Melbourne Locker, locker, Frau Kerber

Melbourne · Tennis: Wie sich die Titelträgerin von 2016 bei den Australian Open an einem ganz besonderen Tag selbst beschenkt.

 18.01.2019, Australien, Melbourne: Tennis: Grand Slam, WTA-Tour, Australian Open in Melbourne, Frauen, Einzel, 3. Runde, Birrell (Australien) - Kerber (Deutschland): Angelique Kerber jubelt. Foto: Lukas Coch/AAP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

18.01.2019, Australien, Melbourne: Tennis: Grand Slam, WTA-Tour, Australian Open in Melbourne, Frauen, Einzel, 3. Runde, Birrell (Australien) - Kerber (Deutschland): Angelique Kerber jubelt. Foto: Lukas Coch/AAP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Foto: dpa/Lukas Coch

(dpa) Angelique Kerber (Foto: dpa) hat sich ihren 31. Geburtstag nicht verderben lassen und ist souverän in das Achtelfinale der Australian Open eingezogen. Die Titelträgerin von 2016 besiegte die australische Außenseiterin Kimberly Birrell am Freitag in Melbourne glatt mit 6:1, 6:0. Die Lokalmatadorin war dank einer Wildcard dabei.

„Es war nicht so einfach, ich war schon nervös“, sagte Kerber im Anschluss. „Ich bin auf jeden Fall stolz auf mich und freue mich aufs Achtelfinale.“ Nächste Gegnerin ist an diesem Sonntag die Amerikanerin Danielle Collins, in der ersten Runde Siegerin über Julia Görges. Den bislang einzigen Vergleich gegen die 25 Jahre alte Nummer 35 der Welt gewann Kerber im vorigen Jahr auf Rasen klar. „Das wird wieder ein hartes Match, ich schaue von Spiel zu Spiel“, sagte Kerber und kündigte an, noch ein „Glas Wasser“ oder ein „Glas Wein“ trinken zu wollen. „Ich bin froh, dass es ein bisschen schneller ging und ich jetzt noch ein bisschen Zeit habe, anzustoßen“, sagte sie.

Alexander Zverev will an diesem Samstag erstmals unter die letzten 16 in Melbourne und ist ab 9 Uhr MEZ gegen den Australier Alex Bolt ebenfalls Favorit. Kerber wurde dieser Rolle gegen die Weltranglisten-240. Birrell voll gerecht.

Als beide die Rod-Laver-Arena zur letzten Partie des Tages betraten, war es bereits fast 22 Uhr, und viele der 15 000 Plätze waren nach dem Sieg von Rafael Nadal über den Australier Alex de Minaur noch nicht wieder besetzt. Birrell begann nach überraschenden Siegen in den vergangenen Wochen selbstbewusst und versuchte von der Grundlinie aus, Druck auszuüben. „Kimberly hat in den letzten Wochen großartig gespielt, wir werden noch viel von ihr sehen. Ich wusste, dass ich von Anfang bis Ende mein bestes Tennis spielen musste“, sagte Kerber.

Nach den mühsamen ersten Spielgewinnen hatte sich Kerber auf das Spiel ihrer Gegnerin eingestellt und baute ihre Führung auch dank einiger Fehler Birrells rasch aus. So kam erst gar keine rechte Heimstimmung auf, nach 26 Minuten war der erste Satz schon gelaufen.

Im zweiten Satz in einer Partie fast ohne Netzpunkte legte die wesentlich konstanter agierende Wimbledonsiegerin sofort ein Break nach und beendete die Partie kräfteschonend nach nur 58 Minuten, mit dem vierten Matchball, nachdem sie zuvor zwei per Doppelfehler vergeben hatte. „Angie hat das ganz souverän gemacht“, sagte die deutsche Damen-Chefin Barbara Rittner bei Eurosport.

Während Kerber die ersten Runden problemlos meisterte, scheiterte Titelverteidigerin Caroline Wozniacki aus Dänemark frühzeitig mit 4:6, 6:4, 3:6 an Ex-Siegerin Maria Scharapowa. Die Russin setzte sich im Duell der früheren Weltranglisten-Ersten nach 2:24 Stunden durch.

Bei den Herren kam Titelverteidiger Roger Federer problemlos weiter. Der langjährige Weltranglisten-Erste aus der Schweiz qualifizierte sich zum 17. Mal für das Achtelfinale der Australian Open. Der Sieger der beiden vergangenen Jahre gewann in seinem 100. Match in der Rod-Laver-Arena 6:2, 7:5, 6:2 gegen den Amerikaner Taylor Fritz. Der 37-Jährige trifft nun auf den aufstrebenden Griechen Stefanos Tsitsipas. Rafael Nadal feierte vor Kerbers Auftritt beim 6:1, 6:2, 6:4 gegen den 19-jährigen Australier Alex de Minaur seinen 250. Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier und bekommt es am Sonntag mit dem einstigen Wimbledonfinalisten Tomas Berdych aus Tschechien zu tun.

(dpa)
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