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Mediatheken: Das neue Konzept der Fernsehsender

FOTO: flickr.com © acidpix (CC BY 2.0)
Die Privaten haben es vorgemacht und nun ziehen auch die Öffentlich Rechtlichen TV-Sender nach: Mediatheken sind das Fernsehkonzept der Zukunft und treten damit in direkte Konkurrenz zum Video on Demand. Eines haben aber beide Konzepte gemeinsam: Der Fernsehzuschauer soll sein Programm künftig in größerem Maße selbst bestimmen dürfen.

Das Fernsehen der Zukunft zeigt sich sehr flexibel und Benutzerfreundlich. Video on Demand Anbieter haben schon längst erkannt, dass sie Fernsehzuschauern im immer hektischer und voller werdenden Alltag mehr Raum für die eigenen Programmgestaltung bieten müssen. So können Serienfans nun jederzeit ganz flexibel ihre Serien auf Myvideo oder ähnlichen Portalen ansehen und sind nicht mehr an das aktuelle Fernsehprogramm gebunden. Inzwischen haben auch die einzelnen Fernsehsender den Trend erkannt und mit dem Konzept der Mediathek im großen Stil nachgezogen. Serien, Shows, Dokumentationen und Filme können so auf speziellen Internetplattformen der Sender abgerufen und immer wieder angesehen werden. Das aktuelle Programm im Real-TV wird damit beinahe überflüssig.

Mediathek oder Video on Demand? Zuschauer haben die Wahl
Das Angebot des Fernsehens nach Wunsch wird immer breiter. Fernsehzuschauer habe nicht selten die Qual der Wahl. Dabei unterscheiden sich die Konzepte von Video on Demand und den Mediatheken in einigen wesentlichen Punkten. Beim Video on Demand kann der Zuschauer vor allem Serien und Filme ansehen, meist gegen eine Gebühr. Das Angebot ist je nach Portal unterschiedlich breit gefächert und aktuell. Die Gebühren können je nach Geschäftsmodell in einem monatlichen Abopreis entrichtet werden, der Zugang zu einer beliebigen Anzahl an Filmen oder Serien ermöglicht, oder der Zuschauer zahlt pro Video und damit nur die Filme oder Serien, die er tatsächlich anschaut.

Mediatheken beschränken sich dagegen in der Regel auf das Programm des eigenen Senders, das sie aber in großer Bandbreite und meist tagesaktuell zur Verfügung stellen. Mediatheken finanzieren sich häufig über Werbeeinspielungen. Der Zuschauer muss so zwar den einen oder anderen Werbespot über sich ergehen lassen, wie auch im Real-TV, dafür sind diese Videobeiträge meist kostenlos verfügbar. Andere Filme oder Serien sind frei von Werbeeinblendungen, kosten dafür aber eine geringe Gebühr. Meist können einzelne Serienfolgen bereits für 0,99 € pro Video freigeschaltet und innerhalb einer Frist von 24 Stunden unbegrenzt angesehen werden. Komplett kostenlos und gleichzeitig werbefrei ist bisher nur das Angebot der Mediatheken von ARD und ZDF, der beiden größten deutschen öffentlich rechtlichen Fernsehsender.

Das Angebot im Bereich Video on Demand und Mediathek ist groß

Das Prinzip es Video on Demand hat sich bereits seit einigen Jahren etabliert. Besonders große und häufig genutzte Anbieter sind MyVideo, Videoload, Watchever, maxdome und LOVEFILM. Doch auch im Bereich der Mediatheken können Fernsehzuschauer heute aus einem größeren Angebot auswählen. Bisher haben ARD, ZDF, kabeleins und RTL 2 eine Mediathek eingerichtet. RTL Now und VOX Now bieten den gleichen Service zu ähnlichen Bedingungen an und auch das Sat.1-Videocenter arbeitet nach dem Konzept der Mediathek. Die Mediatheken und Videoportale sind jeweils im Internet abrufbar. Bei den meisten Sendern ist eine kostenlose Anmeldung erforderlich, um die Gebühr über einen Nutzeraccount entrichten zu können.

So kann der Zuschauer frei wählen, ob er die verpasste Folge seiner Lieblingsserie noch einmal nach der Ausstrahlung in der Mediathek des Senders ansehen möchte, oder ob er einen aktuellen Kinofilm bei einem Video on Demand Anbieter gegen Gebühr erwerben möchte. Dem ganz individuellen Fernsehprogramm nach Wunsch steht damit nichts mehr im Wege.