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Corona Newsletter

Service : Newsletter: Hier gibt es das tägliche Update zum Kampf gegen das Coronavirus

In seinem kostenfreien Newsletter fasst Volksfreund-Chefredakteur Thomas Roth täglich die wichtigsten Nachrichten des Tages zum Thema Corona zusammen. Hier können Sie sich für den Newsletter anmelden.

Liebe Leserin, lieber Leser!

Der Streit darum, wie groß ein Geschäft sein darf, um öffnen zu können, hat ein Ende – zumindest in Rheinland-Pfalz. Ministerpräsidentin Malu Dreyer kündigte heute in ihrer Regierungserklärung Änderungen ab Montag an: „Geschäfte des Einzelhandels werden unabhängig vom Sortiment und der Verkaufsfläche unter Einhaltung von Auflagen und einer strengen Kundenbegrenzung öffnen können." Momentan dürfen Läden nur öffnen, wenn sie ihre Verkaufsfläche auf höchstens 800 Quadratmeter begrenzen. Dagegen hatte etwa Möbel Martin geklagt – im Saarland erfolgreich, in Rheinland-Pfalz stand ein Urteil noch aus. Und die Regelung war, so meine Ansicht, nicht nachvollziehbar: So konnte etwa das Outlet-Center in Zweibrücken öffnen, weil einzelne Läden unter die Grenze fielen. Insgesamt stehen dort aber mehr als 20.000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Nun wird ein kleiner Teil Einkaufs-Normalität zurückkehren – obwohl Desinfektions-Stationen weiter das Bild prägen werden, ebenso wie die Masken und das Abstand halten. Mehr über diese und weitere Nachrichten zum Kampf gegen das Coronavirus können Sie immer in unserem Live-Blog lesen. Ein ausführliches Stück zu den von Dreyer angekündigten Änderungen finden Sie als Online-Abonnent hier.

Dreyer betonte zudem, Gottesdienste wieder zuzulassen. Ein besonderer wird möglicherweise einer der ersten sein. In Klausen laufen die Vorbereitungen für die Feier zur Eröffnung der Wallfahrt am Sonntag – vorausgesetzt, das Hygienekonzept wird von den Behörden abgenommen. Pater Albert Seul erläuterte uns: Nach Anmeldung können 55 Menschen ins Gotteshaus. Am Eingang der Kirche würden sie von Ordnern empfangen und eingewiesen, im Inneren sollen noch einmal Saaldiener den Besuchern ihre Plätze zeigen. Mehr zu den Plänen in Klausen erfahren Sie in diesem Artikel.

Nachdem an den vergangenen beiden Tagen jeweils nur eine neue Infektion mit Sars-CoV-2 in der ganzen Region Trier gemeldet worden ist, waren es heute zehn. Es zeigt sich: Noch immer ist der Kampf gegen das Virus bei uns nicht gewonnen. Und es ist davon auszugehen, dass es weiter neue Infektionen geben wird. Allerdings gibt es auch keinen Grund, die Zahlen überzuwerten und wegen dieses einen Tages in Ängste zu verfallen. Die Entwicklung ist bei uns positiv, vor allem beim Blick auf die aktiven Fälle. Derzeit sind bei uns nun 109 Infizierte gemeldet, vier weniger als gestern.

Die Details: In Trier sind 97 Infektionen mit SARS-CoV-2 bekannt geworden, ein Patient ist gestorben, 88 der Bürger gelten als genesen und damit nicht mehr infiziert. Im Kreis Trier-Saarburg sind es 179 Fälle (davon 142 genesen, fünf Tote), im Kreis Bernkastel-Wittlich 129 (davon 105 genesen, zwei Tote), im Eifelkreis Bitburg-Prüm 169 (davon 133 genesen, drei Tote), in der Vulkaneifel 110 Fälle (davon 92 genesen, vier Tote). Insgesamt gibt es in der Region Trier bisher 684 nachgewiesene Infizierungen. Davon abzuziehen sind 560 Fälle, bei denen eine Genesung bekannt ist, und 15 Tote. Damit bleiben die 109 derzeit Infizierten übrig.

