Luxemburg: Bald ist samstags mit Einkaufen schon um 19 Uhr Schluss

Luxemburg: Bald ist samstags mit Einkaufen schon um 19 Uhr Schluss

Streit um die Ladenöffnungszeiten am Samstag in Luxemburg: Statt wie derzeit bis 20 Uhr sollen die Geschäfte ab Sommer nur noch bis 19 Uhr geöffnet haben. Hintergrund ist ein Streit zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern um die Bezahlung von Überstunden.

Luxemburg. Samstagsabends noch schnell zum Tanken über die Grenze und auf der Rückfahrt noch was Leckeres etwa von der Fischtheke aus dem grenznahen Supermarkt fürs Abendessen mit nach Hause nehmen. Derzeit kann man das noch bequem und relativ stressfrei erledigen.

Die meisten großen Geschäfte vor allem in Grenznähe haben in Luxemburg samstags bis 20 Uhr geöffnet. Ab 1. Juli soll es damit aber vorbei sein. Dann müssen alle Läden im Großherzogtum samstags und vor Feiertagen bereits um 19 Uhr zu machen.

Am 30. Juni läuft nämlich eine seit 2010 geltende Übergangsreglung aus, wonach die Ladenöffnungszeiten samstags um zwei Stunden auf 20 Uhr verlängert worden sind. Als es nun darum ging, diese bereits einmal verlängerte Regelung zum Normalzustand zu machen, also ein entsprechendes Gesetz zu verabschieden, verlangten die Gewerkschaften, dass die Verkäufer für die zwei Stunden von 18 bis 20 Uhr samstags einen Zuschlag von 50 Prozent oder einen Freizeitausgleich erhalten sollten.

Dagegen wehrten sich erwartungsgemäß die Arbeitgeber. Dem Luxemburger Handelsverband CLC gingen die Gewerkschaftsforderungen zu weit, es müsse den einzelnen Arbeitgebern überlassen ob und in welche Höhe sie Zuschläge für längere Öffnungszeiten zahlten. Laut CLC hat sich der Umsatz in den Geschäften, die samstags länger geöffnet haben, um über drei Prozent gesteigert.

Der Verband fordert ohnehin eine Liberalisierung des Ladenschlusses in Luxemburg, also weg von vorgeschriebenen Öffnungszeiten. Als Argument führt der CLC die Tankstellen ein, die immer mehr zu kleinen Supermärkten würden, sich aber nicht an feste Ladenschlusszeiten halten müssten.

Darauf wiederum lässt sich aber die zuständige Mittelstandsministerin Françoise Hetto-Gaasch nicht ein. Da sich Gewerkschaften und Arbeitgeber nicht einigen konnten, will sie nun die Samstagsöffnung generell auf 19 Uhr festlegen, und zwar ohne Zuschlag oder Freizeitausgleich für die Beschäftigten. Trotzdem halten die Gewerkschaften an ihrer Forderung fest, dass für jede Stunde, die über 18 Uhr hinaus an Samstagen in Geschäften gearbeitet werden soll, auch mehr bezahlt werden soll.

Von der möglichen Neuregelung nicht betroffen ist die im Vergleich zu Deutschland liberale Sonntagsöffnung. Generell ist im Nachbarland der Verkauf am Sonntagmorgen erlaubt. In 13 Gemeinden Luxemburgs, darunter vor allem in Grenzorten, können darüber hinaus die Geschäfte derzeit sonntags den ganzen Tag über öffnen.