal wechseln sollte und dass auch der FCK im Gespräch war, musste ich nicht lange überlegen." Und so hieß es im Januar 2013 zum zweiten Mal frei nach Johannes Mario Simmel: "Und Jimmy ging zum Betzenberg."
Beim 3:0 gegen Dynamo Dresden zur Heimspiel-Premiere 2013 feierte er als Einwechselspieler nicht nur seine Rückkehr ins Team der Pfälzer, sondern auch gleich noch einen eigenen Torerfolg. "Das ist herausragend für einen Sportler, wenn er vom Publikum so eine Unterstützung bekommt." Lang anhaltende, lautstarke "Jimmiiii"-Chöre hallten jedes Mal durch die Westkurve wenn der "verlorene Sohn" gegen die Sachsen auf Reisen geschickt wurde. Es scheint, als habe Hoffer nach seiner Frankfurter Zeit etwas von seiner zwar sehr höflichen, aber auch eher leisen und zurückhaltenden Art verloren. Er wirkt kommunikativer, aufgeschlossener. jüb
Extra

FCK-Trainer Franco Foda pokerte drei Tage vor dem Spiel noch mit seinem Personal: Ob Hoffer anstelle des gesperrten Stoßstürmers Mo-Idrissou an der Seite von Kapitän Albert Bunjaku von Beginn an auflaufen wird, ließ der Trainer offen. Nach überstandenem grippalem Infekt ist Stammtorwart Tobias Sippel einsatzbereit. Mehr als 3000 FCK-Fans werden die Reise zu Hertha antreten. jüb

Mehr von Volksfreund