MÄDCHENFUSSBALL: "Wir sind das coolste Team"

MÄDCHENFUSSBALL: "Wir sind das coolste Team"

ISSEL/NUSBAUM. (bl) Drei Monate lang haben der Deutsche Fußball-Bund und die Macher der Mädchenfußball-Internet-Plattform " www.ich-spiele-fussball.de“ nach den "coolsten" Mädchenteams gesucht. Mehr als 100 Teams haben sich bundesweit beteiligt. Zu zwei Regionalsiegern wurden der TuS Issel und der SV Nusbaum gekürt.

"Das ist eine super Sache. Der Preis hat einen hohen Stellenwert für den Verein." Bei Jürgen Schilz, Abteilungsleiter Frauen- und Mädchenfußball beim SV Nusbaum, schwingt ein bisschen Stolz mit, wenn er über den Regionalsieg seines Vereins beim Bundeswettbewerb "Wir sind das coolste Team" berichtet. Zwei Mitglieder, Steffi Krippes (23) und Kerstin Sonndag (20) hatten bei der Lektüre des TV vom Wettbewerb erfahren. Noch am selben Nachmittag, bei der Mannschaftsfahrt zum Länderspiel der deutschen U-17-Juniorinnen gegen Frankreich in Mayen, wurde die Teilnahme festgemacht. Federführend erstellten Krippes und Sonndag eine Präsentationsmappe. "Eineinhalb Wochen haben wir dran gearbeitet, mit vielen Fotos", sagt Krippes. Ein Schwerpunkt der Ausarbeitung war die Präsentation der Kooperation mit dem St.-Josef-Gymnasium Biesdorf. Schilz: "Sie existiert seit 1998. Mädchen können dadurch zweimal in der Woche trainieren - in der Arbeitsgemeinschaft der Schule und bei uns im Verein. Bislang haben dadurch rund 50 Kinder den Weg in unseren Klub gefunden." Schon in früheren Jahren hatte die Arbeit Früchte getragen. 2002 erhielt der SV Nusbaum den Sepp-Herberger-Preis für vorbildliche Jugendarbeit, vor zwei Jahren stieg die Frauen-Mannschaft in die Verbandsliga auf. Derzeit kickt die erste Mannschaft in Form einer Spielgemeinschaft mit Ralingen in der Bezirksliga, zudem gibt es jeweils eine B- und C-Jugend-Mannschaft fürs Feld und eine D-Jugend-Mannschaft, die für die Hallenrunde im Winter gemeldet wurde. Den Preis, der mit einem neuen Satz Trikots versüßt wurde, wertet Schilz als großen Ansporn, den einmal eingeschlagenen Weg auch weiter zu verfolgen: "Es ist eine Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Unser gemeinsames Ziel ist es, in spätestens ein paar Jahren wieder Verbandsliga zu spielen." Eine Klasse höher, in der Regionalliga, spielt bereits der TuS Issel mit seiner ersten Frauenmannschaft. Der TuS wurde ebenfalls Regionalsieger beim Bundeswettbewerb. "Wir haben teilgenommen, um unseren Bekanntheitsgrad weiter zu erhöhen, auch mit Blick auf mögliche Sponsoren", sagt Trainer Stefan Jostock. Eine Arbeitsgemeinschaft mit vier Spielerinnen setzte sich zusammen und erarbeitete eine gut zehnseitige Teilnahmemappe. "Viele Bilder, wenig Worte", so umreißt Jostock den Inhalt. "Uns war wichtig, dass sich der Verein auch mit seinen Aktionen außerhalb des Sportplatzes darstellt. Wir wollen die Mädchen auch in der Freizeit zusammenführen. Das ist wichtig für die Teambildung." Auch er sieht in dem Preis einen Impuls für die Zukunft. "Stillstand ist Rückschritt. Wir arbeiten weiter an unserem Förderkonzept."Mit pfiffigen Aktionen neue Spielerinnen locken

Bei dem Wettbewerb konnten alle Mädchenfußballvereine und -teams unabhängig von ihren sportlichen Erfolgen mitmachen. Gesucht wurden Teams oder Vereine, die durch lang- oder kurzfristige, pfiffige Aktionen in ihrer Region den Mädchenfußball voran gebracht haben. So wurden unter anderem außergewöhnliche Aktionen oder Schulkooperationen bewertet, durch die neue Spielerinnen gewonnen wurden. Aus allen Regionalsiegern wird noch ein Bundessieger ermittelt, der dann einen ganzen Trainingstag mit der weltweit erfolgreichsten Fußballtrainerin, Tina Theune-Meyer, gewinnt.