| 21:49 Uhr

Lucky und das schwarze Kreuz auf der Stirn

Fastnacht ist vorbei. Lucky hat genug gefeiert und bei den Umzügen Berge von Süßigkeiten gesammelt. Und er hat gehört, dass seit Aschermittwoch die Fastenzeit angebrochen ist. Aber was bedeutet das eigentlich, und warum sind am Aschermittwoch viele mit einem schwarzen Kreuz auf der Stirn herumgelaufen? Lucky hat sich für euch schlaugemacht. Von unserer Mitarbeiterin Bettina Bartzen

Bitburg. Lucky hat als Weltraumfahrer verkleidet ausgiebig Fastnacht gefeiert, das wisst ihr ja bestimmt. Aber seit Aschermittwoch ist alles vorbei. Jeder kann in einem katholischen Gottesdienst das Aschenkreuz empfangen. Auch Lucky war in einem Schulgottesdienst mit dabei. Aber was bedeutet eigentlich das Aschenkreuz auf der Stirn? Die Asche sind keine abgebrannten Zigaretten, sondern verbrannte Palmzweige vom vergangenen Jahr.

Die Asche erinnert daran, dass wir alle einmal sterben müssen. Den Tod kann sich Lucky noch nicht so richtig vorstellen. Die Botschaft bedeutet auch: "Mache jetzt etwas aus deinem Leben". Dyrck Meyer ist Theologe und spricht in dem Gottesdienst darüber, Masken fallen zu lassen. Nicht nur die Masken von Fastnacht, sondern auch gegenüber den Menschen. Das bedeutet Gefühle zeigen und ehrlich mit seinen Mitmenschen umgehen. Aschermittwoch ist ein Brauch der katholischen Kirche, und es ist der erste Tag der Fastenzeit, die ab dann 40 Tage bis Ostern dauert. Das Fasten gibt es in allen Religionen auf der ganzen Welt und dient zur Reinigung von Körper, Geist und Seele.

Früher mussten Menschen, die etwas Schlimmes getan haben, die ganze Fastenzeit mit Asche auf dem Kopf herumlaufen. Sie durften die Kirche bis Gründonnerstag als Zeichen der Buße nicht betreten. Gründonnerstag ist der Tag in der christlichen Kirche, an dem Jesu mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl einnimmt, bevor er am Karfreitag gekreuzigt wird. Heute fasten die Menschen ganz anders. Es gibt zum Beispiel Autofasten, das bedeutet, sein Auto auch mal stehen zu lassen. Augenfasten bedeutet, einfach mal kein Fernsehen zu schauen oder die Playstation auszuschalten. Lucky möchte in der Fastenzeit mal keine Playstation spielen. Dadurch hat er viel Zeit zum Nachdenken und endlich mal genug Zeit, seinen Freund zu besuchen statt nur eine SMS zu schreiben.

Nun überlegt sich Lucky noch, was er mit den Bergen von Süßigkeiten machen soll, die er am Fastnachtsumzug gesammelt hat. Die volle Tasche liegt verführerisch in seinem Zimmer. Schokolade, Bonbons, Chips, Popcorn.

Warten ist gar nicht seine Sache. Aber vielleicht mal ein Experiment wert, die Süßigkeiten erst an Ostern zu essen. Welcher Genuss wird das werden! Mal gespannt, ob Lucky das durchhält.