Die Zahlen über unsere Region hinaus: Im Saarland gab es bis heute Abend 2552 gemeldete positive Virus-Nachweise (davon 1708 Genesene und 133 Todesfälle, damit bleiben 711 derzeit Infizierte), in Luxemburg sind es 3769 (davon 3134 Genesene und 89 Todesfälle, damit bleiben 546 derzeit Infizierte).

Sie erinnern sich? Gestern hatte ich geschrieben, dass im Saarland die Ausgangsbeschränkungen gelockert werden sollen. Kurz danach wurde bekannt, dass einige Erleichterungen bei unseren Nachbarn ab sofort möglich sein müssen. Der Verfassungsgerichtshof hatte nach einem Eilantrag eines Saarländers zwei wesentliche Dinge entschieden: Dass das Verlassen der Wohnung auch ohne triftigen Grund wieder erlaubt ist. Und: Dass man ab sofort seine Lebenspartner und Verwandten privat wieder besuchen darf. Es zeigt sich: Die Richter sehen manche Regelung als unverhältnismäßig an.

Interessant ist auch eine Klage, die drei Trierer Rechtsanwälte gegen die rheinland-pfälzische Corona-Bekämpfungsverordnung beim Verwaltungsgericht eingereicht haben. Jurist Christian Becker, einer der drei Kläger, betonte gegenüber volksfreund.de, die Einschränkungen seien zum jetzigen Zeitpunkt einfach nicht mehr gerechtfertigt. Unter anderem kritisieren die Anwälte: Statt zunächst mildere Maßnahmen anzuordnen, etwa ältere Menschen mit Vorerkrankungen besonders zu schützen, sei gleich die gesamte Bevölkerung in Generalhaftung genommen worden. Mehr zur Klage können Online-Abonnenten hier erfahren. Und eines ist abzusehen: Es werden noch viele Klagen vor Gericht verhandelt werden. Einerseits, weil die derzeitigen Maßnahmen viele Freiheitsrechte einschränken. Und andererseits, weil es schlichtweg für viele Menschen um viel Geld, oft ums wirtschaftliche Überleben geht.

Soeben habe ich einen kurzen Blick auf den neuen Lagebericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) geworfen. Dort wird unter anderem die von der Kanzlerin erwähnte Reproduktionszahl R genannt, mit der angegeben wird, wie viele Menschen ein Corona-Infizierter durchschnittlich ansteckt. Angela Merkel hatte angekündigt, diese Zahl im Blick zu behalten bei allen großen Entscheidungen. R liegt nun bei 0,75, nachdem sie am Tag zuvor mit 0,9 und vor zwei Tagen mit 1,0 angegeben wurde. Grob gesagt: Würde die Zahl so bleiben, wäre der Kampf gegen das Coronavirus auf einem guten Weg, auch wenn er länger dauern würde. Ich gebe allerdings zu: Ich bin skeptisch, was die Berechnung von R angeht und habe dies bereits gestern kommentiert. Dazu sind viele Schätzungen notwendig, die Veränderungen sind beim RKI oft größer, als es die Zahlen eigentlich mittelfristig vermuten lassen. Es ist daher immer notwendig, etwa die neuen Infektionen im Blick zu behalten und die Entwicklung in den einzelnen Regionen. Das Schöne ist aber: Derzeit kann uns dies alles Hoffnung machen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen angenehmen Abend. Bleiben Sie gesund oder werden Sie es schnell wieder! Falls Sie erst heute dazu kommen: Die ersten Teile des Coronavirus-Newsletters gibt es auf volksfreund.de zum Nachlesen. Falls Sie den Newsletter weiter empfehlen wollen: Anmeldungen sind hier möglich.

Herzlichst, Ihr Thomas Roth

Haben Sie Anregungen, Kritik, Wünsche? Dann melden Sie sich gerne bei mir unter t.roth@volksfreund.de